Elementarwissen - Der Grundschulbildungs-Podcast

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Der Grundschulbildungspodcast

Transkript

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00:00:00: Herzlich willkommen zu einer neuen Folge von Elementarwissen, dem Grundschul-Bedungs-Podcast.

00:00:06: Ich bin Jessica

00:00:07: und ich bin Steffen.

00:00:08: Liebe Kollegen!

00:00:09: Vielleicht seid ihr schon mitten in den Sommerferien?

00:00:12: Vielleicht habt ihr aber schon wieder Vorbereitungen fürs kommende Schuljahr begonnen und sehr wahrscheinlich haben viele von euch schon bei Pinterest oder Instagram mal geschaut und Ideen gesammelt.

00:00:27: Diese Folge richtet sich offensichtlich an Kollegen, die möglicherweise eine erste Klasse übernehmen oder vielleicht das erste Mal überhaupt eine Klasse bekommen.

00:00:37: Viele werden aber dieses Gefühl schon kennen und man möchte den Start perfekt gestalten.

00:00:43: Und ich glaube hier wird es spannend bei der Folge denn ich kann mich noch... an eine Jessica vor ein paar Jahren erinnern.

00:00:51: Die sehr viel Wert auf den Klassenraum, auf Materialien und die erste Unterrichtswoche und viele andere Dinge gelegt hat.

00:00:59: Und ich glaube mit der Zeit hast du da einen Schwenk gemacht und legst mittlerweile auf Dinge wert, an die man vielleicht gar nicht am Anfang so denkt.

00:01:14: Gerade die Lehrer, die momentan Wir haben mehr Zeit beim Laminieren als im Gartenverbring.

00:01:20: Für die ist das vielleicht genau die richtige Folge zur richtigen

00:01:24: Zeit.".

00:01:25: Ich glaube, wir sprechen viel zu selten über das was den Unterricht im November trägt also über das, was darüber entscheidet ob Kinder selbstständig arbeiten oder ob Unterricht ruhig wird und ob wir ständig organisieren müssen oder wirklich unterrichten können.

00:01:44: Und genau darüber möchte ich heute eigentlich sprechen, also nicht über Bastel-Ideen oder Türdeko und auch nicht über den ersten Buchstaben.

00:01:54: Das sind Einführungen, sondern wirklich über das was kaum jemand fotografiert.

00:02:01: Also was man nicht irgendwie bei Pinterest und Instagram sehen kann.

00:02:05: Dass trotzdem vielleicht viel wichtiger ist als alles andere.

00:02:10: Jessica darf ich dir da gleich widersprechen?

00:02:13: Ging flott.

00:02:13: Ja, weil ich glaube dass jetzt viele genau das denken was ich denke.

00:02:19: also Ich bin ja kein Lehrer wenn nicht im august.

00:02:22: durch instagram scroller sehe ich wunderschöne klassenräume tolle namenschäder liebevoll gestaltete tische kennenlern spiele erste arbeitsblätter und ganz ehrlich ich denke ach wie schön.

00:02:38: genauso muss ein schulstart aussehen.

00:02:41: Also warum sagst du, dass das vielleicht gar nicht das Wichtigste ist?

00:02:46: Na weil Instagram eigentlich nur einen Moment zeigt.

00:02:49: So Schule besteht aber aus Alltag und Alltag sieht es einfach selten aus wie ein perfektes Foto.

00:02:56: Niemand postet zum Beispiel ein Reel darüber, dass die Klasse heute zwanzig Minuten geübt hat Wie man vielleicht ein Heft irgendwie zurückbringt.

00:03:05: Niemand zeigt, dass wir fünfmal in der Anna gehübt haben wie wir in den Sitzkreis gehen.

00:03:11: Niemand filmt, die Kinder lernen sich Hilfe zu holen ohne quer durch den Raum zu rufen und trotzdem sind genau das die Dinge, die mein Unterricht im Oktober tragen werden also oder im November oder im Februar und eigentlich das ganze Jahr über.

00:03:26: Ja verstehe ich.

00:03:28: aber ganz ehrlich wenn ich jetzt eine erste Klasse hätte würde ich doch möglichst schnell anfangen wollen, keine Ahnung.

00:03:36: Die Buchstaben einzuführen, die Zeilen zu lernen mit Unterricht also nicht mit Klebestiften heften oder dem Gang in den Kreis

00:03:50: Ja, und genau das hätte ich vor zehn Jahren wahrscheinlich auch so gesagt.

00:03:53: Und ich glaube darin liegt unser größter Denkfehler tatsächlich als Lehrkraft.

00:03:58: Okay jetzt bin ich gespannt.

00:03:59: Früher habe ich mich gefragt welchen Buchstaben führte denn in der ersten Woche ein?

00:04:03: Das war für mich irgendwie ganz wichtig.

00:04:05: Heute frage ich etwas ganz anderes.

00:04:09: Ich stelle mir die Frage was sollen Kinder nach der Ersten Woche eigentlich können?

00:04:13: und damit meine ich ausdrücklich nicht welche Buchstabe sie kennen?

00:04:19: Also, können Sie morgen selbstständig arbeiten?

00:04:22: Können Sie Ihren Arbeitsplatz vorbereiten und können Sie Materialen holen ohne das Franz-Ich-Genar gleichzeitig aufspringen.

00:04:30: Können sie sich Hilfe organisieren?

00:04:32: Könn' Sie gemeinsam lernen?

00:04:34: Könnt' Sie Ihrem Arbeitsplatz wieder aufräumen?

00:04:36: Könnten Sie nachdenken bevor Sie sofort zu mir kommen?

00:04:40: Das sind die Fragen, die regelwann sind.

00:04:42: Das ist das worauf es ankommt.

00:04:43: Und das trägt mein Unterricht an dem Laufe des

00:04:45: Jahres.".

00:04:47: Das ist interessant.

00:04:49: Ich hätte wahrscheinlich gefragt, welchen Buchstamm habt ihr geschafft?

00:04:53: Ja genau deswegen sprechen wir heute drüber.

00:04:55: also ich hätte früher wahrscheinlich genauso geantwortet!

00:04:58: Ich wäre sogar stolz gewesen wirklich und ich hätte wahrscheinlich auch gesagt... Oh, wir haben mit dem M angefangen.

00:05:04: Ich habe früher Fachlichkeit über alles gestellt und wer mich kennt der weiß ich mag Fachlichkeit immer noch.

00:05:11: Und ich hab so früh wie möglich damit angefangen und verstehe mich nicht falsch.

00:05:16: die Kinder wollen ab Tag eins wirklich Schule erleben und es soll sich nach Schul wirklich anfühlen.

00:05:21: aber es muss kein Bostaum gleich eingeführt werden.

00:05:24: also heute freue ich mich über was ganz anderes.

00:05:28: zum Beispiel wenn Ich nach ein paar Tagen im Klassenraum stehe, die Kinder kommen rein.

00:05:35: Ihre Jagge können sie selbstständig aufhängen.

00:05:38: Sie können den Ranzen an den richtigen Platz stellen.

00:05:42: Sie kann mit den Morgenaufgaben beginnen und ich muss fast nichts sagen!

00:05:49: Dann denke ich auch nicht, was für brave Kinder habe ich da?

00:05:53: Sondern ich denke das haben wir gemeinsam wirklich gut

00:05:57: gelernt.".

00:05:58: Und nicht, ich habe die ruhige Klasse bekommen.

00:06:00: Sondern wir haben diese Selbstständigkeit gemeinsam aufgebaut.

00:06:04: und genau deswegen sage ich auch Kinder lernen nicht zuerst Lesen schreiben oder rechnen sondern Kinder lernen zuerst Schule.

00:06:13: Zuerst das System Schule.

