Didaktik ist mehr als Erklären - Wenn Lehrkräfte mehr sprechen als Kinder denken!
Elementarwissen – Folge 42 Wenn Lehrkräfte mehr sprechen als Kinder denken! Warum Unterricht oft zu viel erklärt. Warum zu viele Erklärungen im Unterricht Lernprozesse behindern können – und weshalb gute Fragen oft der bessere Weg sind.
Darum geht es in dieser Episode:
- Warum „Ich habe es doch erklärt“ kein Beweis für Lernen ist
- Der Unterschied zwischen Erklären und Verstehen
- Warum Denkzeit im Unterricht entscheidend ist
- Wie Schülererklärungen Verständnis vertiefen
- Welche Rolle Fragen im Lernprozess spielen
- Warum gute Aufgaben wichtiger sind als lange Lehrervorträge
Zentrale didaktische Ideen
- Jean Piaget: "Wissen wird nicht einfach aufgenommen, sondern aktiv konstruiert."
- Martin Wagenschein: "Die Kunst des Unterrichts liegt nicht im Erklären, sondern im Fragen."
- Hans Freudenthal: "Mathematik soll von Lernenden möglichst selbst „wiederentdeckt“ werden."
- Christoph Selter: "Mathematisches Verständnis entsteht im Austausch über Lösungswege."
Forschung zur Denkzeit: Die Bildungsforscherin Mary Budd Rowe zeigte bereits in den 1970er Jahren: Wenn Lehrkräfte nach einer Frage mindestens 3 Sekunden warten, dann beteiligen sich mehr Schülerinnen und Schüler:
- Antworten werden komplexer
- Diskussionen über Lösungswege entstehen häufiger.
- Diese kurze Pause nennt man Wait Time.
Beispiele aus dem Unterricht
- In der Folge geht es unter anderem um Beispiele wie:
- Warum Kinder mathematische Regeln besser verstehen, wenn sie sie selbst entdecken
- Wie Aufgaben zur Addition genutzt werden können, um Strukturen sichtbar zu machen
- Warum der Austausch über verschiedene Lösungsstrategien so wichtig ist
Drei Impulse für den Unterricht:
-
Erklärung verschieben Erst denken lassen – dann zusammenfassen.
-
Mehr Denkzeit geben Nach Fragen bewusst warten.
-
Schüler erklären lassen „Wie bist du darauf gekommen?“ statt nur „Wie lautet das Ergebnis?“
Kerngedanke der Folge Guter Unterricht zeichnet sich nicht dadurch aus, dass alles erklärt wurde. Sondern dadurch, dass Schülerinnen und Schüler wirklich verstanden haben. Und Verständnis entsteht selten durch Zuhören – sondern durch eigenes Denken.
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