Der Podcast für Lehrkräfte, die neue Impulse für Unterricht und Schulalltag suchen.
00:00:00: Herzlich willkommen zu einer neuen Folge von Ilmen Tavissen, dem Grundschulbetungs Podcast.
00:00:05: Ich bin Steffen
00:00:05: und ich bin Jessica.
00:00:07: Jessica heute soll es um das Thema Überforderung gehen.
00:00:12: da wollen wir vor allen Dingen die Überforderungen der Schüler uns anschauen wie man das erkennt und was man vielleicht auch dagegen tun kann.
00:00:21: Lass uns doch einfach mal gleich einsteigen ins Thema.
00:00:24: also es gibt Kinder die stören lieber die ganze Unterrichtsstunde als einmal zu sagen Ich kann das nicht.
00:00:31: Ja, und manchmal funktioniert diese Strategie sogar.
00:00:33: Okay wie meinst du das?
00:00:35: Also wie soll es funktionieren?
00:00:36: Das Kind bekommt ja Ärger!
00:00:39: Ja, das stimmt.
00:00:40: Es bekommt Ärger.
00:00:41: Es wird ermahnt, muss vielleicht den Platz wechseln oder wird aus der Situation rausgenommen.
00:00:45: vielleicht aber möglicherweise passiert dabei was Entscheidendes.
00:00:50: Niemand merkt dass erst die Aufgabe überhaupt nicht verstanden hat.
00:00:54: okay also Du sagst damit dass die Kinder absichtlich stören, um die Schwierigkeiten zu verbergen, die sie beim Bearbeiten der Aufgabe haben?
00:01:04: Nein.
00:01:04: Ich sage dass das eine mögliche Erklärung vielleicht ist also nicht die einzige.
00:01:10: aber stellt ihr vor ein Kind hat wiederholt ergebt dass es bei bestimmten Aufgaben scheitert und es möchte auf gar keinen Fall dass die anderen das auch bemerken.
00:01:21: Dann kann es für dieses Kind subjektiv weniger bedrohlich sein tatsächlich dann als Stören zu gelten, als erneuert zu zeigen dass das etwas nicht kann.
00:01:31: Okay aber wenn kind absichtlich stört hatten wir ja schon in anderen Folgen gesprochen muss ich konsequent reagieren.
00:01:39: Ja natürlich, die anderen Kinder haben einen Recht darauf ungestört zu lernen.
00:01:44: Das finde ich immer ganz wichtig.
00:01:45: Nur müssen wir unterscheiden zwischen der Frage wie wir ein Verhalten begrenzen und der Frage warum es überhaupt so auftritt?
00:01:54: Und wenn nur das Verhalten unterbinden, haben wir das zugrunde liegende Problem möglicherweise ja gar nicht gelöst.
00:02:03: Okay, deswegen sprechen wir heute über die Kinder, die nicht anfangen... die Wein, ihre Arbeit verstecken oder dann tatsächlich einfach anfangen zu stören und dazwischen rufen.
00:02:18: Ich möchte aber nicht dass wir am Ende beide Aussage landen.
00:02:22: Die Lehrkraft muss einfach nur verständnisvoller sein.
00:02:24: Das möchte ich ja auch nicht.
00:02:26: Verständnis allein vermittelt auch keine Strategie.
00:02:29: also es baut keine Lesefertigkeit auf keine Rechenstrategie auf und erst ersetzt Orion wie keine klare Klassenführung.
00:02:38: Also was mich jetzt vor allem interessieren würde, ist wie kann man das erkennen?
00:02:44: Was hinter dem Verhalten steckt?
00:02:47: und ja...was können wir tun wenn unsere Vermutung falsch ist.
00:02:54: Genau also lass uns darüber sprechen welche Verantwortung wir vielleicht als Lehrkraft tragen für unsere Aufgaben, für unsere Reaktion und auch und das ist mir an der Stelle ganz wichtig unserer pädagogische Grundhaltung.
00:03:08: Lass uns vielleicht mit vier Situationen beginnen.
00:03:11: Also ein Kind sitzt seit zehn Minuten vor so einem Mathe-Heft, hat noch keine Aufgabe bearbeitet.
00:03:17: Ein Kind beginnt zu weilen weil er es einen Fehler gemacht hat.
00:03:21: Ein Drittes ruf ständig dazwischen macht Witze und lenkt andere ab und ein Viertes schiebt sein Arbeitsblatt unter seinen Heft, sobald die Lehrkraft zum Beispiel näher kommt.
00:03:31: Und das sind alles für Ausprägungen.
00:03:35: oder könnten ausprägung sein von Überforderung?
00:03:37: Ja, das wissen wir nicht erstmal.
00:03:38: Also vielleicht ist eines überfordert, vielleicht mehrere, vielleicht gar keins.
00:03:43: was wir haben sind vier Beobachtungen erst einmal und daraus sollten wir nicht vorschnell vier Diagnosen stellen.
00:03:50: Aber als Lehrkraft kennt man ja seine Papenheimer.
00:03:55: wenn ich ein Kind über Monate beobachte darf ich doch irgendwann die Einschätzung entwickeln
00:04:01: Ja, aber professionelle Einschätzung.
00:04:03: Und die beruhen auf Beobachtung über längere Zeit.
00:04:07: also wir müssen bereit bleiben sie zu überprüfen.
00:04:12: Es macht ja auch ein Unterschied ob ich sage dieses Kind beginnt häufig nicht selbstständig mit seinen Aufgaben oder dieses Kind ist faul.
00:04:19: Also das klingt erst mal so bisschen nach einer sprachlichen Feinheit.
00:04:24: Ja, aber es ist mehr als das.
00:04:26: Mit Faul habe ich bereits eine Ursache festgelegt.
00:04:29: Vielleicht übersehe ich dann, dass das Kind den Auftrag nicht versteht oder die fachlichen Voraussetzungen einfach nicht besitzt?
00:04:36: Oder vielleicht auch Schwierigkeiten mit der Arbeitsorganisation hat?
00:04:42: Es kann sein, dass es will, aber nicht kann.
00:04:46: Aber möglicherweise ist es ja tatsächlich einfach nicht bereit sich anzustrecken!
00:04:50: Ja, auch das ist möglich.
00:04:52: Aber wir dürfen nur nicht so tun als könnten wir die Motivation eines Kindes unmittelbar aus seinem Verhalten ablesen und Faul ist eine Charaktereigenschaft.
00:05:03: Und warum sollen wir da das Kind darauf hin wie reduzieren?
00:05:07: Gut dann brauchen wir ja Möglichkeiten die Vermutung professionell zu überprüfen.
00:05:13: Ja und bevor wir dazukommen möchte ich noch eine Frage stellen.
00:05:16: also welches dieser vier Kinder bekommt wahrscheinlich am schnellsten Aufmerksamkeit.
00:05:21: Was schätzt du?
00:05:23: Na, mein Tipp Nummer eins wäre das störende Kind weil es ja alle im Klassenraum stört.
00:05:30: vielleicht noch das weinende Kind weil das bestimmt auch nochmal die Aufmerksamkeit von anderen Kindern auf sich zieht.
00:05:37: Und welches wird möglicherweise übersehen?
00:05:41: Na vermutlich dass was einfach still vor seinem Heft sitzt.
00:05:45: Ja Und wir reagieren häufig zuerst auf Verhalten, dass den Unterricht unterbricht zum Beispiel.
00:05:52: Aber das Kind, das nicht stört kann genauso überfordert sein wie das Kind es ständig irgendwie auffällt.
00:06:00: Denn die ruhigen Kinder gelten schneller als diejenigen bei denen eigentlich alles läuft.
00:06:05: also diese nicht auffällig sind vielleicht nicht die Einzelkandidaten aber die gehen halt so im Fluss mit.
00:06:16: Dabei sagt die Ruhe zunächst auch gar nichts über das beobachtbare Verhalten.
00:06:21: Also nicht darüber, ob ein Kind den Lerngegenstand zum Beispiel verstanden hat oder nicht?
00:06:27: Gut aber lass uns mal erstmal bei dem Kind bleiben, dass er lieber stört weil ich glaube, dass es tatsächlich dann für viele Lehrkräfte auch eher ein Problem ist als sie stehen.
00:06:38: also dieses Kind stört lieber als seine Aufgaben zu bearbeiten.
00:06:45: Wir können jetzt damit anfangen, jede störende Verhalten als Schutzreaktion zu interpretieren.
00:06:52: Ja und genau das sollten wir tatsächlich auch nicht tun.
00:06:54: also Störverhalten kann unterschiedliche Ursachen und Funktionen haben.
00:06:58: es kann zum Beispiel mit Aufmerksamkeit oder Aufgabenvermeidung, sozialer Dynamik, Schwierigkeiten der Selbststeuerungen oder auch irgendwie Belastungen zusammenhängen zum Beispiel.
00:07:11: Und wir müssen die jeweilige Situation dann tatsächlich untersuchen.
00:07:16: Aber eine Erklärung verdient meiner Meinung nach besondere Aufmerksamkeit und das wäre der Schutz des eigenen selbstwärts.
00:07:25: Was steckt dahinter?