00:06:17: Ich denke dass musst du jetzt erklären denn ich glaube damit hast du gerade ziemlich viele Fragezeichen produziert.

00:06:25: Das hoffe ich auch tatsächlich, denn genau dort möchte ich heute anfangen.

00:06:29: Also nicht bei Buchstaben oder Zahleneinführungen sondern bei einer Frage die meine Unterricht komplett verändert hat nämlich was müssen Kinder eigentlich lernen bevor Unterricht überhaupt funktionieren kann?

00:06:39: Ja und das geschieht dann in der Methodenwoare und ich möchte gerne damit aufräumen... Und sagen einfach, wir legen den Fokus einfach falsch.

00:06:50: Also viele Kollegen legen wirklich den Fokuss auf Schönheit und Gestaltung und alles Äußerliche.

00:06:56: irgendwie ist deutlich wichtiger als tatsächlich das Inleben des Unterrichts.

00:07:03: Das muss sich ändern damit wir keine Klassen haben die nach drei Wochen Unterricht anfang mal kippen.

00:07:11: bevor wir Über die Methodenwoche jetzt sprechen würde ich dich gerne noch etwas persönliches fragen.

00:07:20: Du wirkst heute recht entspannt, wenn ich zurückdenke als du deiner allererste Klasse eingeschult hattest da sah das ja noch ganz anders aus.

00:07:32: also Wir haben unsere Ferien danach ausgerichtet was zu tun hast wie du vorbereitest.

00:07:40: Heute habe ich immer das Gefühl, du weißt genau worauf es ankommt.

00:07:44: Also du freust dich auf.

00:07:45: die neue Klasse ist zu Hause ein großes Thema wobei Schule grundsätzlich bei uns glaube ich ein großes thema ist.

00:07:53: aber Die Vorbereitung stresst dich nicht mehr so und Ich würde sagen dass war nicht immer so

00:08:01: mir auch gar keinen fall.

00:08:02: also ich erinnere mich auch noch an meine allererster klasse.

00:08:06: Das war eine Gemüchte-Klasse, Klasse eins und zwei, also endlich wie ich nächstes Jahr haben werde.

00:08:09: Und ich war zu meinen unglaublich stolz so schnell eine erste Klasse bekommen zu haben.

00:08:16: Ich war aber auch unglaublich nervös, also richtig nervös.

00:08:19: der Klassenraum.

00:08:20: War fertig, es war alles vorbereitet.

00:08:22: Ich hatte vorhin lang laminiert ausgeschnitten, bischriftet... Etikettiert.

00:08:28: Also ich wusste genau, welchen Buch haben wir wann einführen?

00:08:32: Ich hatte Geschichten ausgesucht und Spiele vorbereitet.

00:08:35: Eigentlich hatte ich auf alles eine Antwort außer auf eine Frage.

00:08:39: Welche Frage war das?

00:08:41: Wir lernen Kinder eigentlich Schulkind zu sein!

00:08:45: Diese Frage habe ich mir damals in meiner Vorbereitung überhaupt nicht gestellt.

00:08:51: Wann kam dann die Frage zum ersten Mal auf?

00:08:53: Ja, spätestens am dritten Schulter glaube ich.

00:08:56: Also ich weiß noch ziemlich genau... Ich bin nach Hause gefahren und ich saß in dem Auto und ich war völlig fertig!

00:09:03: Nicht weil die Kinder schwierig waren auch nicht irgendwie, weil was Schlimmes passiert ist sondern weil ich den ganzen Urvormittag eigentlich nur organisiert habe.

00:09:11: Paul, Jacke, Idias, Dein Ranzen, Marie bitte hinsetzen.

00:09:15: also das war Nicht alle gleichzeitig, bitte hol das Hälfte.

00:09:21: Das war irgendwann dachte ich im Auto okay wann habe ich heute eigentlich unterrichtet?

00:09:27: Ganz ehrlich!

00:09:28: Ich hätte gedacht genau das ist Unterricht.

00:09:31: Ja dann das dachte ich damals auch.

00:09:32: also Heute sehe ich aber völlig anders.

00:09:35: Heute weiß ich... ...ich hab damals einfach nur organisiert Aber das ist ja kein Unterricht.

00:09:43: Okay Moment jetzt musst du mir mal helfen.

00:09:45: Was ist denn der Unterschied?

00:09:47: Eine

00:09:48: Organisation bedeutet, dass ich Probleme löse.

00:09:51: Und Unterricht bedeutet, Kinder lernen Problemen selbst zu lösen.

00:09:57: Das klingt ziemlich ähnlich, aber völlig anders.

00:10:01: Ich erzähle dir mal eine Situation zum Beispiel.

00:10:03: Also Marie hebt die Hand Jessica an der Schule.

00:10:06: damals waren wir per du.

00:10:08: Ich finde mein Radiergummi nicht.

00:10:10: Ich gehe hin, ich suche mit und helfe.

00:10:11: Ich finde, ich geh zurück.

00:10:13: Zwei Sekunden später kommt Paul um die Ecke.

00:10:15: Paul hat seinen Bleistift kaputt gemacht.

00:10:18: Ich geh wieder hin, hol den Anspitzer, komme zurück.

00:10:21: Die nächste Anfrage.

00:10:24: Und dann plötzlich merkt man einfach okay dass sich den ganzen Vormittag durch den Klassenraum laufe.

00:10:29: Nicht weil die Aufgaben schwierig waren, die die Kinder irgendwie nicht selbst lösen konnten sondern weil ich... die einzige Lösung für jedes kleine Problem geworden bin.

00:10:39: Okay, also das klingt ein bisschen als wärst du eine Mischung aus Lehrerin, Hausmeisterin, Pfundbüro und technischen Support?

00:10:48: Ja aber ja so hat sich das angefühlt.

00:10:50: tatsächlich und weißt Du dass Verrückte war?

00:10:52: ich dachte Ich wäre einfach besonders hilfsbereit und geduldig Und heute glaube ich habe einfach den Kindern viel zu auf geholfen und es denen und mir damit auch wirklich schwer gemacht.

00:11:05: Jetzt muss ich aber mal dagegen halten.

00:11:07: Ich nehme die andere Position an und ich würde eigentlich sagen, helfen ist doch eigentlich dein Job!

00:11:14: Also wenn ein Kind fragt dann hilfst du also.

00:11:18: wo ist das Problem?

00:11:19: Natürlich hilft man natürlich helfe ich Aber die entscheidende Frage ist Wann Wenn wenn ich jedes problem löse lernen die kinder vor allem eins.

00:11:28: ich muss nur frau data fragen Wenn nicht stattdessen frage was könntest du zu er selbst versuchen?

00:11:33: oder wer könnte dir helfen, oder wo könntest du nachschauen?

00:11:37: Dann passiert was für dich anderes.

00:11:39: Die Kinder beginnen dann nachzudenken.

00:11:42: tatsächlich und genau das ist doch unser Ziel also nicht dass die Kinder möglichst schnell eine Antwort bekommen sondern dass sie wirklich lernen ja selbst antworten zu finden.

00:11:53: Ich stelle mir gerade vor wie viel Kilometer du damals gelaufen sein musst.

00:11:57: Eine Smartwatch gab es damals nicht, aber wenn ich die gehabt hätte, dann wäre ich wahrscheinlich wohl vor der Frühstückspause bei meinen Zehntausend Schritten gewesen.

00:12:06: Und ja eigentlich ist es ziemlich traurig!

00:12:09: Ich dachte wirklich damals das gehörte eben dazu und heute weiß ich dass ganz viel dieser Wege eigentlich Unterricht hätten sein können Nicht weil Kinder plötzlich alles alleine können sondern wirklich weil ich ihnen gezeigt hätte wie sie selbstständig werden.

