Der Podcast für Lehrer, Grundschule & Unterricht
00:00:00: Herzlich willkommen zu einer neuen Folge von Elementalissen, dem Grundschubbittungspodcast.
00:00:05: Ich bin Steffen
00:00:06: und ich bin Jessica.
00:00:07: Jessica die letzten Folgen haben wir uns verstärkt um die erste Klasse gekümmert.
00:00:12: jetzt wollen wir uns mal die anderen Klassen angucken.
00:00:15: und zwar gibt es ein Phänomen das man als Fachlehrkraft oder Klassenergraft feststellt dass Dinge die Schüler vor den Sommerferien gut konnten und sie gut saßen auf einmal nicht mehr abrufen können.
00:00:29: Also als Beispiel Mathe-Stunde bei dir, du schreibst eine Aufgabe an die Tafel und plötzlich fangen die Kinder mit den Fingern an zu zählen.
00:00:39: Und irgendwo sagt bestimmt ein Kind wie geht es nochmal?
00:00:45: Dann steht man als Lehrer da und denkt sich bestimmt vor den Ferien konnten die das doch noch alles.
00:00:53: Ja der nächste Gedanke ist häufig ja sie haben über die Ferien alles vergessen.
00:00:58: Also genau da wird es interessant, denn wenn ein Kind etwas gerade nicht zeigen kann das ist halt lange nicht dass das Wissen einfach weg ist.
00:01:08: Und auch wäre es genauso falsch zu sagen, ach das kommt alles von alleine wieder.
00:01:13: Also natürlich vergessen die Kinder auch Dinge und Fertigkeiten können weniger flüssig werden.
00:01:19: Manchmal merken wir nach den Fan auch okay dass von dem wir im Juni vielleicht dachten das ist ja sicher war vielleicht doch nicht ganz so stabil verankert und deshalb möchte ich heute genau inschauen.
00:01:32: Also was passiert eigentlich mit Lernen während einer längeren Pause?
00:01:36: oder warum können Kenner Dinge nach den Fanschen bei plötzlich nicht mehr?
00:01:41: Was ist dann tatsächlich vergessen, oder was ist nur gerade schwer abrufbar?
00:01:46: und darum geht es heute.
00:01:48: Wie können wir als Lehrkraft den Unterschied erkennen?
00:01:53: Also es ist weder die Ferien sind schuld noch das bilden wir uns alles neu ein
00:01:57: Genau.
00:01:58: Also die Forschung zeigt tatsächlich Veränderungen über längere Ferienzeiten, aber sie erzählt eben nicht diese einfache Geschichte sechs Wochen keine Schule und gleich sechs Wochen Wissen einfach mal weg.
00:02:10: Lass uns mal einfach diesen typischen Moment nehmen.
00:02:14: also das Kind sitzt vor einer Aufgabe und kann etwas plötzlich nicht mehr.
00:02:19: was genau steckt dann dahinter?
00:02:22: Na erstens, das Wissen ist grundsätzlich vorhanden.
00:02:25: Aber der spontane Abruf gelingt gerade nicht?
00:02:28: Das wäre sozusagen Fall Nummer eins.
00:02:30: Genau!
00:02:31: Fall Nummer zwei wäre dann das Wissen ist vorhanden, aber die Fähigkeit ist nicht mehr so flüssig oder automatisiert verfügbar wie es vielleicht vor den Ferien der Fall war.
00:02:43: Und drittens wäre dann Das Wissen war vielleicht schon vor den ferien nicht besonders stabil verankert und Teile davon wurden dann tatsächlich vergessen.
00:02:52: und jetzt kommt Das Problem von außen.
00:02:55: können diese drei Situation zunächst fast gleich aussehen und das Kind stockt.
00:03:02: Es macht vielleicht ein Fehler, es fängt nochmal an zu zählen oder es fragt vielleicht wie ging das noch mal?
00:03:08: Okay also was du sagst ist, es gibt unterschiedliche Probleme aber du kannst im ersten Augenblick nicht feststellen nur durch Beobachtung welches dieser Probleme zutrifft.
00:03:21: Genau Deshalb ist unsere Aufgabe nicht sofort sagen, vergesst.
00:03:28: Unsere Aufgabe ist herauszufinden was gerade los ist und was passiert hier.
00:03:35: Darum geht es heute in der Folge.
00:03:38: Dann lass uns erstmal die Grundfrage klären.
00:03:42: also wie ist das eigentlich messbar?
00:03:46: Können Kinder nach den Sommerferien tatsächlich weniger?
00:03:50: Ja!
00:03:51: Ja, also solche Effekte wurden in der Forschung gefunden.
00:03:56: Eine klassische Arbeit dazu stammt von... Harrys Cooper zum Beispiel, unseren Forscher-Team aus dem Jahr nineteenhundertsechsundneinzig.
00:04:06: Also ein bisschen älter.
00:04:08: und das war eine Metaanalyse also eine Zusammenfassung vieler Untersuchungen bei denen wirklich Leistungen vor und nach den Sommerferien betrachtet wurden und dort zeigte sich im Durchschnitt tatsächlich einen Rückgang bestimmter schulischen Leistungen.
00:04:24: Nicht in allen Bereichen gleich stark, aber besonders auffällig waren Rückgänge.
00:04:28: bei mathematischen Rechenfertigkeiten zum Beispiel oder auch bei der Rechschreibung wurden Rückgänger beobachtet.
00:04:36: Beim Lesen war das Bild zum Beispiel deutlich unheimheitlicher.
00:04:40: Okay also moment mal wenn die Ferien einfach wissen löschen würden müsste doch eigentlich alle schlechter werden und nicht nur bestimmte Teile.
00:04:51: Ja, das ist der Punkt.
00:04:51: Also wenn sechs Wochen ohne Schule automatisch dazu führen würden, dass schulisches Wissen allgemein zerfällt zum Beispiel dann müssten wir ähnliche Veränderungen in allen Bereichen sehen und das tun wir halt nicht.
00:05:05: Aber warum trifft es denn zum Beispiel Mathematik stärker?
00:05:08: Eine naheliegende Erklärung ist halt die Nutzung.
00:05:11: Also viele Kinder lesen auch in den Ferien zum Beispiel und vielleicht kein Roman, aber Comics-Spielanleitungen, Nachrichten, Speisekarten, Straßenschilder also Texte im Computerspiel lesen begegnet im Alltag irgendwie ständig.
00:05:28: Aber wir häufig zerlegt ein Kind in den Sommerferien systematisch zahlen zum Beispiel so wie häufig übt es ihn wie acht plus sieben?
00:05:38: Und wie häufig rechnet es Aufgaben mit Zehnerübergang?
00:05:44: oder wie oft wird es sich ein Blatt Papier genommen haben und das schriftliche Rechenverfahren mal geübt haben.
00:05:51: Also viele diese Fähigkeiten werden in der Schule intensiv genutzt, aber außerhalb des Kontexts dann also des Kontexschule einfach halt deutlich seltener.
00:06:01: Das ist das Problem.
00:06:03: Okay, das wäre eine einfache Klärung.
00:06:05: Also im Endeffekt sagst du... Was man sechs Wochen lang nicht benutzt, wird vergessen.
00:06:11: Oder ist nicht mehr so gut abrufbar?
00:06:13: Ja und genau da müssen wir aufpassen denn auch die Forschung... ist zum sogenannten Summerslide inzwischen auch deutlich differenzierter.
00:06:23: Neuere Studien z.B.
00:06:25: haben auch ja gezeigt und auch manche Aussagen, frühere Älteren-Aussagen, wie revidiert, in Teilen zum Teil weil manche Ältern auch sagen über sehr große sommerliche Lernverluste könnten auch davon abhängen, wie gemessen wurde.
00:06:43: Und das ist wichtig!
00:06:44: Wir sprechen hier nicht über eine Naturkonstante.
00:06:48: Es gibt nicht diesen Einwert.
00:06:50: ein Kind verliert über die Sommerferien exakt so viele Prozente wie Mathematik und Fähigkeiten.
00:06:58: So funktioniert Lernen halt nicht.
00:07:00: je nach Kompetenzbereich Alter-Kind Messverfahren sehen die Ergebnisse dann unterschiedlich aus und deshalb finde ich sogar den Begriff Lern Verlust manchmal wirklich schwierig.
00:07:12: Also es gibt nicht irgendwie, das Kind hat fünf Prozent auf der Lernverlustskala verloren?
00:07:18: Genau!
00:07:19: Das gibt's halt nicht.
00:07:21: Okay aber manchmal finde ich wird sich das trotzdem so anders als ob das Wissen einfach verschwindet.
00:07:26: Ja also als hätten wir vielleicht ein Tank und im Juni waren noch hundert Prozent wissender drin und nach den Ferien kommt nur noch mit achtzig Prozent.
00:07:35: irgendwie so funktioniert Gedächtnis aber nicht.