00:07:26: Der Psychologe Martin Covington hat sich intensiv damit beschäftigt, wie schulische Leistungen und Selbstwert zusammenhängen.
00:07:34: Und in seinem Buch beschreibt er das Misserfolg besonders bedrohlich werden kann wenn Kinder daraus Rückschlüsse auf ihre eigene Fähigkeit und ihren eigenen Wert ziehen.
00:07:45: Unter solcher Bedienung können dann Strategien entstehen die das Risiko eines sichtbar werden Misserfolgsverringern sollen.
00:07:53: Zum Beispiel erst gar nicht anfangen?
00:07:55: Ja!
00:07:55: oder eine Aufgabe möglichst lange hinauszögern.
00:07:59: Also der Gedanke dahinter lässt sich so beschreiben im Grunde, wenn ich mich wirklich anstrengen und trotzdem scheitere könnte ich daraus schließen dass ich nicht gut genug bin.
00:08:11: Und Wenn Ich Mich Gar Nicht Es Anstrengel Bleibt Eine andere Erklärung möglich und ich hätte es vielleicht geschafft wenn ich gewollt hätte
00:08:22: ich glaube was ähnliches hatten wir auch mal in der umgekehrten Art und Weise, dass Kinder die vermeintlich gut in Mathe sind sich dann tendenziell auch leichtere Aufgaben wählen.
00:08:37: Damit sie nicht scheitern Aufgaben vielleicht nicht schafft.
00:08:46: Genau, das hatten wir.
00:08:47: wenn die Lehrkräfte sagen immer du bist ein Mathe-Genie zum Beispiel dass das Gen auch versucht in diesem Sinne sein Bild irgendwie zu schützen und in dem Falle dann immer wieder leichtere Aufgaben auswählen wird um das Risiko zu minimieren zu fallen.
00:09:02: Und in diesem fall ist es dann umgekehrt.
00:09:06: also das Kind ist eigentlich sicher ob es die Aufgabenschaft Aber es will sein Bild schützen, indem es die Leistung vermeidet um nicht zu scheitern.
00:09:18: Ja das ist eine Form von Selbstwirtschaftsschutz zum Beispiel.
00:09:22: aber wichtig ist Es ist ein Erklärungsmodell.
00:09:25: wir dürfen daraus nicht ableiten dass jedes Kind das nicht arbeitet bewusst eine solche Strategie auch verfolgt.
00:09:34: Mich interessiert jetzt noch mal was anderes.
00:09:36: Also wenn ein Kind durchstören tatsächlich einer schwierigen Aufgabe entkommt, dann kann sich doch dieses Verhalten verfestigen über Zeit?
00:09:46: Ja also wenn eine Reaktion wiederholter zu führt dass eine unangenehme Anforderung entfällt, kann das definitiv die Wahrscheinlichkeit ähnlichen Verhaltens dann erhöhen und es ist eine verhaltensanalytische Überlegung.
00:10:01: Sie sagt zunächst noch nichts darüber aus, welche Gefühle oder Absichten das Kind dann tatsächlich hat.
00:10:07: Also wäre es an sich ein Fehler, das Kind jedes Mal von der Aufgabe zu
00:10:12: befreien?
00:10:12: Ja definitiv!
00:10:14: Ich muss die Störungen begrenzen und zugleich einen gangbaren Zugang zur Aufgabe eröffnen.
00:10:19: Das ist meine Aufgabe als Lehrkraft.
00:10:21: Es klingt aber nach einem recht schwierigen Gleichgewicht was man herstellen muss.
00:10:26: Ist es auch.
00:10:27: Also nehmen wir mal eine Mattestunde.
00:10:29: Ein Kind soll Aufgaben mit Szena-Übergang lösen, es beginnt nicht sondern erst stört.
00:10:35: und ich könnte sagen jetzt ist mein Schluss setze ich hin und fange mal an.
00:10:39: vielleicht sitzt es anschließend ruhig da aber es hat deshalb ja nicht die Arzt plus sieben berechnet.
00:10:46: Obwohl das unsere Lieblingsaufgabe ist?
00:10:48: Genau!
00:10:50: Also prüfe ich die fachlichen Vorschätzung.
00:10:53: Weißt das Kind, wie viele von der acht bis zu zehn dann fehlen?
00:10:57: Wie viel dann von der sieben übrig sind und so weiter.
00:10:59: Und sofort kann er sich die Zahlen zerlegen, kann jetzt wirklich die verliebten Zahlen
00:11:03: usw.,
00:11:04: und sofort hat er die einzelne Schritte um diese Aufgabe überhaupt leisten zu können.
00:11:09: Versteht es warum dieser Rechenweg dann hilfreich ist?
00:11:12: Wenn du es nicht kannst?
00:11:14: Dann braucht es fachliche Unterstützung aber anschließend soll es selbst einen nächsten Schritt übernehmen.
00:11:20: Das Ill ist es nicht, dass ich die Aufgabe für dieses Kind löse oder sich die ganze Zeit in wie bei ihm sitze.
00:11:26: Das ist es wirklich!
00:11:28: Dass es wieder handlungsfähig wird im Moment.
00:11:32: Wie sieht das dann aus wenn du jetzt dem Kind die Hilfestellung gibst und dabei aber feststellt, dass das einfach die Aufgabe problemlos lösen kann?
00:11:46: Das Kind aber trotzdem gestört hat durch Reihenrufe.
00:11:49: Da muss sich meine Hypothese wahrscheinlich verändern, also vielleicht ist die Aufgabe zu leicht, vielleicht liegt eine andere Schwierigkeit vor, vielleicht muss ich stärker an Arbeitsverhalten und Regeln dann arbeiten?
00:12:00: Dann ist denn eigentlicher Punkt... Ich darf nicht meiner ersten Erklärung festhalten soweit ich eine Hypothes aufgebaut habe wenn meine Beobachtungen dazu eigentlich gar nicht passen.
00:12:11: Ja, genau.
00:12:12: Und das gilt auch für unser pädagogischen Lieblings-Sybotesen.
00:12:15: Also nicht jedes störende Kind ist überfordert und nicht jedes stille Kind is ängstlich und auch nicht jedes weinende Kind hat Leistungsängste zum Beispiel.
00:12:25: Also professionelles Handeln beginnt damit dass wir unsere Vermutung als Vermutungen behandeln und eh mal wieder abgleichen.
00:12:35: Gut jetzt will ich eine Sache nochmal näher verstehen.
00:12:40: Also wir sagen den Kindern ständig, dass sie fragen dürfen.
00:12:44: Wir bieten Hilfekarten an, erklären Aufgaben und man steht dann auch für Fragen zur Verfügung.
00:12:51: wenn diese Hilfekette dann sozusagen zu keinem Erfolg geführt hat Warum nutzen da manche Kinder diese ganzen Möglichkeiten nicht?
00:13:01: Ja weil es Hilfe holen selbst eine anspruchsvolle Kompetenz ist.
00:13:05: also ein Kind muss zunächst bemerken das jetzt nicht weiter kommt.
00:13:09: Dann muss er es noch einschätzen, welche Art von Hilfe benötigt wird.
00:13:13: Es muss wissen an wen oder was irgendwie er sich wenden soll damit er Hilfe bekommt und es muss bereit sein seine Schwierigkeiten sichtbar zu machen.
00:13:21: Aber eigentlich sind ganz normale Dinge?
00:13:25: Für dich als erwachsene Person bestimmt für Kinder dass keine Selbstverständlichkeiten, also gerade jüngere Kinder können oft nicht genau benennen was sie nicht verstanden haben zum Beispiel.
00:13:38: oder Sie sagen dann ich kann das nicht und dabei fehlt in möglicherweise nur einen einzelnen Süßenschritt zum Beispiel.
00:13:46: Also es heißt wir müssen den Kindern denn auf jeden Fall beibringen, genauer zu fragen und zu schauen wo die Schwierigkeit liegt?
00:13:54: Ja genau und das Thema hatten wir schon d.h.
00:13:56: adaptive help seeking.
00:13:59: Und dabei geht es um das Thema tatsächlich Hilfeholen als selbst regulierte Lernstrategie.
00:14:07: In der Forschung wird dann unterschiedlich, ob die Schüler dann Hilfe nutzen, um selbst weiterzulernen oder ob sie beispielsweise nur eine fertige Antwort herhalten möchten.
00:14:17: Also ist nicht jedes Hilferoh in automatisch gut?
00:14:21: Nee.
00:14:22: Wenn ein Kind fragt, was das Ergebnis ist und einen anderen Kind nennt, im Anfang mal die Zahl, ist die Aufgabe vielleicht erledig aber wir wissen nicht ob ein Lernprozess dann stattgefunden hat.
00:14:31: Wahrscheinlich ja nicht!
00:14:33: Und wenn das Kind dagegen fragt wie kann ich anfangen oder anschließend selbst weiterrechnen als kann die Hilfe dann seine Selbstständigkeit unterstützen.
00:14:43: Dann kommen wieder zu den Helferkindern dieses frag erst drei.
00:14:49: dann mich hatten wir schon mal in einer folge besprochen und da hatten wer raus gearbeitet dass es zunächst erstmal nach einer guten idee klang
00:14:58: Ja, kann es auch.