00:12:24: Jessica Ich habe gerade das Gefühl, dass wir noch gar nicht über die Methodenwoche sprechen.

00:12:31: Eigentlich sprechen wir ja über eine Art Denkfehler.

00:12:36: Ja, da ist du recht!

00:12:37: Also wir glauben oft Kinder müssen sich an Schule gewöhnen und ich glaube eigentlich ist es anders.

00:12:43: Kinder müssen Schule lernen.

00:12:45: Okay, da will ich nochmal auf die Aussage zurück kommen weil die halt ich glaube für wichtig... also Du sagst Kinder lernen zuerst die Schule.

00:12:56: Das klingt erst mal gut, aber ehrlich gesagt weiß ich immer noch nicht warum du auf diesen Satz gekommen bist.

00:13:06: Gab es einen Moment an dem du das plötzlich verstanden hast oder ist es einfach was man so aus den Jahren rausentwickelt?

00:13:16: Es gab tatsächlich keinen einzigen Moment.

00:13:17: Es war eher eine Beobachtung die sich jedes Jahr wiederholt hat und irgendwann konnte ich sie nicht mehr einfach nur ignorieren.

00:13:25: Okay, aber sei mal konkret da.

00:13:26: Welche Beobachtung?

00:13:28: Na das erste Klassen erstaunlich auf gleich starten.

00:13:31: also die erste Woche läuft meistens richtig gut.

00:13:33: auch die zweite Woche ist häufig noch entspannt.

00:13:36: Die Kinder kommen rein setzen sich hin die hören aufmerksam zu melden sie sich freuen sich auf alles was Schule irgendwie mit sich bringt und viele Kollegen fahren dann nach Hause und denken ach das läuft ja besser als erwartet.

00:13:50: Ja also das klingt erstmal nach einem gelungenen Schulstart.

00:13:54: Genau deshalb wird es dann auch interessant, denn ungefähr in der dritten Woche vielleicht auch in der vierten verändert sich das plötzlich.

00:14:02: Nicht bei jeder Klasse exakt am gleichen Tag aber erstaunlich auf ungefähr dann.

00:14:07: Plötzlich wird mehr gerufen, mehr vergessen, mehr hofgestanden Übergänge dauern länger Material liegt überall Partnerarbeit wird lauter Und viele Lehrkräfte sagen dann einen Satz, den ich in den letzten Jahren auch unglaublich oft gehört habe.

00:14:23: Okay, welcher Satz ist das?

00:14:26: Jetzt zeigt die Klasse ihr wahres Gesicht!

00:14:31: Ja, ich glaube der Satz stimmt eigentlich nicht.

00:14:34: Warum?

00:14:35: Also ich finde es klingt erst mal logisch.

00:14:37: Am Anfang sind die Kinder vielleicht vorsichtig, dass so eine neue Situation, neue Umgebung, manne Schüchtern und ja wenn man sich an alles gewöhnt hat... Kameraden an die Schule, an die Lehrkraft.

00:14:51: Dann ist man vielleicht nicht mehr so zurückhalten und schüchtern und lässt sich halt eben mehr gehen?

00:14:59: Das dachte ich früher auch.

00:15:01: aber irgendwann habe ich angefangen nicht nur meine Klasse irgendwie zu beobachten sondern auch die Klassien von anderen Kollegen.

00:15:06: und weiß du was mir aufgefallen ist?

00:15:08: dieses Muster gibt es erstaunlich häufig unabhängig von Lehrkräften, unabhängig von der Schule oder davon wirklich auch die klasse eher ruhig oder lebhaftes.

00:15:17: Okay, also du sagst das so wie die Klassen sich verhalten.

00:15:21: Dieses Muster ist kein Zufall?

00:15:22: Nö!

00:15:23: Ich glaube dass wir hier wirklich ein typisches Phänomen der ersten Schulwochen beobachten und genau deswegen ja genau deswegen lohnt es sich wirklich sich die Frage zu stellen warum passiert das eigentlich?

00:15:34: denn wenn etwas immer wieder auftritt ist es selten Pech dann stecken restens einen Muster einfach dahinter.

00:15:39: okay aber was ist dieses Muster?

00:15:41: bevor ich antworte möchte ich dir gerne eine Gegenfrage stellen Was glaubst du, warum die ersten beiden Wochen oft so ruhig sind?

00:15:52: Naja also ich habe es glaube ich gerade eben schon mal versucht ein bisschen zu umschreiben.

00:15:56: Also erst einmal alles neu für die Kinder.

00:15:59: Die Kinder kennen die Schule ja noch nicht Teilweise die Lehrkraft nicht, die anderen Kinder Ich würde sagen sie sind am Anfang aufgeregt geben sich besonders Mühe und sind vielleicht auch erstmal zurückhaltender als Ja, siehst du normalerweise wären.

00:16:19: Weil alles neu ist.

00:16:20: Neuheit hat einen enormen Einfluss auf unser Verhalten und das nicht nur bei Kindern.

00:16:26: Wenn du... Schau mal bei Erwachsenen.

00:16:28: zum Beispiel.

00:16:29: wenn du morgen deinen ersten Arbeitstag in einer neuen Firma hättest würdest du wahrscheinlich auch erst einmal beobachten.

00:16:36: Du würdest zuhören, du würdest versuchen herauszufinden wie die Abläufe laufen, wer entscheidet, wer was von dir Was erwartet, was wird erwartet?

00:16:47: Na gut das stimmt.

00:16:48: Also ich würde bestimmt nicht am ersten Tag irgendwie sagen Das machen wir bei uns aber ganz anders und jetzt wird alles umgedreht.

00:16:55: Eben!

00:16:56: Und genau das macht der Erstklässler ja auch Sie beobachten sie orientieren sich sie passen sich an Aber und das ist der entscheidende Punkt Neuheit ersetzt keine Routinen.

00:17:07: Am Anfang trägt die neue Situation Und dann irgendwann, sobald sie vertrauter wird beginnen die Kinder etwas völlig normalen.

00:17:16: Sie überprüfen wie diese neue Welt funktioniert.

00:17:19: Sie fragen sich muss ich wirklich sofort reagieren wenn Frau Dieter das Signal gibt?

00:17:24: Was mache ich eigentlich wenn ich fertig bin?

00:17:26: Kann ich einfach aufstehen?

00:17:27: Wie bekomme ich Hilfe?

00:17:29: Was passiert, wenn ich etwas vergesse?

00:17:31: Das sind keine Provokation.

00:17:33: Das sind Orientierungsfragen.

00:17:35: Okay Moment!

00:17:36: Das finde ich spannend.

00:17:37: Also du sagst Kinder testen gar nicht in erster Linie ihre Grenzen, wie man es ja gerne sagt oder testet seine Grenzen.

00:17:45: Sondern sie versuchen das System Schule zu verstehen.

00:17:49: Ja

00:17:50: und das verändert unseren Blick auf das Verhalten komplett.

00:17:54: wenn ein Kind aufsteht ist die erste Frage vielleicht nicht warum meldet er sich nicht an Regeln sondern dieses Kind diesen Ablauf überhaupt schon gelernt?

00:18:04: Ich glaube, das ist wirklich einer der größten Denkfehler, den wir als Lackkraft oft machen.

00:18:10: Wir verwechseln oft erklären mit gelernt und früher hätte ich wahrscheinlich gesagt, setz euch erst einmal hin!

00:18:17: Und dann hätte ich erklärt wo die Jacke hinbekommen, wo die Ranzen hin sollen, welche Mappen wir haben, welcher Regen gelten und wie man sich meldet und und und... Ich hätte hoch und runter alles erklärt.

00:18:30: Ich hätte ziemlich viel erklärt.

00:18:33: Okay, und heute?

00:18:34: Heute erkläre ich erstaunlich wenig.

00:18:37: Okay, aber also jetzt bin ich raus!