00:07:38: Ich kann mich erinnern, dass bei diesen Sommerferien bei der Hathi-Studie auch Einschränkungen gemacht wurden.
00:07:45: Weil in manchen Ländern vor allen Dingen Amerika glaube ich sind teilweise die Sommerferian ja viel länger als in Deutschland.
00:07:53: also da reden wir dann nicht von sechs Wochen sondern teilweise von zwei Monaten was ja auch daher rührt das Kinder zumindest früher oder auch als Erntehelf und alles eingesetzt worden.
00:08:07: Gibt es da auch dann deutsche oder zumindest europäische Studien, wo die Sommerferien vielleicht vergleichbar lang wie bei uns sind?
00:08:17: Ja, die gibt's ja auch tatsächlich.
00:08:19: Eine Studie stammt aus Österreich von Pechta und Kollegen.
00:08:24: Untersucht wurden einhundert zweiundachtzig Schülerinnen im Alter von zehn bis zwölf Jahren vor- und nach neun Wochen Sommerferieren.
00:08:35: Und das Spannende war, die Ergebnisse gingen nicht alle in dieselbe Richtung.
00:08:40: Also beim rechnerischen Denken zum Beispiel und bei der Rechschreibung zeigten sich Rückgänge Die Lesenfertigkeit verbesserte sich dagegen und die festgestellten Rückgange konnten nach dem Wiedereinstieg in die Schule wieder aufgeholt werden.
00:08:57: Okay also das passt tatsächlich nicht zu dieser Grundtese.
00:09:01: Ferien macht das Wissen kaputt.
00:09:03: Nein, deshalb müssen wir unterscheiden und die verschiedenste Prozesse quasi auseinanderhalten.
00:09:10: Okay ja aber wenn das Wiss nicht einfach gelöscht wird was passiert dann beim Vergessen?
00:09:18: Ja das ist spannend also denn wir denken Über vergessen, meistens sehr schwarz und weiß.
00:09:24: Und entweder ich weiß es oder ich habe es einfach vergessen.
00:09:27: und Gedächtnis ist aber komplexer.
00:09:29: eine hilfreichere Unterscheidung aus der Gedechnis Vorröschung ist die zwischen der Stärke einer Gedächnisspur und ihrer momentanen Abrufbarkeit.
00:09:41: und vereinfacht gesagt etwas kann langfristig gelernt worden sein und trotzdem in einem bestimmten Moment schwer zugänglich sein
00:09:51: Also sowas wie Wortfindungsstörung oder wenn man einen Namen von jemandem auf einmal gar nicht mehr weiß, obwohl man den normalerweise mal parat hat.
00:10:02: Ja du kennest die Person und weißt dass du den Namen eigentlich kennst.
00:10:06: Du kommst einfach nicht mehr drauf und zwei Stunden später sitzt du in der Worte und plötzlich fällst dir ein!
00:10:12: Also du hast diesen Namen nicht in den zwei Stunden neu gelernt sondern... Der Zugriff drauf hat sich verändert.
00:10:21: Natürlich können wir dieses Beispiel nicht eins zu eins auf schulisches Lernen übertragen, aber es zeigt schon einen wichtigen Unterschied.
00:10:29: also Nicht abrufen kann ist nicht automatisch deshalb wie nicht gelernt haben.
00:10:36: Okay verstehe Dann lass uns mal zurückgehen zu dem Kind was acht plus sieben rechnet und vor den Ferien Konntest die Aufgabe.
00:10:47: Jetzt fängt es wieder an zu zählen.
00:10:50: Was muss ich dann da als Lehrkraft machen?
00:10:53: Nehmen wir an, das Kind hat vor den Fällen gelernt okay sieben plus sieben ist vierzehn also kann nicht acht plus siebe über die Nachbaraufgabe zum Beispiel lösen.
00:11:03: Vor den Fähnen lief es vielleicht so acht plus Sieben, sieben minus sieben sind vierzehnt also noch eins fünfzehn mit der Strategie und wie.
00:11:14: Und jetzt sind sechs Wochen vergangen, das Kind sieht acht plus sieben und beginnt wieder zu zählen.
00:11:19: Jetzt kann ich sagen okay das kannst du ja gar nicht mehr.
00:11:23: oder ich gebe einen kleinen Hinweis welche ähnliche Aufgabe kennst du ganz sicher?
00:11:29: Das Kind überlegt und dann kommt es vielleicht auf sieben plus siebe Und wie hilft ihr das?
00:11:36: Dann entwickelt sich dann ein Gespräch.
00:11:38: Dann ist acht bis sieben, eins mehr also fünfzehn und plötzlich habe ich eine völlig andere Information.
00:11:44: Also die Strategie war ja nicht weg und das ist eigentlich das was für Mathematik genau wichtig ist.
00:11:50: Sie wurde anfangen nicht spontan aktiviert aber sie ist ja vorhanden.
00:11:55: Aber das Zehen hab' ich ja trotzdem beobachtet.
00:11:58: Diese Beobachtung ist wichtig.
00:12:00: Die Fehldiagnose wäre nur das Kind beherrscht, die Strategie ja nicht mehr denn nach einem kleinen Impuls ist sie plötzlich verfügbar.
00:12:08: und genau deshalb ist die Frage was passiert?
00:12:12: Nach einem kleinen Hinweis für mich am Schulanfang eigentlich so wertvoll.
00:12:17: also diese Beobuchtung irgendwie dieser Unterscheidung zu machen ist enorm wichtig.
00:12:22: Also würden wir dann wieder auf diesen Namen gucken würden.
00:12:25: Ein Impuls könnte zum Beispiel sein.
00:12:28: Mir fällt der Name nicht ein und jemand würde sagen, er beginnt mit M. Das könnte der Impulz sein.
00:12:34: wo ich dann sage alles klar stimmt das war ja Martin zum Beispiel.
00:12:38: Und so ähnlich würdest du es auch empfehlen erst mal einen Impuls geben.
00:12:42: Genau
00:12:45: Gut wir hatten ja Mathe.
00:12:47: jetzt würde das auch bei den anderen genauso funktionieren?
00:12:51: Ja, bestimmt.
00:12:52: Also stell dir mal drei Kinder am ersten Schultag vor.
00:12:55: Kind eins fragt ja wie schreibt man nochmal das kleine F. Kind zwei fragts ja wo muss das Datum hin?
00:13:03: und kind drei fragt was mache ich wenn ich mit meiner Aufgabe fertig bin?
00:13:07: und auf den ersten bitte könnte ich bei ein drei sagen na toll alles vergessen super Aber das sind völlig unterschiedliche Situationen.
00:13:16: Beim ersten Kern kann es um einen noch nicht ausreichend automatisierten Schreibbewegungsablauf gehen zum Beispiel, beim zweiten vielleicht um eine schulische Routine die dann fehlt und beim dritten um eine organisatorische Handlungskette die ja sogar ganz konkret an diesem Klassenraum gebunden sein kann.
00:13:39: Okay also das heißt Dreimal, ich weiß es nicht mehr.
00:13:46: Aber dreimal wäre eine andere Diagnose
00:13:48: dahinter.".
00:13:49: Ja und wenn wir alles mit die haben... Alles über die Ferien vergessen erklären dann werfen wir ja sehr unterschiedliche Prozesse in einem Topf Und das finde ich immer schade.
00:14:02: Das heißt was ich als Lehrer am ersten oder zweiten Schultag beobachte kann mich eigentlich täuschen über den Stand der Klasse.
00:14:14: Ja, also momentan eine Leistung ist nicht identisch mit Lernstand und natürlich... gibt uns Leistungen, gewisse Hinweise auf Lernen.
00:14:24: Aber Leistung entsteht immer in einer konkreten Situation.
00:14:28: und überleg einmal was nach den Sommerferien alles gleichzeitig passiert.
00:14:33: Vielleicht einen anderen Sitzplatz?
00:14:35: Vielleicht ein neuen Klassenraum?
00:14:37: Eine neue Sitznachbarin vielleicht?
00:14:40: Vielleicht sogar eine neue Lehrkraft?
00:14:42: Andere Materialen?
00:14:44: Ein anderes Stundenplan?
00:14:45: Mehrstunden?
00:14:46: Vielleicht sogar Neue oder Vergessene Abläufe.
00:14:50: wo lege ich fertige Aufgaben hin, was darf ich für Material holen?
00:14:54: Wann darf ich es
00:14:55: holen?".
00:14:55: Also diese ganzen Routinen.
00:14:59: Ja und während das Kind all diese Dinge dann wieder organisieren muss sagen wir so und jetzt sag mal wie sicher du das Norien wie beherrscht und auch noch enthob das ganze fachliche.
00:15:13: also wie sicher beherrschst du noch den Zahnraum bis ein Hundert zum Beispiel?