00:14:59: Aber es ist jetzt nicht automatisch.
00:15:00: Das haben wir in der Folge ausführlich thematisiert.
00:15:03: Statt dir vor ein Kind hat die Zerlegung beim Zehnerübergang hier noch nicht verstanden und es fragt drei andere Kinder und das erste Salk weiß ich auch nicht.
00:15:12: Das zweite nennt das Ergebnis und das dritte erklärt vielleicht einen Rechenweg den das Kind ebenfalls nicht versteht?
00:15:18: Was hatte dieses Kind jetzt gewonnen?
00:15:21: Vielleicht nur drei weitere Erfahrungen, wie man nicht weiterkommt.
00:15:24: Genau und vielleicht hat es jetzt noch weniger los wirklich seine Schwierigkeiten zu zeigen Und Pech kommt auch an top.
00:15:31: wenn in der Klasse kein gutes ja soziales Zusammensein irgendwie denn herrscht dann hat dieses Kind richtig Pech.
00:15:40: Das war ja auch so ein bisschen.
00:15:41: dann Ja die Quintessenz der Folge dass dieses frag erst drei einfach nicht unbedingt eine Hilfe ist wenn die Kinder gar nicht wissen, wie sie sich einander sinnvoll unterstützen sollen?
00:15:56: Genau.
00:15:57: Und Peerhilfe muss wirklich aufgebaut werden.
00:15:59: Das ist eine Kompetenz, die wirklich in wie trainiert werden muss.
00:16:02: Die Kinder brauchen wirklich Strategie, wie Sie erklären, wie nachfragen und Hinweise geben können.
00:16:08: Wirklich ohne Lösungen einfach vorzusagen!
00:16:11: Es muss Situationen geben, mit denen die Lehrkraft unmittelbar ansprechbar bleibt – das ist wichtig.
00:16:16: Wer die Folge noch nicht gehört hat ... aber auch gesagt, dass diese PIR-Hilfe aufgebaut werden muss.
00:16:25: Damit nicht jedes Kind jederzeit zur Lehrkraft kommt weil sonst würde ja die Unterrichtsorganisation zusammenbrechen.
00:16:32: Ja deswegen brauchen wir wirklich eine Durchdaterhilfestruktur in der Klasse also zum Beispiel bekannte Hilfekarten konkrete Satzstarte klare Absprachen.
00:16:42: Die Struktur muss
00:16:43: auch
00:16:44: zum Entwicklungslehrstand der Kinder passen Also sie darf nicht dazu führen das Hilfe praktisch unerreichbar orientieren wird.
00:16:52: Wie gesagt, wir hatten ja schon mal eine Folge drüber gemacht.
00:16:54: aber um es hier nochmal ein bisschen abzurunden kannst du noch einmal so ein paar konkrete Sachen nennen die du den Kindern beibringen würdest?
00:17:05: Ja zum Beispiel den Unterschied zwischen drei Aussagen zu erkennen.
00:17:09: also ich weiß es nicht was soll ich machen oder ich weiß was ich machen soll wie ich anfangen soll und ich habe angefangen, komme aber an dieser Stelle nicht weiter.
00:17:20: Und das ist ja tatsächlich dann der Unterschied?
00:17:23: Ja tatsächlich weil jede Aussorge verlangt möglicherweise eine andere Hilfe.
00:17:27: bei der ersten muss sich den Auftrag klären, bei der zweiten den Einstieg ermöglichen und bei der dritten dann den konkreten fachlichen Stolperstand vielleicht finden.
00:17:38: Gut da hatten wir auch gesagt Hilfe holen selbst es ja eigentlich der Lerngegenstand.
00:17:43: dann
00:17:46: Ja, wenn Kinder diese Kompetenz noch nicht besitzen dann dürfen wir ihnen nicht einfach mangelne Selbstständigkeit vorwerfen.
00:17:52: Also Selbstständigkeit ist auch eine Kompetenz die aufgebaut werden muss.
00:17:56: Lass uns nochmal zu dem Kind zurückkommen dass seine Arbeit vor dem Lehrer versteckt.
00:18:03: also es finde ich eigentlich nochmal ein bisschen beunruhender als das störende Kind weil's ja tatsächlich gar nicht auffällt.
00:18:11: Wenn ein Kind stört muss sich ja gleich reagieren.
00:18:15: aber Wenn mir jetzt ein Kind still versucht, seine Schwierigkeiten zu verbergen, merke ich vielleicht auch lange gar nichts.
00:18:23: Ja genau deshalb müssen wir uns fragen wie sicher ist sich für einen kind wirklich anfühlt im Unterricht etwas nicht zu können?
00:18:31: Aber wir können ja nicht verhindern dass die Kinder ihre Leistung miteinander vergleichen.
00:18:35: Nee!
00:18:36: Vergleichend gehört zur soziale Realität der Schule leider irgendwie ganz oft.
00:18:44: Aber wir können schon beeinflussen, welche Vergleiche wir durch unsere Unterrichtsgestaltung zusätzlich verstärken.
00:18:51: Okay zum Beispiel?
00:18:53: Wenn wir ständig fragen wäre es schon fertig?
00:18:56: oder sagen schaut mal wie schnell die anderen Netz geschafft haben?
00:18:59: oder wenn wir immer dieselben Kinder als besonders leistungsstarker vorheben dann vermitteln Schon finde ich, dass Geschwindigkeit und fehlerfreie Ergebnisse wie besonders wichtig sind.
00:19:16: Aber wenn jetzt ein Kind schnell arbeitet dann sollte man das doch trotzdem anerkennen oder?
00:19:23: Ja schon aber nur sollten wir unterscheiden was wir eigentlich anerkennen.
00:19:27: also ist es die Geschwindigkeits- oder ist es eine geschickte Strategie Oder ist es ein sorgfältig begründeter Lösungsweg oder ist es die Entwicklung gegenüber dem bisherigen Lernstand?
00:19:40: Und du würdest eher den Lernprozess hervorheben.
00:19:43: Wenn das fachlich sinnvoll ist, ja definitiv!
00:19:45: Also ich stelle dir zwei Kinder vor... Das erste löst zwanzig Aufgaben zum Zehnerübergang fehlerfrei weil er es die Strategie an Verlängens beherrscht.
00:19:55: An der Stelle seid ihr hingestellt ob die Stunde dann sinnvoll wird für dieses Kind.
00:19:59: und dann das zweite schafft vier Aufgaben kann aber zum ersten Mal wirklich fundiert, erklären wie es vielleicht die zweite Zahl zerlegt hat und warum es bis zu zehn ergänzt hat um dann weiter gerechnet hat.
00:20:15: Und welches Kind hat in dieser Stunde möglicherweise den größeren Lernfortschritt gemacht?
00:20:19: Ja du hast das ja ein bisschen gespoilert also dann tippe ich mal aufs zweite!
00:20:24: Aber wenn wir ausschließlich die Anzahl der elektrifikten Aufgaben irgendwie tatsächlich betrachten bleibt dieser Fortschritt irgendwie unsichtbar und dabei ist er so cool.
00:20:35: Gut, dann ist es an sich ein Problem der Leistungsrückmeldung.
00:20:39: Ja und der Aufgabenqualität tatsächlich?
00:20:42: Wir sollten nicht nur sehen wie viel ein Kind bearbeitet hat sondern auch wirklich welche Kompetenz dabei sichtbar geworden ist.
00:20:51: Du hast vorhin gesagt Kinder müssten ihre Schwierigkeiten zeigen können.
00:21:00: Welche Rolle spielt dabei die Beziehung zur Lehrkraft von dem Kind?
00:21:05: Zum Thema Beziehung hatten wir schon eine Folge, wo wir das... es ging irgendwie darum.
00:21:10: Lehrer müssen nicht nett sein?
00:21:11: Genau!
00:21:12: Lehrer müssen nichts nett sein.
00:21:13: also an der Stelle merke ich an.
00:21:15: Eine Beziehungen und eine gute Beziehungs- heißt es lange nicht dass es eine harmonische Beziehungehen wie sein muss.
00:21:22: Also
00:21:23: Beziehing ist erstmal so einer Art aufgebautes Verhältnis.
00:21:29: Beziehung spielt irgendwie eine wichtige Rolle, aber es ist nicht der einzige Bestandteil was relevant ist.
00:21:38: Es gibt Studien zum Beispiel aus dem Jahr two-thausend elf, eine Metallanalyse von neunzehntig Studien zur emotionalen Qualität von leerer Schülerbeziehungen und dabei wurden dann Zusammenhänge zwischen der Beziehungsqualität im schulischen Engagement und der Leistung festgemacht und diese Zusammenhänge mit dem Engagement waren insgesamt stärker als diejenigen, mit der Leistung.
00:22:07: Also reicht eine gute Beziehung damit Kinder besser lernen?
00:22:11: Nee, das wäre ein bisschen überinterpretiert.
00:22:14: Die Meta-Analyse untersort überwiegend Zusammenhänge.
00:22:18: Daraus können wir nicht einfach ableiten, dass eine gute Beziehung allein einen bestimmten Lernfortschritt verursacht.