00:18:40: Die Kinder wissen doch gar nichts wenn die in die Schule kommen.

00:18:45: Also gerade dann musst du doch erklären wie es funktioniert?

00:18:47: Nee, genau grade.

00:18:49: dann müssen sie erleben.

00:18:51: Denk Kinder lernen Routinen nicht durchzuhören und durch die Erklärung Kinder lernen routinen durch... Das tun, also üben wir so richtig praktisch wie alles geht.

00:19:02: Also nicht weil ich einen Ablauf einmal erklärt habe ist es lange irgendwie nicht ein Teil des Verhaltens des Kindes und das gilt übrigens auch nicht nur für die Erstkläste.

00:19:12: das gilt genauso für das Einführen von Partnerarbeit Gruppenarbeit Gesprächsregel usw.

00:19:17: Einmal erklärt ist eine Information Unterricht beginnt dann erst, aber wenn wir modelieren, gemeinsam üben, Rückmeldung geben und das Ganze wiederholen.

00:19:30: Also wenn ich dich richtig verstehe sagst du dass diese dritte oder manchmal auch vierte Woche also nennen wir es mal diesen Kipppunkt die Woche wo der kipppunkt stattfindet ist eigentlich kein Zeichen dafür dass die Klasse schwieriger geworden ist.

00:19:48: Nö, sie ist wirklich ein Feedback.

00:19:49: Sie zeigt uns welche Abläufe wir zwar angesprochen haben aber noch nicht gemeinsam aufgebaut haben.

00:19:56: und genau deshalb ist die Methodenwoche für mich nicht der Beginn von Organisation sondern wirklich der Beginn von Unterricht.

00:20:03: Und ich frage mich inzwischen immer möchte ich das Problem heute lösen oder möchte ich dass Kinder lernen es künftig selbst zu lösen?

00:20:12: Das ist ein riesiger Unterschied.

00:20:14: Okay, dann lass uns mal das Beispiel Klebestift holen nehmen.

00:20:18: Ja ich sage also jedes Kind holt sich bitte ein Klebestif und dann passiert genau das was wahrscheinlich überall hier passiert.

00:20:27: Zwarzig Kinder stehen gleichzeitig auf.

00:20:30: einer nimmt zwei eine nimmt gar keinen einen fragt ob er vorher vielleicht noch Wasser trinken darf Einer hat unterwegs vergessen, dass er überhaupt ein Klebestift holen sollte.

00:20:41: Der eine ruft, es gibt keins mehr und einer bleibt sitzen weil der nicht genau weiß wann er loslüsen muss.

00:20:47: Und ich als Lehrkraft würde wahrscheinlich sagen Kinder bitte jetzt nicht alle gleichzeitig bitte langsam bitte bitte bitte ja.

00:21:02: dann stelle ich die Frage okay aber haben wir diese Abläufer eigentlich schon mal geübt?

00:21:06: Und die Antwort ist eigentlich fast immer nein.

00:21:10: Also mache ich genau das in meiner Methodenwoche, wir üben Materialhoden nicht einmal, nicht zweimal sondern so lange bis wir nicht mehr groß nachdenken müssen, wie Materialien funktioniert.

00:21:25: Und das habe ich in der Kernlernstunde, die wir vor den Fällen hatten auch schon mal so geübt mit den Regeln.

00:21:31: Wir hatten den Gunganmal als Ruhe-Signal und wir hatten gibt mir fünf als Aufmerksamkeitssignal.

00:21:39: Das habe ich mit den Kindern geübte.

00:21:40: Die haben irgendwie eine kleine Arbeit irgendwie erledigt.

00:21:43: Ich hab gesagt okay, wir üben das!

00:21:45: Und jetzt tun wir wieder so, als würden wir weiterarbeiten.

00:21:48: Dann habe ich da so lange geübt bis es automatisiert war und

00:21:53: mit Spaß.

00:21:55: Ihr übt wirklich wie man ein Klebestift holt?

00:21:58: Ja!

00:22:01: Diese zehn Minuten sind echt enorm wichtig viel wichtiger als meinen Arbeitsplatz in dem Moment.

00:22:10: Also... Da werden jetzt bestimmt einige Kolleginnen und Kollegen Und auch ich sagen, Jessica jetzt übertreibst

00:22:19: du.

00:22:20: Ja und das dürfen sie auch gerne.

00:22:21: aber dann lade ich euch zu einem kleinen Experiment einen Stoppmolizeit.

00:22:26: zum Beispiel wie oft unterbrecht ihr euren Unterricht?

00:22:31: weil Kinder einfach nicht wissen wie sie materiell holen sollen?

00:22:35: also wie oft?

00:22:36: Weil jemand reinruht wie auf weil jemand wartet Wie auf weil jemand irgendwas fragt und dann rechnet diese Minuten auf ein ganzes Schuljahr hoch und plötzlich sind meine zehn Minuten in der Methodenwoche, die ich dafür aufgebraucht habe zum üben.

00:22:54: Ja, sie sind nicht zu mehreren Unterrichtshagen geworden sondern die sind bei diesen Minuten

00:23:01: weil im Nachhinein also was du sagst ist Du übst es einmal dann können Sie Kinder und im Unterrichts in den darauffolgenden Wochen verlierst du keine Zeit Würdest du es nicht üben, hast du immer vielleicht so die ein zwei drei Minuten Verzögerung pro Unterricht.

00:23:21: aber wenn man das hochrechnet wären ja eigentlich schon drei Wochen.

00:23:26: Genau.

00:23:27: Ich übe ja mehr als einmal, also wir üben das in der Methodenwoche ziemlich extrem um das und ab und zu mal im Laufe des Jahres.

00:23:34: wenn er sich einschlafen muss man das nochmal justieren.

00:23:37: Und trotzdem würde ich behaupten dass ich weniger Zeit dafür aufwende Als andere Kollegen die wirklich fast jeder Stunde irgendwie das erstmal Den unterricht erstmals stoppen müssen um das gewährleisten zu können.

00:23:51: Also machst du rotin?

00:23:54: um keine Unterrichtszeit zu verlieren.

00:24:01: Ja, also und ich glaube das ist das eigentliche Missverständnis in wie viel denken Routinen kosten Unterricht-Zeit?

00:24:06: Und ich glaub Routine sind Unterricht und nicht Mathematik, nicht Deutsch aber Unterricht der Mathematika und Deutsch überhaupt mal möglich macht!

00:24:16: Okay jetzt bin ich wirklich gespannt.

00:24:19: Wenn Routineunterricht sind Woran merkst du eigentlich dass eine Klasse sie wirklich gelernt hat?

00:24:27: Naja, wenn man merkt dass sie es automatisiert irgendwie können das ich nicht mehr irgendwie nachjustieren muss.

00:24:36: Okay verstehe also Ich muss wirklich sagen du hast mich jetzt ein bisschen überrascht denn Also ich habe tatsächlich gedacht dass Kinder in der dritten Woche einfach mutiger werden.

00:24:48: Jetzt sagst Du Nee ist nicht so.

00:24:51: Sie versuchen erst mal rauszufinden wie Schule tatsächlich funktioniert.

00:24:55: Aber ehrlich gesagt frage ich mich, warum ist es eigentlich so schwer?

00:25:02: Also wir reden ja über Dinge was du vorhin auch schon mal glaube ich gesagt hattest die man ja eigentlich aus dem Kindergarten drauf haben sollte also sowas wie Jacke aufhängen oder Materialien wie ein Heft oder eine Schere holen.

00:25:20: Mal leise sein und zuhören.

00:25:24: Eigentlich klingt es doch nicht so kompliziert.

00:25:26: Genau, das ist der Punkt.