00:15:21: Okay, und wenn es dann zu langsam ist aufgrund dieser ganzen Einflüsse die erst mal auf das Kind einpressen Dann schreibt man als Lehrkraft vielleicht zu schnell Ja ist im zahlenraum ein hundert unsicher auf?
00:15:38: ja und dabei wissen wir zunächst nur in dieser Situation war die leistung halt unsicher dass sein befund aber noch keine vollständige Erklärung
00:15:46: gut.
00:15:47: Aber das heißt ja eigentlich auch Eine Matheaufgabe schwierig aussehen kann, obwohl Mathe eigentlich gar nicht das Problem ist.
00:15:58: Ja stell dir vor ich sage nehmt euer Mathehelf schreibt das Datum, schlaft die nächste freie Seite auf, bearbeitet die Aufgaben eins bis vier und kontrolliert den da mit eurem Partner.
00:16:09: Für uns klickt das nach einer Anweisung Schritt für Schritt Kommst klar formuliert.
00:16:15: Und für ein Kind stecken da drinnen viele einzelne Handlungen, also welches F?
00:16:19: Wo liegt es?
00:16:20: Welche Seite?
00:16:21: Wo kommt das darum hin?
00:16:22: Welcher Aufgaben brauche ich material?
00:16:25: wie kontrollieren wir mit welchem Partner?
00:16:29: was mache ich anschließend?
00:16:30: und wenn diese Abläufe automatisiert sind benötigen sie ja relativ wenig bewusste Steuerung.
00:16:37: aber wenn Sie nach einer langen Pause wieder aktiv gesteuert werden müssen.
00:16:42: Dann beanspruchen sie Aufmerksamkeit und Arbeitsgedächtnis, diese Ressourcen stehen dann nicht gleichzeitig unbegrenzt für die Fachaufgaben irgendwie zur Verfügung.
00:16:54: also ein Kind kann fachlich durchaus wissen wie eine Aufgabe tatsächlich denn funktioniert aber trotzdem schlechter arbeiten in dem Moment weil Nicht genug Sprecherplatz da ist um alle Handlungen irgendwie erfolgreich durchführen zu können.
00:17:11: Also ich verstehe deine Erklärung womit ich noch so ein bisschen, ja was ich nur nicht ganz verstehe.
00:17:21: Irgendwas wird aber nach den Ferien tatsächlich schlechter also sonst würde man es ja nicht bemerken.
00:17:28: Ja und deshalb brauchen wir noch eine Unterscheidung.
00:17:31: Verstehen ist nicht dasselbe wie automatisiertes Beherrschen.
00:17:36: Ein Kind kann verstanden haben was verdoppelt zum Beispiel bedeutet.
00:17:40: Vor den Ferien wusste es vielleicht sofort, okay?
00:17:42: Sechs plus sechs ist zwölf.
00:17:44: Und nach den Ferieren braucht es vielleicht fünf Sekunden.
00:17:47: Vielleicht zählt das sogar kurz.
00:17:49: Das Konzept kann trotzdem vorhanden sein.
00:17:53: also die Vorstellung was weniger stabil sein kann ist die Flüssigkeit des Abrufs.
00:18:00: Also erleben wir auch zum Beispiel beim Lesen Ein Kind hat das alphabetische Prinzip nicht plötzlich vergessen Aber die Worterkennung kann zunächst langsamer sein oder beim Schreiben.
00:18:14: Der Buchstabe ist bekannt, aber die Bewegungsabläufe sind weniger flüssig und deshalb sollten wir mindestens drei Ebenen unterscheiden.
00:18:22: also zum einen hat das Kind etwas verstanden.
00:18:27: Kann es die Fähigkeit grundsätzlich anwenden?
00:18:29: Und kann es sie flüssigs- und weitgehend automatisiert einsetzen?
00:18:34: Das sind diese Fragen... die definitiv irgendwie gestellt werden müssen, zu Beginn des Schuljahres und das sind ganz unterschiedliche Fragen.
00:18:45: Und darauf muss ich mich als Lerkraft vorbereiten.
00:18:47: also kann nicht mit diesen Erwartungen rangehen zur Schulbegei und sagen das hatten wir und somit ist es gesichert sondern ich muss damit klarkommen dass wir ein Stück zurück rudern müssen.
00:19:00: Warum ist diese Flüssigkeit so entscheidend?
00:19:05: Ja, weil unsere kognitiven Ressourcen begrenzt sind.
00:19:08: Also das Thema von kognitivem Lode haben wir ja regelmäßig in den Folgen, weil sie wirklich für das Thema Schule enorm relevant sind.
00:19:16: Wenn ich über jeden kleinen Teilschritt bewusst nachdenken muss dann bleibt weniger Kapazität für die eigentliche Aufgaben.
00:19:25: Beim Lesen zum Beispiel wenn ein Kind sehr viel Aufmerksamkeit darauf verwenden muss einzelne Wörter zu entschlüsseln Dann bleibt weniger Kapazität für das Textverständnis zum Beispiel.
00:19:39: In Mathematik, ja sieben plus acht nochmal jedes Mal neu auszuzählen ist eine komplexe Rechenaufgabe und es ist deutlich anstrengender.
00:19:51: Automatisierung bedeutet also nicht einfach stumpfes Funktionieren sondern Automatisierungen ja entlastet einfach.
00:19:59: Und nach einer längeren Nutzungspause, also in den Ferien kann gerade diese Flüssigkeit zunächst geringer sein obwohl Grundlegendes Verständnis noch vorhanden ist.
00:20:13: Also das heißt bei den Kindern wo dieses grundsätzlich Verständes mal vorhandene ist und ich merke dass es da gerade hakt wer mein Lösungsansatz?
00:20:27: jetzt Komm her, ich zeig's dir noch mal.
00:20:30: Also ich rufe dieses vorhandene Wissen, helf' ich dem Kind nochmal abzurufen und versuch', dass es wieder flüssiger
00:20:38: wird.".
00:20:39: Genau das machen aber auch viele Kollegen so.
00:20:41: Das ist ein häufiges Problem und natürlich ist es auch gut gemeint, aber das demraten wir schon in einer Folge weil ich es erklärt habe als erst lange nicht.
00:20:50: entweder die Kinder das verstanden haben Und gerade nach einer Pause kann es sinnvoll sein nicht sofort zu erklären.
00:20:58: Möglicherweise liefern wir etwas, dass das Kind mit vielleicht ein bisschen Anstrengung selbst hätte abrufen können.
00:21:05: Also hier kommen wir nochmal zur Forschung über Retrieval Practice also zum aktiven Abrufen von Wissen.
00:21:13: Da haben Forscher ja dazu bekannte Untersuchungen eigentlich durchgeführt.
00:21:19: Der zentrale Gedanke ist eigentlich simpel Lernen wird nicht nur dadurch unterstützt, dass wir Informationen immer wieder aufnehmen.
00:21:27: auch das hervorholen aus dem Gedächtnis kann lernen stärken.
00:21:34: Also nicht sofort, komm her ich zeig dir wie die Zeilenzerlegung funktioniert?
00:21:38: Ja sondern erst was weißt du noch über das Zerlegen von Zeinen?
00:21:43: zeigt mir drei Möglichkeiten die zehn zu zerlegen.
00:21:45: oder welche Verdoppelungsaufgaben kennst du noch im Deutschunterricht?
00:21:51: was weiß man noch über Nomen?
00:21:53: oder welche Strategien könnt ihr bei diesem Wort helfen?
00:21:56: Der Unterschied mag irgendwie minimal wirken, didaktisch gesehen ist es aber riesig.
00:22:02: Also nicht zuerst wissen liefern sondern erst mal wissen suchen lassen.
00:22:09: Aber wenn das Kind zehn Sekunden nachdenkt und du sagst ja immer man soll dem kind auch Zeit zum Nachdenken geben und trotzdem nicht drauf
00:22:20: kommt
00:22:23: könnte ich ihm dann trotzdem die Antwort sagen?
00:22:26: Also es wäre zumindest schneller.
00:22:28: Ja, kurzfristig bestimmt.
00:22:30: langfristig muss schneller aber nicht besser sein.
00:22:34: In der Lernpsychologie gibt es dafür den Begriff lernförderliche Erschwärmisse und Elisabeth und Robert Björk haben diesen Gedanken stark geprägt.
00:22:46: Es bedeutet nicht dass wir lernen künstlich schwierig machen sollen.
00:22:50: Es bedeutet das manche leeren Bedingungen sich zunächst anstrengender anfühlen können, aber langfristig irgendwie behalten und unterstützen.
00:23:01: Und aktiver Abruf ist ein gutes Beispiel.
00:23:06: Etwas noch einmal lesen oder erklärt bekommen für sich leicht an.
00:23:10: selbst versuchen es aus dem Gedächtnis vorzuholen ist einfach anstregner und genau dieser abruf kann lernwirksam sein.