00:22:26: Aber die Befunde zeigen, dass Beziehungen für schulisches Lernen relevant sind.
00:22:33: Was heißt es für das versteckte Arbeitsblatt?
00:22:36: Dass ich mich als Lehrgrafargen sollte, welche Erfahrungen das Kind macht... wenn es mir eine unvollständige oder fehlerhafte Arbeit zeigt.
00:22:46: Reagiere ich mit Interesse am Lernprozess?
00:22:49: Oder mit Enttäuschung, Ungeduld oder öffentlichem Vergleich?
00:22:55: Oder oder oder
00:22:56: Aber wenn ein Kind seit zwanzig Minuten nichts gemacht hat bin ich vielleicht tatsächlich enttäuscht.
00:23:04: Ja, vielleicht Nachvollziehbar, aber auch nur vielleicht.
00:23:09: Aber meine Enttäuschung erklärt noch nicht, warum das Kind nichts gemacht hat.
00:23:14: Sie hilft mir auch nicht automatisch den nächsten Lernschritt irgendwie zu finden und dem Kind auch nicht.
00:23:20: Also müsste ich mich dann fragen was das Kind aus meiner Reaktion lernt?
00:23:25: Ja, lernt es wenn ich Schwierigkeiten habe bekomme ich Unterstützung oder lernt ist.
00:23:30: wenn die Schwierigkeiten zeigen wird es unangenehm egal in welcher Form.
00:23:36: Dann kann das Verstecken einer Arbeit auch so ein bisschen was über die Lernumgebung an sich auch sagen.
00:23:44: Ja, es kann schon ein Anlass sein irgendwie die Lerne umgebogen und das Lernklima zu überprüfen.
00:23:50: aber nicht jedes Kind versteckt auch seine Arbeit wegen der Lehrkraft.
00:23:53: Erfahrung mit der Klasse im Allgemeinen also oder eigene Leistungsansprüche oder andere Belastungen können dann auch eine Rolle spielen Und wir müssen offen bleiben.
00:24:05: Dann stelle ich mir die Frage, wir hatten ja jetzt die Kinder, die das Blatt verstecken.
00:24:12: Aber wie sieht es dann mit Kindern aus?
00:24:14: Die eigentlich gar nichts verstecken sondern einfach nur still da sitzen und hoffen dass niemand sie anspricht und die Zeit vergeht.
00:24:22: Ja, die dürfen wir auf gar keinen Fall vergessen!
00:24:24: Ein Kind das keine Probleme macht ist nicht automatisch ein Kind das kein Problem hat.
00:24:32: Das ist wichtig.
00:24:33: das anzumerken finde ich.
00:24:36: Dann lass uns noch mal zum weinenden Kind kommen.
00:24:41: Also ich finde hier gerade Lehrkräfte schnell in so eine schwierige Situation.
00:24:48: Auf der einen Seite will man ja die Emotionen der Kinder ernst nehmen Andererseits müssen die Kinder vielleicht aber auch lernen, dass nicht jede schwierige Aufgabe ein Grund ist Die Arbeit abzubrechen oder einzustellen.
00:25:06: Ja, deshalb sollten wir auch nicht jedes Wein automatisch als Überforderung interpretieren.
00:25:10: Also ein Kind, kein Wein weil es eine Aufgabe nicht versteht.
00:25:14: Ein anderes, weil er sein Fehler gemacht hat.
00:25:16: Ein Drittes, weil sich mit anderen irgendwie vergleichen und dadurch frustrieren ist.
00:25:22: Und wieder ein Anderes, weil es bereits vor dem Unterricht belastet war, wenn irgendjemand Stress hatte und gerade emotional in jeder Lage ist diese Aufgabe zu lösen.
00:25:33: Es gibt viele andere Gründe warum... Kind im Unterricht weinen kann.
00:25:37: Also der Grund muss gar nicht am Unterricht liegen, sondern kann auch außerhalb sein.
00:25:42: aber was ich mich jetzt frage?
00:25:44: Was macht man dann in der Situation?
00:25:46: also ich kann ja nicht jedes mal irgendwie ein langes Gespräch mit den Kindern führen die Wein.
00:25:49: Das
00:25:50: muss ich hier auch gar nicht!
00:25:51: Zunächst geht es darum die Situation respektvoll aufzufangen finde ich und Man kann anfangen nur zu sagen, ich sehe, dass du dich gerade ärgerst oder du bist gerade enttäuscht.
00:26:02: Oder wir schon gleich gemeinsam wie es weitergeht.
00:26:06: Ich gebe den Kindern nemer Zeit und Raum sich erst mal einzufangen um überhaupt ins Gespräch zu kommen also je nachdem ob die Kinder sehr aufgewühlt sind oder nicht bekommen sie entweder die Möglichkeit irgendwie kurzball Abstand zu nehmen oder irgendwie auf jeden Fall Zeit ohne Druck und erst dann gehen wir dann ins Gespräch.
00:26:28: Macht es nicht Sinn, die Situation oder dem Kind ein bisschen zu signalisieren?
00:26:33: Ist doch nicht schlimm.
00:26:36: also dieser Angst so... dem Kind vielleicht ein bisschen die Angst zu nehmen?
00:26:44: Naja ich will auch nicht relativieren.
00:26:48: Also ich möchte nicht die Situation relativieren.
00:26:50: Vielleicht ist es für das Kind irgendwie wirklich bedeutsam Und wer bin ich zu sagen Es ist nicht schlimm.
00:26:56: Also ich muss die Bewertung des Kindes nicht übernehmen, aber ich kann anerkennen dass es in dieser Situation gerade belastend ist.
00:27:04: Okay dann wäre also der nächste Schritt also erstmal man teilt den kind die beobachtung mit die man gemacht hat bietet vielleicht ja die hilfe an und Der nächste schritt werden herauszufinden Was dahinter steckt?
00:27:21: Tatsächlich, aber erst dann wird das Kind dafür zugänglich ist.
00:27:26: Da hilft uns auch irgendwie eine Theorie.
00:27:29: Sie beschreibt die Leistungsemotion unter anderem mit der subjektiven Bedeutung einer Situation und der wahrgenommenen Kontrolle über deren Ausgang zusammenhängen.
00:27:39: Okay, habe ich noch nicht ganz verstanden.
00:27:41: Kannst du das an Beispiel irgendwie deutlich machen?
00:27:44: Nein, ein Kind möchte unbedingt alles richtig machen!
00:27:46: Es bewertet Fehler als besonders schlimm.
00:27:49: Gleichzeitig ist es unsicherer ob er seine schwierige Aufgabe wähltigen kann und diese Kombination kann negative Leistungsemotionen begünstigen.
00:27:57: Das heißt, ein anderes Kind erlebt die selbe Aufgabe vielleicht aber als interessante Herausforderung.
00:28:06: Was du damit sagst die emotionale Reaktion der Kinder auf die Aufgabe nicht allein an diesem objektiven Schwierigkeitsgrad, also ein Stern, zwei Stern, drei Sternen-Aufgabe liegt sondern eher wie das Kind an diese Aufgabe herangeht.
00:28:26: Ja genau und das ist didaktisch bedeutsam.
00:28:29: Manchmal müssen wir an den fahrlichen Voraussetzungen arbeiten aber manchmal auch daran wie Kinder Fehler Anstrengung und Lernfortschritt bewerten.
00:28:39: Wie würde das konkret aussehen?
00:28:40: Da stellt ihr vorhin ein Kind weint, weil es beim Rechnen ein Fehler gemacht hat.
00:28:45: Also ich könnte sagen du hast einen Fehler gemacht.
00:28:47: wir schauen jetzt an welcher Stelle dein Rechenweg anders verlaufen ist.
00:28:51: damit wert der Fehler zum Gegenstand fachlicher auseinandersetzung und nicht aber zum Beleg dafür dass das Kind etwas grundsätzlich nicht kann.
00:29:04: Aber Ist es nicht manchmal auch wichtig Kindern zu sagen Ja, dazu gehören?
00:29:10: Ja schon.
00:29:11: Aber dieser Satz allein reicht ja auch nicht aus.
00:29:13: also wenn ich sage Fehler sind Helfer aber anschließend bei jedem Fehler genervt reagiere erleben dann die Kinder ein Widerspruch und dann ist es halt schwierig.
00:29:22: eine positive Fehlerkultur entsteht nicht durch einen Spruch an der Wand.
00:29:28: Also sie zeigt sich da reden wie wir tatsächlich mit den Fehlern im Alltag umgehen.
00:29:34: Die Kinder beobachten noch sehr genau wie wir reagieren auf Fehler.
00:29:39: Wir haben auch feine Antennen.
00:29:42: Wir müssen aufpassen, dass wir nicht ausschließlich richtige Ergebnisse wertschätzen.
00:29:47: Gerade in Mathematik können falsche Ergebnisse interessante Einblicke in Denkwinge ermöglichen und die sollen aufgegriffen werden.
00:29:56: Macht es Sinn, falsche Vorstellungen zum Beispiel der Klasse zu präsentieren?
00:30:06: Hier wurde der Fehler gemacht, diese falsche Vorstellung.
00:30:10: Wir wollen das Kinder tragfähige Vorstellungen und Strategien entwickeln.