00:25:27: Für uns klickt das nicht so kompliziert für ein sechsjähriges Kind aber schon und ich glaube, dass liegt an etwas, was wir als Erwachsene ständig unterschätzen.

00:25:39: Was unterschätzen wir Erwachser?

00:25:40: Dass wir Schule mit den Augen von Menschen betrachten, die seit vielleicht dreißig Jahren Schule kennen.

00:25:46: Also für uns ist Schule irgendwie selbstverständlich.

00:25:48: Für Erstklässler ist sie eine völlig neue Kultur.

00:25:51: Okay, was meinst du da mit Kultur in dem Sinne?

00:25:54: Schule hat ihre eigene Sprache, ihre eigenen Regeln, ihre eigene Rituale, ihre eigen Erwartung und die kennen Kinder am ersten Schultag ja nicht.

00:26:03: Also niemand wird als Schulkind geboren und Kinder werden anfangen oder zu.

00:26:11: Das Kind soll seinen Platz finden Seinen Materialen finden Organisieren Zuhören Warten melden verstehen Wenn es auch verstehen, wer wann das sprechen darf unterscheiden welches selbst gemeint ist neue Kinder kennenlernen einer fremde Lehrkraft Vertrauen Arbeitsaufträge verstehen Das ganze bearbeiten und vielleicht sogar schon schreiben und Co.

00:26:35: Das enorm viel.

00:26:37: okay wenn du das so aufzählst Klingt schon relativ viel, was man eigentlich voraussetzt.

00:26:43: Nicht nur Vieles passiert auch alles gleichzeitig und genau das ist der Unterschied.

00:26:49: Genau das ist das Problem.

00:26:51: Nehmen wir mal den Satz, den wahrscheinlich Lela Kraftschulmal gesagt hat also bitte holt euer Mathe-Heft raus zum Beispiel Schlagseite blablabla auf.

00:27:00: Legt einen Bleivdiff bereit.

00:27:02: für uns ist das ein Satz Für ein Erzglasler steckt darin eine ganze Kette von Denkprozessen.

00:27:08: Also welches Hälft ist das mit der Hälfte?

00:27:11: Wo liegt es, wie erkenne ich die Seite?

00:27:14: Brauche ich jetzt schon den Bleistift?

00:27:16: Darf ich aufstehen?

00:27:17: Was mache ich wenn ich das Hälfe nicht finde?

00:27:20: soll ich warten bis alle fertig sind?

00:27:22: und und und Es ist nicht nur Einsatz.

00:27:24: Das ist an der ganzen Kette vom Denk Prozess.

00:27:29: Ich glaube Also ich versuche mich gerade so ein bisschen in die Situation rein zu versetzen.

00:27:37: Vielleicht kennen wir das von Elternabendin, wo wir sitzen und weiß nicht zum Beispiel eine Vorstellungsrunde.

00:27:44: dann ist, wo der Lehrer bei jedem Elternteil nachfragt?

00:27:48: Ich finde da ist man innerlich auch mal ein bisschen aufgeregt obwohl man eigentlich genau weiß was man sagt wie man heißt, wie das Kind heisst und sowas was man da den Vorstellungen sagt.

00:27:58: Aber trotzdem ist ja so eine innerliche Unruhe da.

00:28:03: Und das ist so, wie die Kinder dann komplett im Unterricht oft sind.

00:28:09: Also die dann auch irgendwie ein bisschen aufgeregt sind und Angst haben des Falschefs zu nehmen.

00:28:15: Das machen wir uns als Erwachsener nicht wirklich klar, dass diese Aufgeregtheit und vielleicht auch Angst vor Fehlern und also was eigentlich in den Kindern drin ist

00:28:27: Und darüber denkt man auch als Erwachsener wie gar nicht mehr nach und das nennt man übrigens Expertenblindheit.

00:28:34: Also Experten Blindheit bedeutet, dass wir vergessen, wie schwierig der Anfang war.

00:28:39: Wir können etwas so gut, dass die einzelnen Schritte nicht mehr richtig wahrnehmen.

00:28:44: also ist ein schönes Beispiel wäre zum Beispiel Autofahren.

00:28:50: Renaust du dich an deine erste Fahrstunde?

00:28:52: Leider ja.

00:28:54: Kupplung, Blinker, Spiegel, Schalten Gleichzeitig auf die Straße achten.

00:28:59: Ich bin dreißig gefahren und dachte, ich war hundert.

00:29:02: Also ich war ziemlich

00:29:03: überfordert.".

00:29:04: Ja!

00:29:04: Und heute steige ich so ins Auto, fährst zwanzig Kilometer kann sich kommen daran erinnern welchen Gang du eingelegt hast.

00:29:10: also und ordentlich weil Autofahren einfacher geworden ist sondern weil dein Gehirn viele Abläufe einfach automatisiert hat.

00:29:17: dasselbe es übrigens mit Schuhbinden.

00:29:20: also wenn man überlegt betrachtet doch mal die Hände beim Schuh binden.

00:29:24: das sind enorm viele abläufer die notwendig sehen dass ein schul wie geschlossen wird.

00:29:29: Und genau so ist es mittlerweile, alles erwachsene Personen denkt man nicht mehr nach wie man das macht.

00:29:35: Genau da passiert auch in der Schule nur eben dann umgekehrt.

00:29:39: für Erstklässler ist fast nichts automatisiert.

00:29:45: Also das heißt diese Automatisierung ist das worauf's eigentlich ankommt und was trainiert werden muss?

00:29:52: Genau und Automatisieren kommt mit Übung.

00:29:58: Auch das Problem, dass alles so gleichzeitig irgendwie aufeinander stört sozusagen.

00:30:05: Hier ist uns auch diese wichtige Lerntheorie von der Cognitive Low Theorie, also das von Zweller.

00:30:12: Wir hatten wir auch schon mehrfach angesprochen.

00:30:15: Der Grundgedanke ist eigentlich ganz einfach so unser Arbeitsgedächtnis ist ja begrenzt.

00:30:19: Das sind mittlerweile bekannt und es kann nur eine bestimmte Menge neuer Informationen gleichzeitig verarbeiten.

00:30:25: wenn dieser Kapazität überschritten wird dann lernen wir schlechter und zwar nicht weil wir nicht lernen wollen sondern weil unser Gehirn überlastet ist.

00:30:36: Also das heißt, das Problem ist gar nicht so was wie mangelnde Konzentration.

00:30:41: Ja oft nicht und es ist wichtig!

00:30:45: dass wir darüber reden.

00:30:46: Wir sprechen im Schule ganz schnell von Unaufmerksamkeit und dabei erleben viele Kinder schlicht eine Überforderung ihres Arbeitsgedächtnisses, deshalb finde ich den Begriff Konzentrationsproblem manchmal echt problematisch.

00:31:02: Häufig liegt das Problem ja gar nicht bei dem Kind selbst sondern wirklich in der Situation.

00:31:08: Und jetzt wird es auch spannend weil daraus folgt eine ganz praktische Konsequenz.

00:31:13: also Wenn möglichst viele Abläufe automatisiert sind, braucht das Gehirn dafür kommende Aufmerksamkeit.

00:31:20: Diese Aufmerksamkeit wird frei und genau diese freie Aufmerksamkeit steht dann für Mathematiklesen schreiben denken zur Verfügung.

00:31:28: Also das heißt wenn die Kinder nicht mehr überlegen müssen wie Material holen funktioniert bleibt mehr im Kopf fürs Lernen.

00:31:36: also ähnlich wenn ich Auto fahre und alles automatisiert habe könnte ich dabei mich mit meinem Beifahrer unterhalten, ein Podcast hören, telefonieren.

00:31:48: Was ich nicht könnte wenn ich die ganze Zeit auf alles konzentrieren muss und überlegen muss.

00:31:54: was muss ich jetzt tun?