00:23:20: außerdem Wenn ich es irgendwie ansage fürs Kind quasi habe, hab' ich irgendwie wieder lernpsychologisch gesehen diesen Misserfolg für's Kind.
00:23:31: und das Kind wird sich im ersten Moment nicht mit der richtigen Antwort oder mit der Erklärung der Lehrkraft beschäftigen sondern erst einmal seine Gefühle quasi einmal erruhieren und sich mit dem Misserzeug auseinandersetzen.
00:23:45: Das heißt die Erklärungen hat für das Kind nichts gebracht.
00:23:47: Aber irgendwann muss ich doch helfen.
00:23:50: Ja und indem man mit dem Kind irgendwie das ganze System durchgeht, wirklich wissen nochmal er vorruft.
00:23:58: Und nicht einfach nur ansorgt.
00:24:02: Natürlich müssen wir ja elfen!
00:24:04: Das ist irgendwie wichtig.
00:24:05: aber die Schwierigkeit muss... bewältigbar bleiben und wenn ein Kind überhaupt keinen Zugang findet und nur frustriert vor der Aufgabe sitzt, ist das auch zum Beispiel keine lernförderliche Erschwärmung.
00:24:18: Das heißt die Kinder brauchen ja Unterstützung.
00:24:20: es heißt also nicht wie Hilfe möglichst lange zu verweigern.
00:24:26: Es geht darum nicht jede kleine Abruflücke quasi sofort selbst zu schließen.
00:24:32: Also müssen wir den Mittelweg sozusagen finden zwischen Ich sage den Kindern alles vor und ich lasse das Kind am langen Arm verhungern.
00:24:44: Und es soll auch selber sehen, wie es fertig wird.
00:24:46: Genau!
00:24:46: Und ich finde an der Stelle wird nochmal deutlich... Es ist ähnlich wie mit dieser Wartezeit wenn ich eine Frage gestellt habe und warte dass ein Kind deine Antwort gibt zum Beispiel.
00:24:56: Da merkt man es hat weniger mit den Kindern zu tun als mit mir als Lehrkraft mit mir und meine Erwartungen halt zu tun.
00:25:06: Auch da muss ich gucken, was in meiner Erwartung ist.
00:25:09: Dieses Kind erfüllt meine Erwartungen nicht.
00:25:11: Da muss man noch mal ein bisschen den Spiegel vorhalten und selber gucken, okay, was habe ich erwartet?
00:25:17: Was zu viel, was zu wenig?
00:25:20: Und das meint irgendwie wirklich überlegt, wann gebe ich diese Gedankenkrücken?
00:25:26: Damit es lernförderlich ist?
00:25:28: und wann ist das zu viel, wann ist meine Erwartung zu hoch?
00:25:31: Und dann kann ich irgendwie auf jeden Fall unterstützen.
00:25:37: Als Nichtlehrer hätte ich jetzt eine Idee mal gucken was du davon hältst.
00:25:42: Montag erster Schultag.
00:25:44: Ich bin Mathelehrerin und mache erstmal einen großen Wiederholungstest umzugucken.
00:25:51: Wer kann noch warten?
00:25:53: Okay, ja nein würde ich sagen genau das bitte nicht auf gar keinen Fall.
00:26:00: Also Retrieval Practice bedeutet nicht wir prüfen möglichst schnell was die Kinder alles vergessen haben.
00:26:07: es bedeutet er wir schaffen Gelegenheiten Wissen wieder hervorzuholen und ohne Note ohne Druck Und gerne ganz kurz wirklich.
00:26:22: Zum Beispiel schreibt innerhalb einer Minute, was ihr alles zum Thema Nomen kennt oder unterhaltet euch mit dem Sitzpartner.
00:26:34: Was ihr zu diesem Thema irgendwie kennt.
00:26:36: also es geht wirklich darum dass es keine Prüfung ist das es keine Note gibt.
00:26:41: es ist Aktivierung.
00:26:43: ganz nebenbei bekomme ich viele wichtigen Informationen, wenn ich das nachher noch im Plenum quasi bespreche.
00:26:52: Also würde man dann die erste komplette Woche eher Wiederholung machen?
00:26:58: Nicht nur die erste Woche sondern die ersten zehn Wochen sind Wiederholungen in einer Form und Variation also nicht nur irgendwie in den Fächern sondern auch im Classroom Management und in vielen Bereichen.
00:27:15: Aus der Forschung zum Beispiel zum verteilten Lernen wissen wir, dass Wiederholungen über die Zeit verteilt häufig nachhaltiger sind als eine große geballte Wiederholung.
00:27:30: Das heißt deswegen strecke ich sehr gerne irgendwie die Wiederholungsbeziehungsweise da bietet sich auch die TU wieder an.
00:27:37: Da kann ich fachlich immer wieder viel hervorkrammen, ohne dass er das großen Druck verursacht.
00:27:44: Ich hatte auch gerade einen kleinen Mann im Ohr der die ganze Zeit TU-TU gerufen hat als du das so gesagt hast.
00:27:50: Ja, wer zum ersten Mal hört oder noch nicht weiß was die TU ist, wir haben vor...
00:27:56: Also deine TU,
00:27:57: die TU gibt
00:27:58: es ja in verschiedenen Varianten.
00:28:00: Zu diesem Thema haben wir eine Folge schon aufgenommen.
00:28:02: Tatsächlich ist diese Folge total beliebt und viele Fragen nach Vorgaben vorlagen sind teilweise im blog elementarwissen.de abrufbar.
00:28:12: zum Gucken Ja, für den Schulstart bedeutet das ganz praktisch.
00:28:19: Also nicht Montag ist es komplett einmal eins wiederholen und dann wissen sie irgendwie abpacken sondern wirklich zentrale Grundlagen immer wieder kurz aufgreifen.
00:28:30: heute fünf Minuten übermorgen noch einmal und nächste Woche wieder.
00:28:34: Und dass hat auch den Vorteil.
00:28:36: ich sehe viel besser ob Wissen wirklich zunehmen wie da selbstständig verfügbar wird oder bis wirklich ein Problem gibt.
00:28:45: Ich würde mit dir jetzt gerne nochmal die Praxis ein bisschen angucken, weil einfach mal um besser zu verstehen wie du vorgehen würdest.
00:28:55: Also was ich jetzt bisher verstanden habe bei vielen Kindern ist das Wissen eigentlich noch da und die benötigen so einen kleinen Hinweis oder Tipp um dieses Wissen wieder abrufen zu können.
00:29:14: Wollen wir uns das nochmal genauer angucken, wie du es mit diesem Hinweis machst?
00:29:19: Ja auf jeden Fall weil er uns ja noch sich unglaublich weiter hilft.
00:29:22: Also nehmen wir zum Beispiel zwei Kinder beide Lösenaufgaben zb.
00:29:26: bleiben wir bei acht plus sieben und Beide lösen Sie zunächst nicht strategisch.
00:29:33: Kind A bekommt den Hinweis okay denke an die Fettopflungsaufgabe.
00:29:37: Und sofort kommt achja sieben plus siebene vierzehn und dann plus eins fünf zehn.
00:29:42: Kenbe bekommt denselben Hinweis, es weiß aber trotzdem nicht weiter.
00:29:47: Dann arbeite ich mit Material und damit bleibt die Strategie unsicher.
00:29:52: Aber nach zwei Minuten... sehen die Kinder komplett unterschiedlich aus.
00:29:57: Bei Kind A war das strategische Wissen nach einem Hinweis verfügbar und bei Kind B muss ich möglicherweise noch einmal genauer auf Verständnis und Strategien schauen, und deshalb finde ich reine Fehlerlisten nach den Sommerferien auftanfahre, wenn nicht außergekräftig.
00:30:15: Mich interessiert nicht nur was ist falsch sondern was ist passiert?
00:30:21: Nach der Unterstützung Und wie ist es dann weitergegangen?
00:30:27: Also ich möchte dabei aber fachlich sauber bleiben und wir können einem Kind natürlich nicht in den Kopf schauen.
00:30:36: Nach einem Hinweis kann ich nicht mit absoluter Sicherheit sagen, okay das war jetzt ein reines Abrufproblem.
00:30:44: Wir beobachten einfach Verhalten und daraus bilden sich Hypothesen und der Umfang der benötigten Unterstützung gibt uns Hinweis darauf, wie selbstständig und stabil das Wissen aktuell verfügbar ist.
00:30:57: Und deshalb ist die Entwicklung auch über mehrere Aufgaben und mehrere Tage häufig außergekräftiger als eine einzelne
00:31:06: Situation.".
00:31:07: Okay lasst uns dann nochmal kurz bei diesem zweiten Kind bleiben.
00:31:11: also Wie ist es denn wenn nach mehreren Hinweisen immer noch nicht funktioniert?
00:31:18: Ja, vielleicht haben die Ferien dieses Wissen gar nicht zerstört.