00:30:14: Also Fehler können uns dabei helfen wirklich zu erkennen welche Vorstellungsbereits vorhanden sind und wo gibt es noch irgendwie Schwierigkeiten?
00:30:23: Das heißt aber auch nicht dass jeder Fehler automatisch lernförderlich ist.
00:30:28: entscheidend ist an der Stelle weil sie wir wirklich mit diesen Fehler machen.
00:30:33: Jetzt möchte ich nochmal einen kleinen Ausflug machen.
00:30:37: Und zwar hatten wir eine Folge gemacht, die hieß Die neue Superkraft der Schüler Resilienz.
00:30:45: Wenn wir jetzt jedes mal ein Kind sofort emotional auffangen sobald was schwierig wird Nehmen wir den Kindern dann nicht die Möglichkeit diese Frustration selbst zu bewältigen und ja Resilienten auszubilden?
00:31:01: Das wäre tatsächlich eine Gefahr wenn wir jede Schwierigkeiten sofort beiseite schaffen würden.
00:31:08: Aber emotionale Unterstützung bedeutet nicht, dass wir Herausforderungen abschaffen.
00:31:13: Sie können gerade dabei helfen wirklich, dass ein Kind sich einer Herausforderung wieder zuwendet.
00:31:19: wie gesagt Zeit und Raum geben, dass die Kinder ja sich selbst regulieren können.
00:31:26: Und woher weiß ich wann ich helfen muss?
00:31:30: Das lässt sich nicht mit einer Starnregel wie beantworten, das ist immer eine Mischung aus Bochgefühl und Kopfgefühl.
00:31:41: Ich muss die Intensität der Belastungen, die Situation vielleicht auch den Entwicklungsstand des Kindes und vorhandenen Bewältigungsstrategien berücksichtigen.
00:31:54: Manchmal genügt es dem Kind, vielleicht einen Moment Zeit zu geben.
00:31:58: Vielleicht das Angebot zu machen und sich kurz zu entfernen aus dem Raum.
00:32:02: Das ist auch eine Möglichkeit.
00:32:04: Und manchmal hilft nur ein kurzer Hinweis.
00:32:08: Manchmal braucht es einfach mehr Unterstützung.
00:32:13: Also kann man sich auch so ein bisschen ran tasten an die Situation?
00:32:18: Aber irgendwie bleibt trotzdem dann immer ein Stück Unsicherheit.
00:32:24: Pädagogische Professionalität bedeutet nicht, jede Situation zweifelsfrei diagnostizieren zu können.
00:32:31: Also sie bedeutet begründete Entscheidung zu treffen und ihre Wirkung zu überprüfen.
00:32:37: Das ist unsere Arbeit.
00:32:40: Und was ist mit dem Kind das nach dem Trösten wieder ruhig ist?
00:32:44: Da sollten wir uns nicht zu früh irgendwie zufrieden stellen.
00:32:48: Also wenn ein Kind aufhört zu weinen, bedeutet das lange nicht dass sein Lernproblem dann gelöst ist?
00:32:55: Vielleicht ist es emotional wieder stabiler aber wenn er die Aufgabe weiterhin nicht versteht müssen wir einfach Fachlich ansetzen.
00:33:03: Okay also brauchen wir in solchen Situation beides einmal diese emotionale Unterstützung und auf der anderen Seite dieser didaktische Klarheit
00:33:12: Ja, und beides darf auch nicht inwiege gegeneinander ausgespielt werden.
00:33:16: Okay also wir haben jetzt besprochen wie man erkennt dass Kinder überfordert sein könnten?
00:33:23: Man muss dann nochmal gezielt drauf gucken Ob diese Beobachtung und die Hypothese, die wir gemacht haben tatsächlich auch zutrifft?
00:33:34: Genau.
00:33:34: Und dann gucken wir auch, dass wir die Kinder nicht in den Schubladen stecken wo sie feststecken und das Kind ist immer so.
00:33:41: Deswegen kann er die Aufgabe nicht deswegen weint es sondern unsere Hypothesen müssen stets überarbeitet werden noch mal infrage gestellt werden brauchen, diese professionelle Haltung um das immer wieder zu machen.
00:33:57: Also nicht die Kinder sind schuld sondern irgendwas ist was Probleme macht und wir müssen es hinterfragen.
00:34:06: Gut ich denke mal wir haben jetzt ausführlich über die Kinder gesprochen.
00:34:12: Die Überforderung kann aber auch andere Ursachen haben zum Beispiel die Aufgaben die die Kinder bearbeiten sollen.
00:34:23: Was is wenn eigentlich die Aufgabe selbst das Problem ist.
00:34:27: Also wir haben als Lehrkraft eine Aufgabe gewählt, die die Kinder mit dem jetzigen Wissenstand einfach nicht bearbeiten können.
00:34:36: Ja dann müssen wir prüfen ob die Anforderungen zum Lernziel und zu den Voraussetzungen der Kinder passen.
00:34:43: Aber wir hatten auch gesagt dass Aufgaben auch herausfordernd sein sollen.
00:34:49: Also wenn jedes Kind alles sofort kann und keine Probleme hat, die Aufgaben zu bearbeiten dann würde auch weniger Lern stattfinden.
00:34:58: Ja das richtig aber das Ziel ist nicht Schwierigkeiten zu vermeiden.
00:35:01: Das Ziel ist Aufgaben so zu gestalten dass Kinder an ihnen wirklich lernen können.
00:35:07: Woran erkenne ich den Unterschied zwischen einer guten Herausforderung und einer Überforderung?
00:35:15: Indem ich genauer auf die fachlichen Anforderungen schaue.
00:35:19: Also nehmen wir mal wieder den Szenarübergang.
00:35:22: Ein Kind soll acht plus sieben berechnen, es kennt die Zerlegung sicher.
00:35:28: Es kann die Ergänzung zur Zehn irgendwie nutzen.
00:35:31: Für dieses Kind ist die Aufgabe möglicherweise eine sinnvolle Übung.
00:35:34: Ein anderes Kind kann die Sieben noch nicht sicher zerlegen.
00:35:39: So für dieses Kind kann dieselbe Aufgabe eine deutlich höhere Anforderung darstellen.
00:35:45: ganz klar und dann ist die Frage was mache ich?
00:35:48: Aber vielleicht lernt das ja die Zerlegung gerade dadurch, dass es sich an der Aufgabe versucht und testet.
00:35:56: Ja, das möglich!
00:35:57: Nur müssen wir beobachten ob die Aufgabe tatsächlich zum Aufbau dieser Vorstellung irgendwie beiträgt.
00:36:02: also wenn das Kind wiederholen zählend rechnet und die angestrebte Strategie nicht entwickelt dann reicht die bloße Wiederholungen ähnliche Aufgaben möglicherweise gar nicht aus um das irgendwie bewältigen zu
00:36:14: können.
00:36:15: Okay so was du sagst ist Das Kind nutzt eine Strategie, die zwar funktioniert.
00:36:22: Aber die nicht die sinnvollste Strategie für das Lösen der Aufgabe ist und dadurch wird diese neue Kompetenz, die es eigentlich nutzen soll, nicht aufgebaut.
00:36:34: dann braucht es eine gezietere Unterstützung.
00:36:39: Ja also kognitive Beleistung bedeutet wirklich wenn die Aufgabe mehr verlangt.
00:36:44: Also wir tatsächlich sehen und das ist unsere Aufgabe als Lehrkraft bei der Vorbereitung des Unterrichts, genau hinzukucken.
00:36:52: Was ist in der Aufgabe, acht plus sieben irgendwie zu beachten?
00:36:56: Was?
00:36:56: vielleicht sieht es so einfach aus.
00:36:59: Aber tatsächlich ist es schwierig.
00:37:01: und
00:37:02: da sind wir wieder bei dieser Kognitive Load Forschung von John Zweller oder?
00:37:07: Genau!
00:37:07: Und er hatte untersucht wie Problemlöseprozesse die begrenzen Verarbeitungskapazitäten des Arbeitgedächtnisses beanspruchen können.
00:37:16: Seine Arbeit zeigt unter anderem dass die Kinder mit wenig Vorwissen bei bestimmten Problemlöser-Anforderungen so stark wie der Lösungssuche beschäftigt sein können, dass der Aufbau neuer Wissensstrukturen dadurch erschwert wird.
00:37:35: Wir
00:37:35: haben nicht genug Platz im Kopf um das bewältigen zu können.
00:37:39: Genau also im Endeffekt sagt er diese Theorie die Kinder haben nur begrenzten Arbeitsspeicher den sie zum Lösen der Aufgaben irgendwie nutzen können.
00:37:50: Und wenn man den mit bestimmten Bereichen überlegt, die eigentlich nicht für den Aufbau der Kompetenz geeignet sind.
00:38:01: Also dass das Kind sich eher darauf konzentriert die Aufgabe überhaupt zu verstehen statt zu lösen.
00:38:08: Da waren ja auch so eine Sachen wie Wenn der Klassenzimmer voller Poster ist und es dadurch abgelenkt wird, dass das alles die Möglichkeit der Kinder mehr Aufgaben zu löse beeinträchtigt.