00:31:56: Ja deswegen also Routinen sparen ja nicht nur Zeit.

00:31:59: Routine sparen tatsächlich auch Denkenergie und das ist ein riesiger Unterschied.

00:32:04: Wir spannen wir gewinnen dadurch nicht nur irgendwie Minuten sondern wir Gewinn-Lernkapazität.

00:32:10: Das muss ein Bewusstsein.

00:32:12: Und deshalb passt auch hier zum Beispiel die Theorie von Rosenschein ziemlich gut, viele kennen seine zehn Prinzipien erfolgreichen Unterrichts.

00:32:24: eins davon lautet neue Inhalte werden in kleinen Schritten eingeführt modelliert gemeinsam geübt und erst danach selbstständig angewendet.

00:32:33: Und interessant ist Rosenschein spricht dabei nicht nur über Mathematik oder Lesen, dieses Prinzip gilt genauso für Routinen.

00:32:43: also auch Material holen, Partnerarbeit aufräumen melden das wird alles nicht erklärt sie werden tatsächlich unterrichtet.

00:32:54: okay finde ich eigentlich ganz spannend weil das hattest du glaube ich am Anfang auch schon mal in die Richtung so formiert.

00:33:03: Du stellst damit Routine auf die gleiche Stufe wie Fachunterricht.

00:33:09: Ja, weil sie nach denselben lernpsychologischen Prinzipien funktionieren.

00:33:13: Also einmal erklärt ist einfach nur eine Information und Unterricht beginnt erst wenn wir wirklich vormachen Wenn wir einmal zeigen.

00:33:22: daher auch die wichtige Rolle der Lehrkraft als Beispiel zum Beispiel.

00:33:27: Es geht auch darum gemeinsam zu üben Rückmeldung zu geben und zu wiederholen.

00:33:31: Und genau deshalb sage ich Die Methodenwoche ist keine Woche ohne Unterricht.

00:33:36: Sie isst Unterricht von sich aus schon

00:33:39: Okay.

00:33:40: Man merkt, dass du da sehr emotional bist bei dem Thema was ich toll finde?

00:33:44: Naja!

00:33:45: Weil der Fokus legt meistens oft in der Vorbereitung dieser Woche irgendwie anfangs nur falsch.

00:33:50: Also wenn man sich Instagram und Pinterest anguckt, da geht es immer nur um Deko, um Spiele, um Kennenlernen... Und darum geht's nicht!

00:33:57: Wir müssen die Kinder in das System Schule einführen.

00:33:59: Das geht nicht.

00:34:00: Irgendwie nur mit Deko-Basselideen und sonstiges.

00:34:03: Okay ich glaube...

00:34:04: Warte, um sich dann zu wundern dass nach drei Wochen die Stimmung kippt und die Kinder nicht mehr zu händeln sind?

00:34:10: Weil sie dann ihr wahres Gesicht zeigen.

00:34:13: Aber ich verstehe so langsam, warum du so viel Wert auf die Zeit legst.

00:34:20: Jetzt möchte ich wissen wie das konkret aussieht?

00:34:24: Was unterrichtest du in der Woche?

00:34:26: Also nur Regeln oder was steckt dahinter?

00:34:31: Natürlich nein!

00:34:32: Ehrlich gesagt finde ich das sogar sehr problematisch.

00:34:35: Warum?

00:34:36: Weil wir Regel auch überschätzen.

00:34:38: Wir glauben wenn Kinder eine Regel kennen dann halten sie sich.

00:34:41: auch daran, aber Lern funktioniert so nicht.

00:34:45: Fragt mal im Collegium zum Beispiel wie oft abt ihr euren Kindern schon erklärt dass sie sich melden sollen.

00:34:50: dann lachen alle.

00:34:51: natürlich kennt die Kinder diese Regel und trotzdem rufen Sie dazwischen warum ja?

00:34:57: also nicht weil sie die Regeln vergessen haben sondern weil Wissen und Handeln zwei unterschiedliche Dinge sind

00:35:03: okay

00:35:05: um.

00:35:05: das gilt Übrigens nicht nur für Kinder, sondern auch für Erwachsenen.

00:35:09: Und fast jeder weiß dass Bewegung gesund ist Das Schlaf wichtig ist das man genug trinken sollte und trotzdem handeln wir nicht immer danach.

00:35:20: Nur weil ich etwas weiß kann Ich es lange nicht zuverlässig umsetzen.

00:35:24: und genau deshalb reicht Es ordentlich einfach nur eine regeln zu erklären.

00:35:28: Regeln müssen in Handlungen überführt werden und genau dort beginnt Unterricht.

00:35:32: das heißt Die Methodenwoche besteht gar nicht aus Regeln.

00:35:37: Nein, sie bestehen aus Training.

00:35:39: Training, Training, training und das ist ein großer wichtiger Punkt.

00:35:44: Ich nehme zum Beispiel ein Beispiel Material holen.

00:35:47: Früher habe ich gesagt, holt das FDXY-Holt bitte

00:35:50: den Kleberstift leid.

00:35:53: Dann sprangen zwanzig Kinder gleichzeitig auf.

00:35:55: Zwei standen sich im Weg einer nahm gleich drei der andere fang gar keinen Und nach zwanzig Sekunden war ich mitten im Organisieren.

00:36:06: und heute, und wirklich also gucken das kein Streit entsteht.

00:36:10: Das war Wahnsinn!

00:36:11: Und heute würde ich das niemals mehr so machen.

00:36:14: Also ich hole den Klebestift erst mal selbst ganz langsam.

00:36:20: Ich kommentiere was ich tue.

00:36:22: Ich schiebe meinen Stuhl heran.

00:36:25: Ich gehe ruhig zum Regal.

00:36:30: den Klebestift, den einen, den ich genommen habe.

00:36:33: Ich liese die Schublade, ich gehe leise zurück und danach frage ich was ist euch aufgefallen?

00:36:41: Und dann ist es spannend!

00:36:42: Die Regeln kommen fast von allein und zwar von den Kindern und nicht von mir.

00:36:47: Dann sagen die Kinder sowas wie du hast nur... Einen Klebestift genommen, du bist langsam gegangen.

00:36:53: Du warst leise!

00:36:54: Du hast dich Schublade wieder zugemacht und ich muss diese Regeln gar nicht vorgeben sondern die Kinder entdecken sie von selbst.

00:37:05: Und das steigert deutlich die Akzeptanz weil die Kinder merken okay die Regen kommen nicht von mir sondern die haben sich selbst irgendwie ausgesprochen d.h.

00:37:12: Sie können nichts anderes tun als sie zu akzeptieren.

00:37:15: in dem Moment

00:37:18: Also, finde ich klingt so ein bisschen wie bei meinem Fußballunterricht.

00:37:21: Da muss ich ja auch relativ viel vormachen oder mache relativ viel vor und zeige den Kindern die Dinge ablaufen.

00:37:30: Ja das klingt schlechter Vergleich.

00:37:31: also niemand würde einer Fußballmannschaft erklären wie man einen Pass spielt zum Beispiel?

00:37:37: Ja und

00:37:37: einfach sagen spielt mal ein Pass!

00:37:40: Und dann sagen okay, das reicht jetzt schon fürs ganze Jahr.

00:37:43: Ich hab's einmal gesagt für innerlicht fertig Es wird vorgemacht es wird geübt es wird verbessert es gibt eine rückmeldung man probiert normal und ist mein wiederhol das Ganze bis es irgendwie immer wieder ja immer wieder klappt.

00:37:56: und warum glauben wir dass unterrichtsverhalten anders gelernt wird?

00:38:01: Ja, deswegen passt an der Stelle die Theorie von Rosenchanin ziemlich gut und seine Prinzipien dann zum erfolgreichen Unterricht.