00:31:21: Vielleicht zeigen sie uns nur wie stabil es vorher tatsächlich war!
00:31:25: Also vielleicht habe ich als leckerhaft gedacht okay das sitzt und aber wahrscheinlich war's halt nicht der Fall.
00:31:30: und stell dir ein Kind... im Juni vor drei Wochen lang wird eine Rechenstrategie geübt und es kennt das Arbeitsblatt, es kennen die Darstellungen.
00:31:40: Es hat gerade vorher vielleicht ein Beispiel gesehen Die Lehrkraft gibt Hinweise, es kommen die Lernkontrolle Und das Kind schafft die Aufgaben weil Aufgabenformate waren bekannt und die Darstellung war immer gleich.
00:31:54: und dann sagen wir okay ist ganz Fakt ist.
00:31:57: aber ja dieses Wissen war nicht wirklich langfristig verfügbar.
00:32:05: Also, konnte das Kehren die Strategie selbstständig auswählen und konnte es sie in einem anderen Aufgabenformat nutzen?
00:32:13: Könnte er sie Wochen später auch noch abrufen?
00:32:16: Das wissen wir häufig gar nicht!
00:32:18: Dann sind die Sommerferien fast so wie ein unfreiwilliger Langzeigtest.
00:32:24: Ja, ein bisschen.
00:32:25: Also deshalb finde ich auch den Satz das konnten die Kinder doch so interessant.
00:32:29: eigentlich müssten wir ergänzen unter welchen Bedingungen?
00:32:32: konnten sie das?
00:32:33: und direkt nach einer Übungsphase oder mit einem bestimmten Material mit einer bestimmten Darstellung nach einem Beispiel mit Unterstützung oder wirklich selbstständig flexibel langfristig also nach allen drei Stufen die der Ramella planieren wie vorgibt.
00:32:49: Das sind sehr unterschiedliche Formen von Können.
00:32:54: Okay.
00:32:56: Montagmorgen, ich stehe vor meiner Klasse.
00:33:00: was mache ich jetzt anders?
00:33:01: Ich würde die ersten Tage als Reaktivierungsphase betrachten also nicht als verlorene Unterrichtszeit anziehen und dazu hatten wir in den letzten Wochenmeeren folgen.
00:33:13: es ist darum ging wie die erste Schulwoche zum Beispiel stattfinden sollte.
00:33:19: Aber auch nicht als drei Wochen Wiederholung des kompletten vergangenen Schuljahres, sondern als Phase in der ich gezielt schaue was ist schnell wieder da?
00:33:30: Was braucht mehrere Abrufe?
00:33:32: Was ist tatsächlich nicht sicher?
00:33:35: und dabei würde ich wirklich fünf Sachen beachten also erstens Erst abrufen und dann erklären.
00:33:46: Also bevor ich etwas wiederhole, gebe ich Kinder an die Chance vorhandenes Wissen hervorzuholen.
00:33:53: Also das heißt ich bin jetzt Lehrkraft Ich plane die Wiederholungswoche oder Reaktivierungsphase.
00:34:01: Das heißt meine PowerPoint sollte nicht so aussehen dass sich sage Kinder guckt mal das hatten wir alles vor den Ferien.
00:34:10: Ich versuche den Kindern die Aufgaben so zu stellen, dass sie das abrufen müssen.
00:34:17: Zweitens wäre ja mit vertrauten Aufgaben zu Beginn, also wenn ich herausfinden möchte ob mathematisches Wissen vorhanden ist zum Beispiel dann soll ich nicht gleichzeitig ein völlig neues Aufgabenformat einführen.
00:34:30: Also sonst weiß ich am Ende nicht okay.
00:34:32: war die Mathematik schwierig oder war die Aufgabe selbst irgendwie das Problem oder das Aufgaben Format?
00:34:38: Also nicht auf einmal Textaufgaben dann einführen, wenn ich die Sache nie in Textaufgaben mit den Kindern geübt habe.
00:34:43: Genau,
00:34:44: so angenehmer sehr bewusst.
00:34:45: Ja ist klar nicht immer.
00:34:47: Jetzt wo du sagst das ist klar?
00:34:48: Genau aber wichtig dass es halt bewusst wird, dass man nicht irgendwie Sachen vermischen möchte.
00:34:53: also der Schwerpunkt wie man da ist was ich tatsächlich abrufen möchte Drittens wäre dann Hilfendosieren, also nicht sofort ich zeige es dir noch mal oder ich erkläre es nochmal.
00:35:06: Sondern wirklich zunächst einen kleinen Hinweis geben und dann beobachten.
00:35:10: das ist halt wichtig.
00:35:11: Also nicht sofort in diesen Impuls rein outchen, dann erklär ich's nochmal.
00:35:17: Das wär für mich das Schwierigste.
00:35:19: Genau!
00:35:19: Und wir hatten dazu schon eine Folge.
00:35:21: auch hier zum Thema erklären und ich weiß noch vorhin ein Gespräch mit einem Kollegen letztes Jahr Die Fahrlehrgrafik meiner Klasse war und die meinte, als sie die Folge gehört hat, hatte sich ihr Habgefühl.
00:35:33: Sie meinte sie erklärt es auf jeden Fall noch mal und nochmal und nochmal.
00:35:37: Und fängt sogar irgendwann an Aufgaben mit den Kindern vorzulesen damit.
00:35:44: Und sie meinte das war ein Denkzeitel für sie.
00:35:46: Das hat sie irgendwie mitgenommen.
00:35:48: Es fand ich total spannend!
00:35:49: Das war die Folge mit der erlernten Hilflosigkeit glaube
00:35:52: ich?
00:35:55: Ja, viertens werden noch Wiederholen verteilen.
00:35:58: Also nicht Montag drei Stunden Wiederholung und ab Dienstag nie wieder sondern zentral.
00:36:04: zentrale Inhalte sollten ja immer wieder kurz aufgegriffen werden und das spreche ich schon wieder für die Tegel.
00:36:12: Und fünftens dann beobachten wie schnell etwas wieder kommt.
00:36:16: also kommt es nach einem kurzen Impuls zurück nach zwei Tagen oder bleibt es instabil?
00:36:24: wichtige Kern-Elemente, die ich für meine Diagnostik irgendwie brauche.
00:36:31: Wollen wir uns da mal eine konkrete Mathe-Stunde angucken?
00:36:34: Wie du das aufbauen würdest?
00:36:37: Ja, nehmen wir mal eine zweite Klasse!
00:36:39: Ich möchte wissen wie verfügbare grundlegenden Vorstellungen und Strategien sind.
00:36:44: zum Beispiel dann brauche ich nicht sofort vier Seiten Diagnosematerial.
00:36:49: Ich könnte kurze Aufgaben anbieten Also zum Beispiel eine Zahl darstellen, eine Zahl zerlegen, Zahlen vergleichen.
00:36:57: Eine Verdopplungsaufgabe, eine Aufgabe mit SENA-Übergang vielleicht eine Aufgabe bei der ein Rechenweg erklärt wird.
00:37:06: und jetzt beobachte ich nicht nur okay richtig oder falsch sondern wie beginnt das Kind?
00:37:11: Nutz ist Material, zählt es, erkennt es Strukturen, welche Strategie Welt es, kann es seinen Rechenwegen erklären und was enorm wichtig ist Was passiert nach einem Impuls?
00:37:24: Also wenn ein Kind, bleiben wir mal bei acht plus sieben einfach mal zählt.
00:37:29: Frage ich okay kennst du eine Aufgabe die fast genauso aussieht zum Beispiel oder stichwörter mit Verdopplungsaufgaben?
00:37:39: und da wäre es vielleicht sogar schon zu weit gegriffen.
00:37:44: Vielleicht reicht tatsächlich so eine Aufgabe, die genau so aussieht.
00:37:48: Die fast genauso aussieht und wenn ich dann ... Was ist mit der Verdopplungsaufgabe?
00:37:54: Kennst du diese Verdopplingsaufgaben?
00:37:56: Und auch da greife ich wieder auf Vorwissen was vielleicht gar nicht mehr vorhanden ist.
00:38:00: Vielleicht weiß das Kind gar nicht mal, wie was eine Verdopblungsaufgeber ist.
00:38:04: Dann gebe ich einfach die Rechnung vor weil es wäre dann sieben plus sieben.
00:38:09: Wenn das Gen jetzt sofort wieder kommt, habe ich etwas Wichtiges erfahren!
00:38:13: Es ist für mich viel wertvoller als ein rotes Kreuzinter, irgendwie aufgabert pro sieben Kind.
00:38:21: Kann das nicht?
00:38:23: Weil du weißt ja wo der... also weil du genauer weißt, wo der Fehler liegen könnte.
00:38:31: Genau!
00:38:32: Ist es dann so wie diese Kompetenzen die du damit prüfst?