00:38:22: Im Umkehrschluss heißt es dann, dass wir Kindern keine offenen Probleme geben sollten?
00:38:29: Nee also die Forschung rechtfertig auch nicht in wie ein pauschales Verbot offener Aufgaben mal so entscheidend ist unter anderem welches Vorwissen vorhanden ist und welche Unterstützung angeboten wird.
00:38:41: Offene Aufgaben können völlig sinnvoll sein und wertvoll.
00:38:45: Offenheit allein ist noch kein Qualitätsmerkmal.
00:38:50: Dann lass uns mal ein Beispiel nehmen, also ein Kind bekommt eine Sachaufgabe es soll die Aufgabe erstmal lesen dann muss das ja die Information verstehen dann muss es wahrscheinlich die Operatoren erkennen und entscheiden was sind die operatoren?
00:39:08: da muss es überprüfen welche Rechnung passt dazu?
00:39:12: Es muss dann anfangen zu rechnen Und am Ende nochmal eine Antwort formulieren.
00:39:18: Ja, und jetzt müssen wir uns fragen was wir tatsächlich deinen überprüfen oder aufbauen möchten an der Stelle?
00:39:23: Also geht es um das mathematische Modellieren, geht es darum das Rechnen, um das Lesen, mathematischer Texte oder um mehrere dieser Kompetenzen gleichzeitig?
00:39:34: Okay aber ich dachte im Unterricht greifen diese Kompetenz noch ineinander?
00:39:39: Ja schon, also wir sollten sie nicht grundsätzlich voneinander trennen.
00:39:42: Aber wenn ein Kind scheitert muss ich erkennen können an welcher Stelle die Schwierigkeit tatsächlich liegt.
00:39:47: und vielleicht beherrscht es Die Rechnung versteht aber den Text nicht.
00:39:51: Vielleicht ist die Lesekompetenz noch nicht gut ausgeprägt?
00:39:54: Vielleicht versteht es die Situation kann aber keine passende mathematische Darstellung entwickeln oder Es findet eine geeignete Rechnungen scheitern aber an der Ausführung
00:40:05: Und je nachdem Wo dann die Fehlerquelle liegt, braucht es eine andere Unterstützung.
00:40:11: Ja und das ist die didaktische Passung!
00:40:13: Nicht einfach die Aufgabe leichter machen sondern die relevante Schwierigkeit erkennen.
00:40:19: Das wäre jetzt die Überforderung mit Aufgaben.
00:40:22: aber es gibt ja auch eine Unterforderung Mit Aufgaben.
00:40:27: also ich würde gerne nochmal über diese Seite sprechen.
00:40:30: was ist mit dem Kind das Aufgaben rechnet oder die es schon längst kann?
00:40:38: Das sitzt dann vielleicht ebenfalls vor dem Heft und beginnt einfach nicht.
00:40:42: Ja, das kann auch vorkommen!
00:40:44: Also wenn Aufgaben dauerhaft keine angemessene Herausforderung bieten, kann die Beteiligung dann senken.
00:40:52: Wir dürfen aber hier auch nicht vorschnell schließen – das finde Mitarbeit automatisch Unterforderungen bedeutet.
00:41:00: Gut jetzt stehen wir wieder vor dem Problem dass zu schwere und so leichte Aufgaben eigentlich das gleiche Verhalten auslösen können?
00:41:09: Ja, beide können mit geringer Beteiligung einäher gehen.
00:41:13: Mit Störverhalten und und und Und das ist ein wichtiger Grund weshalb wir verhalten nicht unmittelbar als Diagnose verwenden dürfen.
00:41:21: Wie unterscheidest du es dann?
00:41:24: Ich prüfe was das kinfachlich bereits kann.
00:41:28: Kann jetzt die Aufgaben sicher und verständig lösen?
00:41:31: also oder kann es einen Rechenweg erklären, kann es Zusammenhänge übertragen?
00:41:37: und wenn ja, ist vielleicht eine vertiefende Herausforderung statt weiterer gleichartige Aufgaben.
00:41:43: Das macht ihr gar keinen Sehen, wenn das Kind schon kann!
00:41:47: Also nicht einfach nochmal zwanzig Rechnungen?
00:41:50: Also was wir nicht machen dürfen ist gleich okay, das Kind ist sicher im Zahnraum bis zwanziger und deswegen rechnet er jetzt im Zahnenraum bis einhundert.
00:41:59: Differenzierung setzt vor aus, dass wir eine kognitive Leistung erhöhen.
00:42:04: Das ist das Thema.
00:42:09: Vielleicht soll es jetzt in wie verschiedene Rechenwege vergleichen.
00:42:13: Vielleicht soll er erst eine Aufgabe entwickeln, vielleicht untersuchen ob eine Aussage irgendwie gilt oder nicht?
00:42:20: Er soll begründen, er soll modellieren und das sind Differenzierungenstufen die eine höhere konektive Leistung wie erfordern und diese dann sinnvoll für die Differensierung.
00:42:31: Okay interessant also was du sagst ist wenn das Kind den Zahlenraum Zähner beherrscht, geht es gar nicht darum auf das nächste Thema vorzugreifen und zu sagen hey du bist schon top im zähner Raum.
00:42:47: Dann machen wir jetzt den zwanziger Raum sondern da würde es dann darum gehen weiter Herausforderung im Zähneraum zu finden also dass das Kind das ganze Nummer vertieft von der anderen Seite bearbeitet.
00:43:05: Genau, und das ist halt der Punkt.
00:43:08: Das Thema haben wir immer wieder auch beim Seminare.
00:43:11: also wie kann ich Kinder differenzieren die die Aufgaben ja schon kennen?
00:43:14: Ja in die Leistungsdifferenzierung können auch insofern erfolgen dass sich wirklich die Denkleistung erhöhe und man tut es sich ziemlich leicht irgendwie das Kind an Verweiter zu schicken in den nächsten Zahlenraum.
00:43:26: Das Kind freut sich natürlich auch im zwanziger Raum oder hundert herum aber es ist nicht sinnvoll.
00:43:35: Okay, dann ist Differenzierung nicht nur eine Frage der Unterstützung für schwächere Kinder.
00:43:40: Sondern auch der fachlichen Herausforderung für Kindern mit weiterentwickelten Kompetenzen und wir sollten uns wirklich merken ein Kind das nicht arbeitet sagt uns noch nicht ob eine Aufgabe zu schwer zu leicht oder aus einem anderen Grund irgendwie Unpassendes Und unsere pädagogische Grundhaltung sollte so sein dass wir das hinterfragen, dahinter gucken und versuchen, den Grund rauszufinden.
00:44:09: Gut!
00:44:09: Wir haben jetzt relativ viele mögliche Erklärungen gesammelt.
00:44:16: Ich sehe aber noch ein Problem.
00:44:18: Wenn dein Kind nicht arbeitet, könnte es überfordert sein unterfordert zu sein verunsichert unmotiviert oder organisatorisch überlastet?
00:44:30: Es kann einen ganz anderen Grund haben, der nichts mit unserem Unterricht zu tun hat.
00:44:35: Woher soll ich denn wissen was jetzt tatsächlich zutrifft?
00:44:39: Indem mich nicht nur vermute sondern wirklich gezielt überprüfe.
00:44:44: Lass uns das mal nochmal so ein bisschen ordnen.
00:44:46: also welche Fragen sollte ich als Lehrkraft im Kopf haben wenn ein Kind wiederholt und nicht arbeitet?
00:44:52: wie bildest du die Hypothesen und überprüfst sie?
00:44:57: Versteht das Kinder den Arbeitsauftrag?
00:45:00: Deswegen fragen wir immer wieder, kann jemand den Arbeitsauftrag mit seinen Eigenwörtern erläutern.
00:45:05: Und am liebsten nimmt man sich die Kinder, die es schwer haben sonst zu verstehen um da schon an der Stelle denen die Möglichkeit zu geben gründlich drüber nachzudenken und selbst überprüfen ob sie das verstanden haben.
00:45:18: sind die notwendigen fachlichen Voraussetzungen vorhanden?
00:45:22: also das muss schon Eigentlich schon davor passiert sein.
00:45:25: Ich kann nicht in wie sagen nimmt das bo x Seite y bearbeitet Aufgabe drei ohne dass geprüft zu haben, dass die fahrlichen Vororsetzungen bei den Kino vorhanden sind um das überhaupt leisten zu können.
00:45:37: Also und das ist relativ Einfach zu machen, dafür gibt es den Rahmenlehrplan erst einmal.
00:45:44: Den schnappen wir uns wenn wir unsicher sind.
00:45:46: was dürfen die Kinder bis dahin gemacht haben?
00:45:48: Was sollten sie können?
00:45:50: Wenn ich da diesen Abgleich in ABC und D gemacht habe, gucke ich dann nehme ich die Aufgaben auseinander und guck welche Kompetenzen sind in dieser Aufgabe irgendwie vorhanden und können die Kinder und anderen?
00:46:03: dessen kann ich dann differenzieren.
00:46:06: Das sollten die Basics, das ist im Koffer der Lehrkraft drin.
00:46:12: Dieser Abgleich sollte immer stattfinden.