00:38:09: Also es geht wirklich darum genau das zu machen wie Routine einführen.

00:38:17: wir erklären nicht nur sondern wir zeigen wir üben wir beobachten wir korrigieren wiederholen und irgendwann läuft der Ablauf automatisch

00:38:27: Okay, also das heißt Material holen wird eigentlich genauso unterrichtet wie der Buchstabe M. Also nachgeschult und...

00:38:36: Genau!

00:38:37: Und Metrückmeldung.

00:38:39: und wir wiederholen nochmal und wir probieren es normal und alles wertschätzend und ich finde dieser Gedanke verändert unglaublich viel denn plötzlich merken wir dass Routinen kein Vorprogramm sind wo du gesagt hast irgendwie was die Kinder alles vom Kindergarten irgendwie mitbringen sollen dass sie sind Unterricht.

00:38:59: Und dieser Satz, das habe ich doch schon erklärt ist eigentlich dann etwas was man aus seinem Wortschatz streichen sollte oder?

00:39:08: Genau weil die richtige Frage sollte eigentlich sein wie oft haben wir es gemeinsam geübt?

00:39:14: Und das ist ein riesiger Unterschied.

00:39:16: Unterricht beginnt nicht, wenn ich etwas sage... ...unterricht beginnend, wenn Kinder ihr Verhalten verändern will und das braucht Zeit, es braucht Wiederholung,... ...das braucht viel Geduld, viel Unterstützung und manchmal müssen wir den selben Ablauf einfach vielleicht zehn mal üben.

00:39:32: Nicht weil die Kindern langsam lernen sondern weil Lernen genau so funktioniert.

00:39:38: Also mich beruhigt das Ganze ehrlich gesagt erstmal, weil Ich dachte schon, du hättest immer Einschüler gehabt die nach zwei Tagen dann perfekt funktionieren.

00:39:47: Ja schön wär's!

00:39:49: Nein es gibt auch Tage bei mir bei denen wir eine Routine üben und ich denke jetzt sieht sie und am nächsten Tag stehen plötzlich wieder jemand mit einem Raum und fragt ob er jetzt auch schon irgendwie den Klebe steht oder darf zum Beispiel?

00:40:04: Dann atme ich tief rein und raus vielleicht noch mal und dann denke okay gut dann müssen wir noch einmal weiterüben.

00:40:11: Also der Fehler ist nicht beim Kind, sondern dann sitzt das noch gar nicht und dieses Kind braucht noch Unterstellung.

00:40:18: Machen wir nochmal!

00:40:20: Ja und genau deshalb möchte ich auch noch ein Gedanken ergänzen.

00:40:23: viele verbinden zum Beispiel Classroom Management mit Konsequenzen Regeln oder Disziplinen.

00:40:29: Okay aber da hatten wir auch schon mal drüber gesprochen dass es wichtige Teile vom Classroom management sind

00:40:36: Zum Beispiel Kuna, Everton und so weiter.

00:40:39: Die zeigen etwas ganz anderes.

00:40:41: also gutes Klassenmanagement beginnt nicht mit Reaktion sondern mit Prävention.

00:40:48: Und je klar die Abläufe sind, je vorher siebacher Unterricht ist, je sicherer die Kinder wissen was als nächstes passiert desto weniger muss ich später eingreifen.

00:40:59: Und deshalb sage ich auf gutes Classroom Management, erkennt man nicht daran wie gut die Lehrkraft auf Störungen reagiert sondern daran wie viele Störung gar nicht erst entstanden sind.

00:41:12: Das ist für mich ein interessanter Perspektivwechsel und das erinnert mich an eine Folge Ich weiß nicht mehr welche das war wo wir auch drüber gesprochen haben dass du viel gestikulierst und non-verbal Und dadurch auch versuchst schon Störungen im Vorfeld, also bevor sie tatsächlich passieren oder Dinge die du siehst.

00:41:38: Bevor Sie zur Störung werden nonverbal entgegen gehst und diese Routinen wären dann ja so eine Art mehr Programm was dich eigentlich dabei unterstützt diese ganzen anderen Störung im Griff zu halten.

00:41:56: Also investierst Du am Anfang viel Zeit damit du später möglichst wenig Zeit für die ganze Organisation brauchst.

00:42:05: Ja, und deswegen ist die Methodenwoche für mich keine Woche in der noch nicht richtiger Unterricht hat findet wie man so schön hört immer wieder sie ist die Woche in welcher wir die Voraussetzungen schaffen damit Unterricht ja den Rest des Jahres überhaupt gelingen kann.

00:42:22: also Wir werden natürlich kurze Lernphasen haben.

00:42:25: Sie dienen aber eher dem Training.

00:42:28: Jessica.

00:42:29: Wenn ich jetzt so auf unser Gespräch zurückblicke, würde ich sagen dass wir eigentlich die ganze Zeit über Unterricht gesprochen haben und gar nicht mehr so über diese Methodenwoche.

00:42:42: Ja das ist wahrscheinlich die wichtigste Erkenntnis dieser Folge!

00:42:46: Ich glaube der Begriff Methodenwache führt uns ein bisschen in die Irre.

00:42:50: Er klingt als gäbe es eine Woche in der Wirbutin unterrichten und danach beginnt er eigentliche Unterricht.

00:42:58: Genau das Gegenteil.

00:43:01: Die Methodenwoche endet eigentlich nie!

00:43:04: Okay, warum?

00:43:07: Weil Unterricht niemals fertig ist.

00:43:08: Wir führen auch den Buchstaben M nicht einmal ein und sagen dann auch gut, dass dem mal ist abgeschlossen.

00:43:15: Wir lesen ihn, wir schreiben ihn, erkennen ihn wieder, werden ihn an über Wochen oder Monate manchmal.

00:43:22: Und manchmal weiter.

00:43:24: Also warum sollten Routinen anders gelernt werden?

00:43:27: Auch zuhören, Partnerarbeit, Materialorganisationen, Hilfe holen entwicklen sich auch nicht anfangs mal so in einer Woche sondern sie entwickeln sich über das ganze Jahr und ich beginne damit in den ersten Tage.

00:43:42: aber ja ich höre eigentlich nie damit auf.

00:43:46: also ich finde es verändert für mich auch ein bisschen den Blick auf den Unterricht.

00:43:54: Man spricht ja oft eigentlich über Kompetenzen als über Routinen.

00:44:01: Ja, das verändert den Blick auf Unterricht ziemlich grundlegend finde ich.

00:44:05: wir sprechen häufig über Fachkompetencen, Lesekompetenz, Rechtschreibkompetenz und Rechtenkompetent usw.

00:44:11: Aber unterricht besteht aus viel mehr.

00:44:14: Kinder entwickeln gleichzeitig Selbststeuerung, Kooperationsfähigkeit, Aufmerksamkeit Planung, Reflexion, Eigenverantwortung.

00:44:23: Das sind keine Soft Skills, das sind Lernvoraussetzungen.

00:44:28: Genau deshalb gehören sie nicht an den Rand des Unterrichts sondern sie gehen mittendrin.

00:44:34: Die Basis ist das Fundament.

00:44:38: Das erinnert mich gerade an etwas was du vor einiger Zeit mal gesagt hattest.

00:44:44: Du hast mal gesagt wir bewerten Verhalten oft obwohl wir es nie unterrichtet haben

00:44:51: Und ich würde diesen seit heute nochmal irgendwie sagen und sogar zuspitzen.

00:44:55: Verhalten ist häufig kein Charakter, sondern verhalten ist ein Lernstand!

00:44:59: Wenn ein Kind ständig dazwischen ruft, frage ich heute nicht mehr zuerst warum man... ist dieses Kind so unruhig, sondern hat dieses Kind gelernt wie man sich an einem Gespräch inwieb beteiligt.