00:38:36: Also bei welchem Kompetenzstand das Kind ist?
00:38:38: Genau da weiß ich irgendwie.
00:38:41: Ein Hand von Kompetenzreister kann ich genau sagen, auf welchem Stand in wie sich das geht befinden würde.
00:38:48: Es heißt aber nicht irgendwie.
00:38:50: dann es kann irgendwie acht bis sieben gar nicht rechnen und dass ist viel wertvoller in meiner Diagnostik als irgendwie kann das nicht.
00:38:58: Wir haben ja eine geschätzte Hörerin die sich auch immer wieder Beispiele für Deutsch wünscht.
00:39:05: wollen wir das ganze bei Deutsch auch noch mal angucken Wie man davor gehen könnte?
00:39:09: Ja, nehmen wir mal Rechreibung.
00:39:10: Also ich liebe Rechrebungen und Grammatik.
00:39:12: Das sind meine Top-Themen in Deutsch.
00:39:15: Ein Kind schreibt nach den Fan wieder deutlich laut Getreuer.
00:39:21: Jetzt könnte ich sofort sagen okay die Rechreibenstrategien sind weg.
00:39:25: oder ich frage ok Schau dir das Wort noch einmal an.
00:39:28: gibt es eine Stelle die du überprüfen kannst?
00:39:32: vielleicht passiert noch nichts.
00:39:36: Dann kann ich fragen, welche Strategien kennst du noch?
00:39:39: Plötzlich sagt das Kind ach, das könnte verlängern irgendwie sein.
00:39:43: Und das ist Diagnostisch tatsächlich auch entscheidend, denn die Strategie ist ja vorhanden.
00:39:48: Sie wird nun nicht selbstständig aktiviert und beim Lesen genauso.
00:39:52: also ein Kind ließ langsamer.
00:39:55: Das bedeutet nicht automatisch, dass es Lesen verlernt hat.
00:39:58: Es muss genauer ingeschaut werden.
00:40:01: Sind bestimmte Zuordnungen noch unsicher?
00:40:03: ist?
00:40:04: Die Worterkennung weniger flüssig oder braucht das Kind vielleicht schlicht wieder regelmäßige Lesegelegenheiten bis die Geschwindigkeit zurück kommt?
00:40:14: und einer Stelle würde ich gerne Werbung für das Leseband Und dessen Folgen quasi
00:40:21: auch zwei Stück schon macht.
00:40:22: Genau, in Brandenburg wird es ab diesem Jahr verpflichtend.
00:40:28: sehr gut finde ich an der Stelle und somit lohnt er sich vielleicht auch in diesen zwei Folgen rein zu hören.
00:40:36: Zumal Leseband ja nicht nur.
00:40:38: also wer jetzt sich zurücklehnt und sagt Ich bin Fachlehrer, ich habe mit dem Leseban nichts zu tun dann hört euch die Folge nochmal an.
00:40:45: Lese Band ist ja fächerübergreifend ne?
00:40:47: Genau, also bietet sich auf jeden Fall an.
00:40:51: Gut!
00:40:51: Wir haben uns jetzt angeguckt was du machen würdest wie du die Impulse setzt bei den Kindern.
00:41:00: Würdest du sagen es gibt auch so bestimmte No-Gos?
00:41:03: Was man eher nicht machen sollte nach dem Sommerferien?
00:41:08: Vielleicht drei.
00:41:09: Also aus den ersten zwei Schultagen vor schnelle Förderentscheidung ableiten.
00:41:15: Also natürlich können deutliche Schwierigkeiten sich bei ihnen wie werden, aber ich möchte erst sehen was unter Reaktivierung zum Beispiel passiert und nicht erstmal so in... ja du kannst nichts.
00:41:28: Und der ist top.
00:41:29: Also auch bei diesem Abrufen sind die Kinder dann heterogen.
00:41:35: Wach mehr Zeit.
00:41:36: Genau und auch da sind die Voraussetzungen der Kinder immer wieder unterschiedlich, manche haben mit den Ferien auch also in Frankreich sind so diese Ferienhefte irgendwie Standard hat unser Sohn jetzt für die siebte Klasse auch irgendwie bekommen Immer wieder kurze Sequenzen, zwanzig dreißig Minuten um einfach das Wissen irgendwie abrufbar zu lassen.
00:41:58: Also kurze Zeiten und manche Kinder haben das gar nicht Und dann ist es als schwierig.
00:42:03: die brauchen dann mehr Zeit und das muss man irgendwie beachten.
00:42:09: Man sollte es vermeiden, alles noch einmal von vorne zu erklären.
00:42:13: also wenn ich das sofort tue weiß ich anschließend gar nicht was das Kind selbst noch einmal hätte abrufen können.
00:42:18: Das finde ich immer schade.
00:42:20: Also nicht so eine Wiederholung von den Stoffen die man vorher hatte dass man dann einfach sagt Ich erkläre euch jetzt nochmal alles von der Pika auf Und dann müsst ihr ja alles wieder wissen
00:42:30: Genau!
00:42:30: Dann ist er wieder da diese Erwartung.
00:42:33: Das meinte ich vorhin, also wir müssen an unseren Erwartungen irgendwie appellieren und immer wieder reflektieren und gucken.
00:42:39: okay was habe ich erwartet?
00:42:40: war es sinnvoll?
00:42:41: ja nicht so.
00:42:42: das muss Ja, ehrlicherweise gemacht werden.
00:42:47: Und drittens wären vielleicht wie das musst du da wissen also solche Sätze irgendwie die die Kinder niedermachen und die Routen irgendwie so einfach raus.
00:42:55: aber das haben wir doch schon letztes mal gemacht oder letztes Jahr das hatten wir doch hundertmal gemacht.
00:43:01: Das sind so Klassiker.
00:43:06: Diese Sätze machen die Kinder anfangs nieder, diese Sätze helfen dem Gedächtnis gar nicht.
00:43:10: Im Gegenteil, sie verursalen wie nur Stress also geben keine Hinweise, sie aktivieren keine Strategie, sie erzeugen einfach nur Druck.
00:43:18: und hilfreicher wäre wirklich irgendwie was fällt dir noch dazu ein?
00:43:22: oder woran erinnerst du dich?
00:43:24: Irgendwie bei der Aufgabe?
00:43:25: oder welche bekannten Aufgaben können noch helfen?
00:43:28: Was haben wir früher dafür benutzt?
00:43:31: das sind Fragen die wirklich einen abrufigen wie anstoßen können ohne Stress oder ohne großen Stress zu vermeiden, den machen wir uns nichts vor.
00:43:39: Wenn ein Kind keine Antwort hat verursacht das Automatisch Stress auch wenn ich als Lehrkraft gar nix getan habe.
00:43:47: Dann lass uns nochmal genauer auf das Vergessen gucken.
00:43:51: also du hattest ja gesagt dass dieses Wiederholen von bereits gelernten was man nicht sofort abrufen kann, wenn man das wiederholt ist es Teil des Lernprozesses.
00:44:07: Deswegen würde ich jetzt mal eine ungewöhnliche Frage stellen weil sie nicht in die richtige Richtung führt.
00:44:13: aber dann dürfte vergessen doch nicht immer schlecht sein oder?
00:44:18: Nee, und das ist Lernpsychologisch gesehen total spannend.
00:44:22: Also wenn Wissen nicht sofort verfügbar ist und ich mich etwas anstrengen muss es wieder hervorzuholen kann ein erfolgreicher Abruf die Erinnerung anfliessend stärken.
00:44:32: also das ist total wichtig.
00:44:33: und das heißt natürlich nicht wir sollten Kinder irgendwie absichtlich Dinge vergessen lassen.
00:44:39: Aber wir wissen, einen Moment des Suchens auch nicht sofort als Problem behandeln.
00:44:45: Das Thema zum Thema irgendwie Wartezeit hatten wir auch schon in mehreren Folgen.
00:44:50: Dieses Wartmal kann wirklich ein produktiver Lernmoment sein und wer?
00:44:58: Lehrkräfte müssen diesen Moment manchmal wirklich aushalten?
00:45:01: das kostet wirklich... Es kostet einfach.
00:45:05: Also es ist wirklich ein Spagat zwischen okay warten, wann ist das so viel?
00:45:09: Wann ist es irgendwie noch zu wenig?
00:45:11: Nicht sofort das Wort sagen nicht sofort Antworten nicht sofort Strategien nennen nicht sofort den Rechenweg in wie vormachen Wirklich fünf bis zehn Sekunden abwarten vielleicht einen kleinen Hinweis geben Noch einmal warten und dann möglicherweise passiert genau dort.
00:45:29: wirklich lernen und reaktivieren plus lernt psychologisch noch gesehen, wenn das Kind das wirklich irgendwie schafft.