00:46:15: Ansonsten brauche ich mich nicht wundern, wenn ein Kind eine Aufgabe nicht leisten kann, wenn die Lernvororsetzung einfach nicht vorhanden sind.
00:46:24: Weiter wäre weißgelingt mit gezielter Unterstützung?
00:46:31: Wie kommt das Kind vorwärts, wenn man unterstützt?
00:46:35: Danach, welche zusätzlichen Anforderungen spielen dann eine Rolle?
00:46:38: Sprache, Organisationen, Selbststeuerung, Emotionen und, dass ich das im Blick habe.
00:46:44: Und da auch irgendwie sensibilisiert bin, dass das auch eine Rolle spielen kann wenn ein Kind überfordert ist.
00:46:52: Und dann zuletzt vielleicht noch, wann tritt das Verhalten auf?
00:46:56: Also da muss man ein bisschen den Zeitraum etwas erweitern und gucken.
00:47:01: Wann passiert das also?
00:47:02: Welches Muster lässt sich über mehrere Situationen erkennen?
00:47:06: Ist es irgendwie ein Matheproblem oder ist es ein Deutschproblem?
00:47:09: Ist das ein Problem was immer nach der kurzen Pause irgendwie auftritt?
00:47:12: Ist dass ein Problem, was immer in einer ersten Stunde passiert wenn das Kind von zu Hause irgendwie kommt?
00:47:18: Also das muss man alles im Blick haben.
00:47:20: und wenn man einen Muster hat, es kann sein wie dass ein Kind jeden Morgen richtig frustriert in die Schule kommt.
00:47:26: Und dann fällt es schwer in der ersten Stunde gleich loszulegen.
00:47:30: Sagt nichts über meinen Unterricht aus, sagt nichts über irgendwie das Lernverhalten des Kindes, sagt nicht über seine fahrlichen Voraussetzungen.
00:47:37: aber das ist ein Muster und das muss ich im Blick habe, das muss sich hinterfragen und dann muss ich dran arbeiten ins Gespräch gehen.
00:47:44: Und um Muster zu erkennen musst du auch immer... dieses Verhalten angucken, oder das angucken was unmittelbar nach diesem Verhalten passiert?
00:47:54: Ja gerade bei wiederkehrenden Stör- oder Vermeidungsverhalten ist es wichtig.
00:47:59: Wir sollten da nicht nur beobachten was vorher passiert sondern auch welche Reaktionen darauf folgen und manchmal verändert unsere Reaktion die Situation auf eine Art und Weise die wir so gar nicht beabsichtigt haben.
00:48:13: Also darauf würde ich gerne noch mal später zurückkommen.
00:48:16: Ich würde aber jetzt nochmal in eine andere Richtung schauen wollen.
00:48:22: Und zwar auf das Thema Differenzierung.
00:48:26: Jetzt haben wir festgestellt, dass Kinder unterschiedliche Voraussetzungen mitbringen?
00:48:31: Die übliche Antwort darauf lautet differenzieren.
00:48:35: Aber manchmal habe ich den Eindruck Differenzierung bedeutet einfach drei Arbeitsblätter zu machen Mit ein zwei oder drei Sternchen.
00:48:48: Ja, das ist eine Form der Differenzierung.
00:48:50: Es sagt aber noch nichts rüber aus ob sie fachlich irgendwie sinnvoll ist.
00:48:54: also viele es gibt die qualitativ und Quantitative Differenzierung.
00:48:58: zum Beispiel manche machen anfangs nur weniger Aufgaben.
00:49:02: Das kann auch eine äußere Die Fehlerrenzierung sein.
00:49:07: das heißt wir haben zb sieben schrift und und und Aber er sagt noch nicht aus irgendwie aber wirklich sinnvolles oder nicht?
00:49:13: okay Warum könnte es fachlich nicht sinnvoll sein?
00:49:17: Weil wir erstmal klären müssen, worien sich die Aufgaben unterscheiden.
00:49:21: Also nur im Umfang, im Zahlenraum in der Komplexität, im erforderlichen Vorwissen vielleicht noch oder im mathematischen Denken.
00:49:31: also da gibt sie irgendwie viele Möglichkeiten.
00:49:35: Schauen wir mal auf ein Kind das den Szenarübergang noch nicht verstanden hat.
00:49:40: Es bekommt statt zwanzig Aufgaben fünf.
00:49:42: Also es wird quantitativ differenziert?
00:49:45: Ja, dann haben wir den Umfang reduziert aber wenn dem Kind eine notwendige Strategie fehlt bleibt die fachliche Schwierigkeiten bestehen.
00:49:54: also fünf Aufgaben die ich nicht verstehe sind nicht automatisch besser als zwanziger.
00:50:00: Das ist auch völlig egal irgendwie wie viel wir auf dem Platz haben.
00:50:03: Also braucht das Kind vielleicht eher Material?
00:50:05: Ja vielleicht!
00:50:06: Aber auch Material muss passend eingesetzt sein Und die unterschiedliche.
00:50:11: Kinder brauchen unterschiedliche Material.
00:50:13: Ein zwanziger Feld hilft nicht allein dadurch, dass es auf dem Tisch irgendwie liegt.
00:50:18: also das Kind muss lernen wie er damit mathematische Zusammenhänge darstellen und erkennen kann.
00:50:24: Das heißt wir können sogar mit Hilfsmitteln überfordern?
00:50:27: Ja Wenn Kinder nicht wissen, welches Material sie dafür oder wofür nutzen sollen und wenn wir ihnen zu wenig Hilfe anbieten, dann ist das auf jeden Fall möglich.
00:50:39: Deshalb müssen wir die Nutzung von Hilfen ausdrücklich aufbauen.
00:50:43: Die Kinder genauer wissen, welche Material nutze ich wann und woför?
00:50:48: Und
00:50:48: wie!
00:50:50: Also kann man vergleichen mit Werkzeugkasten, wo für mich unbekanntes Werkzeug drin liegt.
00:50:58: Und wenn ich dann irgendwie noch Holzarbeit machen soll, aber gar nicht weiß wofür diese Werkzeuge überhaupt da sind.
00:51:04: Nimmst du irgendwas?
00:51:05: Nimm mich irgendwas und probiere mich mal aus!
00:51:08: Okay jetzt trotzdem nochmal eine Gegenfrage.
00:51:12: Wenn ich immer helfe sobald es schwierig wird nehme ich doch dem Kind die Möglichkeit selbst Lösungen zu finden.
00:51:21: Ja, das stimmt.
00:51:22: Wenn die Hilfe zu früh kommt oder zu viel vorwegnimmt und deshalb sollten Unterstützung wirklich möglichst gezielt sein.
00:51:30: Ich kann beispielsweise einen Hinweis geben ohne den gesamten Lösungsweg zum Beispiel zu zeigen Oder ein endliches Beispiel gemeinsam bearbeiten und das Kind anschließend selbst weiterarbeiten lassen.
00:51:41: auch möglich.
00:51:43: Also muss man dann eventuell auch Hilfe wieder ein bisschen zurückschrauben?
00:51:49: Wichtig, also auch ein Zentralgedanke z.B.
00:51:52: von Ska-Folding.
00:51:53: Unterstützung soll eine vorübergehend noch nicht selbstständig bewältigbare Anforderungen zugänglich machen im Grunde und mit zunehmender Kompetenz dann wieder reduziert werden.
00:52:04: So kannst du dir so ein bisschen Schichten vorstellen.
00:52:07: Du baust auf einander auf und dann baust du erst jeden Stück für Stück wieder ab.
00:52:12: Und dann bauchst du wieder auf einen Stück nochmal wenn du merkst okay das war zu viel
00:52:19: Gut, aber wenn ein Kind trotzdem immer wieder dieselbe Hilfe braucht?
00:52:23: Dann muss ich prüfen ob die zugrunde liegende Kompetenz tatsächlich aufgebaut wurde.
00:52:29: Also vielleicht wurde da wirklich einen Verfahren nur nachgeharmt.
00:52:33: Vielleicht fehlt noch eine Vorstellung oder die Unterstützung war nicht geeignet.
00:52:39: Das ist auch eine Möglichkeit.
00:52:41: Dann kann ein Kind viele Aufgaben richtig lösen ohne wirklich Verstanden zu haben was es eigentlich tut.
00:52:48: Ja, und deshalb ist die Frage nach dem Verständnis so wichtig.
00:52:51: Also das ist extrem relevant auch für mich zum Beispiel unter den Flex- und eben offenen Unterricht.
00:53:00: Gut du Unterricht hast ja Jahrgangs gemischt.
00:53:03: also da es selbstständiges arbeiten ja eigentlich nicht nur eine schöne Ergänzung sondern Ist ja teilweise organisatorisch notwendig?
00:53:13: Ja, definitiv.
00:53:14: Also wenn ich einem Jahrgang etwas erkläre muss die andere Gruppe zeitweise ohne meine unmittelbare Unterstützung arbeiten können und aber daraus ergeben sich eine wichtige Konsequenz.
00:53:25: also Ich muss Aufgabenformate, Routine, Hilfestruktur so aufbauen dass diese Selbstständigkeit tatsächlich möglich ist wobei wir jetzt nach den Fällen auf jeden Fall dazu kommen werden.