00:45:09: Und wenn ein Kind nie Material dabei hat, frage ich nicht okay warum er dieses Kind oder warum ist das Kind so uneorganisiert?

00:45:17: Sondern haben wir Material-Organisationen oder Organisationestrategien überhaupt gemeinsam aufgebaut und da ändert sich einfach plötzlich mein Blick auf Unterricht dann komplett.

00:45:28: nicht die Defizite stehen im Vordergrund, sondern die Entwicklung.

00:45:33: Ich würde sagen wir kommen Richtung Ende unserer Folge und ich glaube, wir hatten das Wort Hatti noch gar nicht.

00:45:42: Findet man bei Hatti was über diese Routinen?

00:45:48: Ja, die Methodenwoche.

00:45:49: Wenn wir über Unterrichtsqualität sprechen zum Beispiel geht es oft um Methoden und dabei zeigt Hattis Forschung immer wieder dass erfolgreiche Lehrkräfte vor einem Klarheit schaffen.

00:45:59: Klarheit über Ziele, Klarheit Über Erwartungen, Über Abläufe.

00:46:04: Kinder lernen erfolgreicher wenn sie verstehen was sie tun sollen warum sie es tun sollen woran Sie erkennen wie sie erfolgreich waren Und das gilt für Mathematik genauso wie für Routinen.

00:46:15: Wenn Kinder wissen, wie gutes Zuhören aussieht.

00:46:19: Wie Partnerarbeit gelingt oder wie Materialohlen funktioniert dann steigt nicht nur die Ordnung es steigt ein Fahrt-die-Lernzeit.

00:46:29: Vor einigen Jahren hat mir einen Kollegen den Satz gesagt den ich immer noch im Kopf habe Du musst Nicht alles selbst machen.

00:46:38: Du musst Kinder dazu befähigen, es selbst zu

00:46:40: tun.".

00:46:41: Und das sagt... Das ist auch in der Montessurien wie hier im Pädagogik so.

00:46:45: Ich helfe dir es selbst zutun und das finde ich enorm wichtig!

00:46:50: Heute steckt einfach ganz viel Unterricht da drin und das ist unser Beruf nicht möglichst viele Probleme selbst lösen sondern wirklich Kinder dazu befähigen ihre Probleme selbst zu lösen so, dass ich mich überflüssig machen kann.

00:47:10: Mit Überflüssigkeit meinst du dann... Du bist nicht mehr die Problemlöserin für alle?

00:47:15: Nee, mein Stil ist das Kinder irgendwann nicht mehr bei jedem kleinen Problem wie nach mir schauen sondern wirklich zuerst überlegen, nachschauen sich gegenseitig helfen, meine Strategie anwenden oder erst dann zu mir kommen wenn sie nicht weiter wissen.

00:47:31: und wenn das gelingt ist das für mich Echte Selbstständigkeit.

00:47:36: Da sind die Momente, da feiere ich innerlich wirklich.

00:47:40: Also du bist dann eher der Telefon-Joker bei Wer wird mir ja näher?

00:47:44: Der man sehr gezielt einsetzt und vorher alles überlegt und vielleicht mal das Publikum fragt.

00:47:53: Okay also jetzt hört jemand vielleicht die Folge, der zum ersten Mal eine Klasse übernimmt.

00:48:05: Vielleicht sitzt die Person gerade zwischen Arbeitseften, Bassett an Namen, Schilder und Materialkisten.

00:48:12: Wenn du dieser Person jetzt grad dabei ist ihre erste Klasse vorzubereiten ein einzigen Rat geben dürftest welcher wäre das?

00:48:24: Ich würde sagen, ich plane nicht zuerst die erste Deutschstunde oder die nächste Mathe-Stunde.

00:48:29: Überleg für dich welche Klasse du bis zu den Herbstferien haben möchtest und dann kannst du dich fragen wie sollen die Kinder den Raum betreten?

00:48:39: Wie sollen sie Hilfe organisieren?

00:48:41: Wie sollen Sie miteinander sprechen?

00:48:43: Wie sollten sie arbeiten wenn sie fertig sind?

00:48:50: Welche Selbstständigkeit möchtest du im November tatsächlich sehen?

00:48:53: Und dann plan genau diese Kompetenzen.

00:48:56: Also mit derselben Sorgfalt, mit der du deinen Klassenraum irgendwie organisiert oder die nächste Mathestunde plant.

00:49:05: Denn genau das ist dann Unterricht und nicht nur Fachwissen vermitteln sondern wirklich Menschen kleine Menschen befähigen gemeinsam zu lernen.

00:49:14: Das ist das Ziel.

00:49:17: Also man soll ein Bild seiner Wunschklasse oder Traumklasse im Kopf haben und dann überlegen,

00:49:24: wie

00:49:25: komme ich dahin?

00:49:26: Welche Eigenschaften muss ich meiner Klasse beibringen.

00:49:29: Wahrscheinlich wirst du das nicht exakt so schaffen Bis November und mit dem

00:49:35: Gewissen, dass die Kinder nicht fertig gebacken in die Schule kommen.

00:49:38: Also ich glaube das ist der wichtiger Punkt wenn wenn die Kollegen merken es sie wirklich im Kopf haben Die Kinder kommen nicht gebackengfertig zu uns Und wir können gleich mit deutschland mathe einsteigen sondern wir müssen sie an dem system irgendwie erst mal das System einführen, dass sie in die Schule kennenlernen und wissen sehen wie es läuft.

00:49:56: Und wenn das sitzt dann kann ich weitermachen mit deutschem Mathe.

00:50:00: Also das ist auch tatsächlich der Satz der MIR heute so in der Folge im Kopf bleiben wird Die Kinder lernen nicht zuerst Lesen schreiben und rechnen sondern die Kinder lern zuerst Schule.

00:50:15: Ja genau also und das ist ein Weg die ja Teil meiner Methodenwoche.

00:50:22: Tatsächlich

00:50:23: haben wir ja fast eine Stunde darüber gesprochen und eigentlich müssten wir jetzt nochmal tiefer in die Methodenwoche einsteigen Beispiele durchgehen.

00:50:36: aber ich würde sagen damit es spannend bleibt

00:50:40: Das machen wir nächste Woche.

00:50:42: Nächste Woche bekommt ihr einen Einblick, wie ich meine Methodenwoche für die Flexklasse eins zwei vorbereitet habe.

00:50:51: Also wirklich aktuelle Sachen, die du diese Sommerferien ausgearbeitet hast... für die neue Klasse, stellst du dann vor?

00:50:59: Genau.

00:50:59: Da gehen wir genau durch welche Kompetenzen ich bei den Kindern in dieser Woche aufbauen möchte.

00:51:06: was wird tatsächlich an Verhalten geübt oder welches Verhalten wir dann konkret üben werden mit welchem Ziel?

00:51:14: tatsächlich?

00:51:17: eine Übungsphase also eine Trainingsphase hat immer irgendwie eine kurze Lernzeit zu tun.

00:51:23: Die ist aber die leeren Voraussetzung, damit die Kinder das wirklich bearbeiten können.

00:51:29: Und genau dann nächste Woche besprechen wir meine komplette Planung so zu.

00:51:34: Ich bin gespannt.

00:51:35: Ich auch.

00:51:36: Euch vielen Dank fürs Zuhören!

00:51:37: Ich bedanke mich ebenfalls für's Zuhören und die zahlreichen Mails, die uns erreicht haben.

00:51:42: Ja auf jeden Fall.

00:51:44: und die gute positive Rückmeldung in den Mails

00:51:47: Genau, die ist immer erfreulich tatsächlich.

00:51:50: So freue ich mich jedes Mal und wertschätzen.

00:51:53: Vielen Dank für die Wertschätzung und wir hören uns nächste Woche Montag wieder!