00:45:38: Diese positiver Effekt was wir daraus haben, weil es seinen Selbstwertgefühl ausmacht und rund rund also jenseits vom Lernen selbst sondern welche Gefühle verursacht sind.
00:45:47: und unser Gehirn lernt irgendwie... besser, wenn wir mit Freude lernen.
00:45:54: Wenn wir erfolgreich sind das Gefühl haben erfolgt zu haben und dementsprechend ist es eine super Kombi.
00:46:01: wenn das Kind von sich aus irgendwie geschafft hat mit Anstrengung dann bleibt irgendwie das gelernte quasi das Erfolg rufte ja deutlich präsenter verankert.
00:46:15: Du hattest vorhin gesagt dass Das Entfehler sein könnte schon nach zwei Tagen irgendwie bei Kindern Förderbedarf einzutragen.
00:46:28: Irgendwann muss ich aber doch entscheiden, das Kind schafft es nicht alleine und die Probleme sind vielleicht schwerwiegender und das braucht Hilfe.
00:46:39: Ja Klach, also Reaktivierung darf niemals zur Ausrede werden, Schwierigkeiten zu übersehen.
00:46:45: Wenn ein Kind auch nach mehreren Begegnungen mit einem Inhalt z.B.
00:46:49: Zentralvorstellungen nicht zeigt, Hinweise kommen helfen oder grundlegende Strategien dauerhaft wie fehlen dann muss ich genauer diagnostizieren.
00:47:00: Da ist es mir den Begriffen immer schwierig müssen diagnostisch handeln, also wir müssen diagnostizieren dürfen aber keine Diagnose sich teilen.
00:47:11: An der Stelle das verwirrt immer viele auch beim Seminar zum Beispiel.
00:47:16: Der Unterschied ist, ich mache das nach einer angemessenen Reaktivierungsphase ja oder nein und nicht aufgrund eines einzelnen Arbeitsplatzes am ersten Schultag zum Beispiel.
00:47:29: Also dann kann ich präziser fragen, fehlt Grundlagenwissen?
00:47:34: Fehlt Verständnis?
00:47:36: Ist vielleicht eine Fehlvorstellung vorhanden?
00:47:40: Ist eine Strategie nicht abrufbar Ist sie vielleicht aufgebaut, aber nicht automatisiert.
00:47:48: Zum Beispiel gibt es sprachliche Schwierigkeiten ist das Aufgabenformat vielleicht das Problem oder die Darstellung ein Problem und dann erst kann ich die Förderung wirklich etabliert werden denn dann habe ich wirklich didaktisch praktisch das eruiert was das Kind tatsächlich dann braucht.
00:48:09: Und das ist zum Beispiel so ein Problem finde Ich.
00:48:12: wir schreiben in Brandenburg die Lehre Immer zu Jahresbegehren, manche Jahrgänge sind verpflichtend.
00:48:18: Manche sind freiwillig und wir haben innerhalb von sechs Wochen zu schreiben.
00:48:24: Und viele machen das irgendwie ganz zu Beginn in den ersten zwei Wochen zum Beispiel.
00:48:31: Ich würde eher tendieren die so spät wie möglich irgendwie um den Kindern auch die Zeit zu lassen sich zu reaktivieren also wieder in den Flur zu kommen.
00:48:45: Wenn man es für sich selbst als erwachsene Person zum Beispiel nochmal kurz evaluiert, stelle ich auch fest, wenn ich wieder in die Schule komme als erwachsener Person dann fällt mir manches irgendwie schwerer.
00:48:59: Das heißt vielleicht am Ende des Jahres oder des Schuljahres wie der Fall war und genauso ist das bei den Kindern auch.
00:49:05: Also ich brauche auch ein bisschen um in den Floh zu kommen und ich finde es günstig, wenn wir die Lea hier tatsächlich im Ende des Zeitraums schreiben würden als zu Beginn.
00:49:16: Und um nochmal auf deine Antwort zurückzukommen, zu der Frage.
00:49:23: Also du würdest wieder jetzt Alarm schlagen sofort aber du würdest auch nicht irgendwie zwei Wochen lang sagen naja das kommt schon wieder wenn ich ein paar Impulse setze
00:49:34: Genau!
00:49:35: Ich mache mir Notizen und verfolge uns such irgendwie nach... Ich gehe dem Problem auf den Grund.
00:49:42: Also ich gucke, ich ag nicht ab irgendwie okay das Kind kann das nicht und deswegen geht es da irgendwie zur Förderstelle oder zum Förderunterricht sondern ich guck erstmal versuche das Problem irgendwie zu finden und erst dann kann ich die ja die nötige und die förderliche ja Förderung irgendwie platzieren statt des kind in wie einfach mal so ohne dass problemen genau zu kennen.
00:50:10: wenn ich jetzt mal so die mittlerweile über sechzig folgen, die wir gemacht haben durch den kopf gehen lasse würde ich fast sagen wir reden momentan eigentlich auch gar nicht mehr über die sommerferien sondern wir reden über eine art feedback prozess und zwar ja so ein feedbackprozess für uns als lehrkraft Ja, der uns eigentlich zeigt wie gut oder schlecht... ...der Unterricht von uns ist.
00:50:43: Wie gut und schlecht finde ich es schwierig.
00:50:45: aber tatsächlich also die Ferien halten uns ein bisschen den Spiegel vor.
00:50:50: so im Unterricht passiert häufig Folgendes wir behandeln ein Thema Wir üben die Kinder werden besser dann schreiben wir eine Lernkontrolle.
00:50:59: das Ergebnis stimmt Thema abgeschlossen Und aus lern psychologischer Sicht wäre Ja, spannender zu fragen.
00:51:07: Okay was davon ist später noch verfügbar?
00:51:10: und nach vier Wochen?
00:51:11: Nach drei Monaten oder eben nach den Sommerferien kann das Kind das Wissen dann wieder abrufen.
00:51:20: Kann es das Gelernte vielleicht in einer anderen Aufgabe einsetzen?
00:51:24: Kann es selbst erkennen wann eine bestimmte Strategie vielleicht sinnvoll ist.
00:51:29: und genau dort zeigt sich langfristiges Lernen und deshalb sollten Abruf und verteilte Wiederholung nicht erst nach den Sommerferien stattfinden, sie gehören durch das gesamte Schuljahr hindurch.
00:51:44: Und auch da spricht sich für die TV.
00:51:50: Genau!
00:52:04: Also
00:52:06: wenn ich jetzt Lehrkraft bin, wäre für mich die Konsequenz oder das was ich aus der Folge mitnehme gar nicht unbedingt.
00:52:18: Wie kann ich nach den Ferien besser wiederholen und den Kindern im Brüse geben?
00:52:24: Sondern eigentlich wäre das Feedback, dass sich gucken muss was passiert eigentlich vor den Ferieren.
00:52:32: Also wie verabschiede ich die Kinder in die Ferien?
00:52:36: mit welchem Wissen-Wissensstand?
00:52:40: Also wenn wir möchten zum Beispiel das Wissen wirklich langfristig verfügbar bleibt, müssen wir während des Schuljahres immer wieder ältere Inhalte zurückholen.
00:52:50: Immer wieder!
00:52:52: Das macht unser Spiralkorikulum schon in Ansätzen, aber trotzdem reicht das nicht aus.
00:52:56: Unser Gehirn baut vier Wochen und Inhalte langfristig irgendwie zu Speichern und Abrufbarien wie zum Machen.
00:53:03: Ein Thema ist nicht deshalb abgeschlossen weil die Klassenarbeit dann geschrieben wurde und eine Rechenstrategie ist auch aus dem Oktober darf im Februar wieder auftauchen, einfach mal irgendwie umzugucken und damit es nicht nur irgendwie thematisch sporadisch inwieweit stattfindet sondern wirklich langfristig gespeichert wird.
00:53:23: Eine Rechtschreibstrategie aus dem November kann und sollte irgendwie taktiklich angewandt werden und zumindest besprochen werden in allen Situationen die der Schulalter irgendwie hergibt.
00:53:35: zum Beispiel ein Ja, Begriffe dürfen auch immer wieder.
00:53:40: Man hat immer wieder die Zeit sich kurze Begräfe wenn sie sich die Gelegenheit ihnen wie anbietet ja begriffen noch mal zu erläutern mit den Kindern damit es irgendwie feste sitzt.
00:53:50: und Deshalb sollten wir uns ja nicht fragen haben wir das Thema schon gemacht?
00:53:55: Sondern wann mussten die Kinder dieses Wissen zuletzt wieder selbst abrufen?
00:54:03: zum Schluss würde ich gerne nochmal mit dir an den ersten Montagmorgen nach dem Sommerferien zurückkehren.
00:54:15: Ein Kind ist vor mir und ich denke, Mensch das konntest du doch voll inferieren da hat mir schon gesagt dass es eigentlich nicht die Frage die wir uns stellen sollten.
00:54:27: was sind dann andere Fragen?
00:54:33: Na erstens wäre konnte das Kind, das vor den Fällen wirklich sicher und selbstständig.
00:54:37: Und es macht keinen Unterschied ob ich die Klasse jetzt bekomme als neue Lehrkraft oder ob ich diese Klasse zuletzt auch hatte Genau, das ist halt der Punkt.
00:54:47: Also ich muss... Bevor ich mir eine Meinung bilder irgendwie nach dem Motto Das hatten wir doch schon oder die Kinder hatten das schon Muss sich irgendwie selbst wissen, konnte das Kind das wirklich sicher und selbstständig?
00:54:59: Oder war diese Fähigkeit damals noch stark an Übung und Unterstützung irgendwie gewunden?
00:55:04: So!
00:55:05: Das ist ein wichtiger Punkt.
00:55:06: Dann erst kann ich mir meine Meinungen bilden.
00:55:08: Zweitens Ist das Wissen tatsächlich nicht vorhanden oder gelingt es ... nur nicht spontan abzurufen.
00:55:16: Also da wir jetzt Impuls...
00:55:18: Genau, Impulse normal, wie kurze Impulse geben und unterstützen so dass das Kind selbst auf eine mögliche Antwort kommt oder mögliche Erklärung.
00:55:28: Drittens wäre dann was passiert nach einem kleinen Hinweis?
00:55:31: Dass man da irgendwie guckt, kommt das Wissen dann schnell zurück.
00:55:36: Viertens wäre dann scheitert das Kind wirklich am Fachinhalt?
00:55:41: oder Ja, vielleicht eher an einer Routine.
00:55:44: An der Sprache, am Material, an Aufgabenorganisationen und so.
00:55:50: Also muss ich genau gucken woran scheitert dieses Kind denn wenn ein Kind eine Aufgabe oder eine Antwort nicht hat das ist lange nicht dass es an dem Fachwissen irgendwie scheitet.
00:56:00: also das heißt Das Kind könnte zwar wissen für acht plus sieben mache ich einfach die Verdoppelungsaufgabe und hat sieben und plus siebem Kopf Aber das weiß halt, dass Wortverdopflungsaufgabe nicht mehr.
00:56:13: Zum
00:56:13: Beispiel und dann...
00:56:16: Weiß halt nicht wie sage ich jetzt der Lehrerin?
00:56:19: Genau dazu, du hast ihn früher echt richtig gut hingekriegt finde ich, spontan zu einer Folge die wir hatten zum Thema Sprache da ich glaube unser Titel ist den Kindern fehlt Ansprache also wenn nicht wissen es fehlt nicht Wissen fehlt, sondern die Sprache.
00:56:36: Die Fahrsprache vor allem?
00:56:37: Die Fahrsprache, also die unterscheidet sich ja ganz stark von Alltagssprache.
00:56:43: und die Folge... Ja für Dokumusaufgabe sage ich im Alltag nicht besonders häufig.
00:56:47: Genau!
00:56:48: Und dementsprechend wäre es sich für Sprachen wie in dem Fall von wirklich Alltagssprache- und Bildungssprach interessiert.
00:56:56: der darf gerne reinhören.
00:56:59: Das Thema Sprache ist ein von meinen Lieblingsthemen, das finde ich enorm wichtig.
00:57:05: Und dann fünftens wären was passiert nach mehreren kurzen Reaktivierungen in den nächsten Tagen oder Wochen?
00:57:13: Erst dann entscheide ich okay reicht Aktivierung oder braucht es noch mehr Wiederholung?
00:57:19: und hier müssen wir tatsächlich noch einmal grundlegend aufbauen.
00:57:23: Das sind wichtige Pute und dann braucht dieses Kind tatsächlich Förderung!
00:57:27: Weil da Lücken sind, die scheinbar irgendwie entstanden sind und dieses Kind braucht dann noch mehr Unterstützung als es im Schulalltag sein kann.
00:57:38: Aber das kann ich in den ersten Tagen nicht irruieren.
00:57:42: Das funktioniert nicht.
00:57:45: Okay, ich würde sagen damit sind wir wieder eigentlich am Anfang unserer Folge wo wir gesehen haben dass die Symptome von drei unterschiedlichen Kindern gleich sein kann aber das Ganze eine komplett andere Ursache haben kann.
00:58:03: Ja genau, also wenn ein Kind nach den Fan etwas schönbar nicht mehr kann, kann Wissen vorhanden sein, aber noch nicht von dann abgerufen werden.
00:58:12: Eine Fähigkeit kann vorhandensein, aber an Flüssigkeit und Automatisierung verloren haben oder Wissen ist tatsächlich nicht ausreichend verfügbar weil es vergessen wurde oder schon vor dem Fan vielleicht nicht stabil genug aufgebaut war.
00:58:28: Und diese drei Situationen können am Montag oder in der ersten Woche tatsächlich auch fast gleich aussehen.
00:58:35: Für unseren Unterricht brauchen sie aber unterschiedliche Antworten und genau deshalb lohnt es sich nicht zu schnell zu urteilen, nicht ja zu schnell frustriert zu sein nach dem Motto das hatten wir da hundertmal sondern es geht wirklich darum in die Diagnostik zu gehen und zu gucken woran liegt's?
00:58:54: Was ist denn der Kern des Problems?
00:58:57: Also dann ist ja Satz, das konnten die doch vor den Ferien eigentlich gar keine Verstellung?
00:59:02: Nein.
00:59:02: Eigentlich ist er der Beginn einer diagnostischen Frage.
00:59:08: Wenn ein Kind nachdenkt, was nicht sofort kann gibt es mehrere mögliche Erklärungen.
00:59:13: und vielleicht wurde tatsächlich etwas vergessen, vielleicht ist die Fähigkeit weniger automatisiert, vielleicht gelingt er abruf noch nicht, vielleicht fehlen Routinen, vielleicht war das Wissen schon vor dem Fern nicht ganz stabil irgendwie verankert.
00:59:26: Also wir es vielleicht angenommen haben, also auch wieder Spiegel für uns.
00:59:30: Und deshalb würde ich aus dem Satz das kannst du doch lieber die Frage machen okay was hilft dir dich wieder daran zu erinnern zum Beispiel?
00:59:43: Ich finde vielleicht ist die recht angenehme Botschaft aus der Folge für die erste Schulwoche zumindest dass nicht alles am ersten Tag wieder funktionieren muss und dass ein Teil des Vergessens ganz normal ist.
01:00:02: Genau, also nicht nur im ersten Tag sondern in den ersten Wochen und wir müssen auch nicht sofort alles noch einmal erklären.
01:00:09: Wir können erst einmal beobachten, wir können aktivieren, wir könnten kleine Hinweise geben, Routinen wieder aufbauen Und schauen was passiert.
01:00:17: denn etwas das gerade nicht abrufbar ist ist nicht automatisch verloren gegangen.
01:00:24: Welchen Satz würdest du dann zu dir sagen, wenn du vor deiner Klasse stehst und feststellst das nicht mehr alles so sitzt?
01:00:34: Ich glaube wir müssen uns grundsätzlich von den Selbstverabschieden.
01:00:37: Das konnten die doch vor den Ferien oder das haben wir doch schon hundertmal sondern die erste falsche Antwort nach den Ferieren sagt weniger über den Lernstand aus als dass was da im ersten guten Hinweis passiert zum Beispiel Und an der Stelle müssen wir dann nochmal wirklich mit dem Spiegel gucken, selbstreflektieren und gucken auch was unsere Erwartungen irgendwie sind.
01:01:00: An den ganzen und meistens scheitern wir auch daran.
01:01:02: also diese Frustration entsteht meistens nicht davon dass die Kinder irgendwie das alles verlernt haben oder vermeintlich verlernte haben wie wir heute gelernt haben Sondern wie hoch unsere Erwartungen waren, was?
01:01:15: welche Erwartung hatten wir an den Kindern?
01:01:16: An den Unterricht.
01:01:17: An den Ablauf und so weiter und sofort.
01:01:19: Und das finde ich irgendwie wichtig dass es ein Bewusst ist damit wir es nicht... Damit wird die ganzen Frust nicht bei den Kindern irgendwie ablassen.
01:01:29: Das finde ich inwieichtig.
01:01:31: Ich würde sagen das war ein schöner Schlusssatz.
01:01:34: Wir bedanken uns bei euch fürs Zuhören.
01:01:36: Genau für alle Kollegen aus Brandenburg wünsche ich eine schöne letzte Ferienwoche.
01:01:42: Genießt noch die Zeit, erholt euch noch gut.
01:01:47: Ich wünsche dir eine gute Vorbereitungswoche dann und einen super Start wenn wir uns am Montag zum nächsten Mal wieder hören.
01:01:54: ich bedanke mich fürs Zuhören.
01:01:57: auf Wiederhören!
01:01:58: Tschüss bis nächste Woche.