00:53:38: Impffachunterricht Deutschlands mal der Gemeinsam zu arbeiten.
00:53:42: Aber wie ist das denn mit den Erstklässern?
00:53:44: Die sind ja gerade erst eingeschult worden.
00:53:46: Ja, von innen kann ich nicht erwarten dass sie sofort einen komplexen Wochenplan selbst nicht organisieren.
00:53:52: Ich muss diese Kompetenz auch schrittweise entwickeln.
00:53:55: Vielleicht beginnen wir dann Mit einer einzigen bekannten Aufgabe.
00:54:01: Dann wird zwei Aufgaben in festgelegten Rallen folgen zum Beispiel Und später lernen die Kinder Aufgaben selbst auszuwählen, ihren Arbeitstand zu dokumentieren und geeignete Hilfen wie zu nutzen.
00:54:11: Das passiert bei mir momentan an der Tafel immer.
00:54:14: also ich habe für jede Stunde an jedem Tag der Woche eine Tafeleintafelbild und daran orientieren sich die Kinder.
00:54:23: wir haben mittlerweile Aufgabenformate wie Schreibzeit, Lesezeit usw.
00:54:29: Die sind bekannt und werden abgespult schaffen, also diese bestimmt fünfzehn Minuten ohne mich zu bewältigen.
00:54:40: Also ist bei dir Selbstständigkeit selbst ein Lernziel.
00:54:44: Das haben wir trainiert.
00:54:45: Also das ist wichtig, das dürfen wir auch nicht vergessen!
00:54:49: Wenn ein Kind im offenen Unterricht nicht zurechtkommt liegt es nicht automatisch daran dass es nicht selbstständig irgendwie arbeiten möchte.
00:54:56: vielleicht haben wir da die erforderlichen Kompetenzen noch nicht ausreichend aufgebaut und ich habe auch meine Pappen einmal in der ersten Klasse und sie bleiben ganz nah bei mir eine zusätzliche Unterstützung für die.
00:55:08: Oder ich gehe noch mal wie zu Beginn der Stunde und wir gehen dem Plan gemeinsam durch, ich prüfe dadurch, dass sie das irgendwie verstanden haben und selbstständig arbeiten können.
00:55:18: oder wenn Sie an dem Tag das nicht kennen aus welchem Grund auch immer dann bleiben Sie halt bei mir und Sie befinden sich da in unmittelbarer Nähe oder die arbeiten bei mir direkt am Schreibtisch.
00:55:28: Das ist ein beliebter Platz auch in diesem Jahr irgendwie je nachdem.
00:55:33: Also es ist immer situationsbedingt.
00:55:37: Also das heißt, dass es in der Verantwortung der Lehrkraft liegt, dass die Kinder im offenen Unterricht zurechtkommen.
00:55:46: Die Lehrkraft ist ja für die Gestaltung des Lernangebots verantwortlich.
00:55:50: Das bedeutet aber lange nicht, dass sie jede Schwierigkeit irgendwie wirklich auch verursacht.
00:55:55: Es bedeutet, dass Sie einfach nur prüfen muss welche Voraussetzung für die gewählte Unterrichtsform notwendig ist und das hinterfragt und sicherstellt, dass alles vorhanden.
00:56:05: Aber wenn ich merke, dass viele Kinder diese Voraussetzungen noch nicht haben?
00:56:08: Dann muss sich die Organisation nochmal anpassen.
00:56:10: Vielleicht sind die Arbeitsweisen zu lang, vielleicht gibt es irgendwie zu viele Entscheidungen gleichzeitig.
00:56:15: Vielleicht brauchen die Kindern mehr gemeinsame Einführung, mehr Übung oder bestimmte Aufgaben sind und noch nicht wirklich für eine Lehrkraft unabhängige Phase geeignet – auch möglich!
00:56:28: Vielleicht war ich einfach zu schnell.
00:56:32: Ja, finde ich glaube... noch mal einen wichtigen Punkt, den du jetzt gerade sagst.
00:56:36: Also es ist dann sozusagen nicht eine Niederlage für die Lehrkraft wenn die Kinder diese offenen Arbeitsphasen nicht können sondern man sieht das auch als Weg.
00:56:51: also dass die Kinder darin zurechtkommen ist so zu sagen ein Lernziel, den ich ja als Lehrkraft irgendwie erreichen möchte mit meiner Klasse.
00:57:01: und wenn muss sich einfach nochmal ein paar Schritte zurückgehen und diese Arbeitsphasen einfach noch mal stärker strukturieren.
00:57:11: Genau,
00:57:12: ich kann mich aber auch als Lehrkraftbewusst dafür entscheiden und das mache ich nur den Ferien!
00:57:15: Wir haben vor dem Fern ziemlich... gut geöffnet oder öffnen können, dass es wirklich gut funktioniert mit Selbstkorrektur.
00:57:22: Mit Rechen, Spaziergang, Lese-Spaziergang... Also wir haben ziemlich viel gemacht.
00:57:27: Viel lernen in Bewegung, lernen auf dem Floor, lernen draußen!
00:57:30: Wir haben viel gemacht.
00:57:33: für eine Klasse eins und zwei zusammenfand ich ziemlich genial.
00:57:36: Ich bin immer noch von meiner Klasse geflecht Und ich kann dir sagen nach den Fällen werde ich das erst einmal nochmal Strukturierter, nochmal irgendwie ein bisschen enger.
00:57:45: Wir werden wieder diese Freiheiten erst einmal noch mal irgendwie ein Stück weit einkassieren um das nochmal nach den Ferien genauer zu richten.
00:57:53: und es ist keine Niederlage, das ist eine bewusste Entscheidung und zwar nicht weil es schlecht lief sondern weil ich die Kinder nach den Fähren abholen möchte in dieser Struktur, in diesem System Schule wieder einfüge Und das is eine bewusste Entscheidung, die ich treffe um alles weitere was kommt irgendwie händeln zu können.
00:58:14: Auch von der Unterricht ist nicht automatisch guter Unterricht.
00:58:18: also diese Vorstellung davon müssen wir uns auch noch mal lösen und stärker angeleiteter unterricht ist Nicht-automatisch schlechter Unterricht.
00:58:27: Also entscheidend ist wirklich welche Lernprozesse wir ermöglichen.
00:58:32: Und wenn das Notwendig ist, dass ich das Ganze wirklich frontal gestalte in dem Moment für eine kurze Phase.
00:58:40: Weil da es didaktisch-pädagogisch das Sinnvollste ist... Dann sei es.
00:58:46: Also dann ist das so und das ist nicht schlecht!
00:58:51: Das heißt wenn ich richtig verstehe geht's gar nicht darum welche Methode ich jetzt nehme Sondern man muss sich eher fragen, welches Problem löst meine Methode?
00:59:09: Genau und deswegen solch die Methode immer ganz zum Schluss.
00:59:12: Und das ist ein Problem, weil wir am Seminar haben viele Kollegen in der Ausbildung versuchen immer neu, wie erst mal suchen sie sich eine Methode aus um dann irgendwie einen Ziel drum herum zu bauen.
00:59:22: Das merkt man dann im Unterricht Das sieht alles irgendwie kreuz und quer aus.
00:59:28: Wichtig ist, man baut alles irgendwie zusammen angefangen mit dem Lernzielen.
00:59:32: Man baut die Stunde, die Differenzierung usw.
00:59:35: Und am Ende überlegt man sich mit welcher Methode kann ich dieses Problem lösen?
00:59:40: Ich würde sagen wir schließen das Thema jetzt der Unterrichtsorganisation so ein bisschen ab.
00:59:46: also wir hatten ja jetzt gesagt Aufgaben können überfordern unterfordern.
00:59:53: Die Wahl der Methode sollte dann anhand dessen gewählt werden, was fachlich sinnvoll ist und nicht umgekehrt, dass man erst die Methode hat.
01:00:04: Und dann überlegt irgendwie wie kann ich das Thema, was ich jetzt habe da in diese Methode reinknudeln?
01:00:12: Wir müssen wirklich immer auch überprüfen einmal die Differenzierung.
01:00:17: Ist die Differenzierung sinnvoll?
01:00:19: Passt sie fachlos?
01:00:24: Jetzt möchte ich noch mal über was anderes sprechen, was wir ja vielleicht bisher nur gestreift haben.
01:00:31: Also wir haben einmal über diese fehlenden Voraussetzungen gesprochen, über Aufgaben die nicht passen und ja über Kinder die Schwierigkeiten vermeiden.
01:00:43: Was ist eigentlich wenn die Art und Weise wie wir uns im Unterricht verhalten eigentlich ein Teil des Problems geworden sind.
01:00:52: Also du meinst, wenn die Kollegen oder die Reaktion der Kollegen dann ein Teil eines Problemes ist?
01:00:57: Dann nehmen wir mal das Kind da ständig stört also es versteht die Aufgabe nicht, die Lehrkraft ermahnt ist, Kind stört weiter, die Lehrerkraft wird lauter.
01:01:08: Irgendwann muss das Kind seine Arbeit weglegen und wird dann aus der Situation genommen Und am nächsten Tag passiert dann exakt dasselbe Und am nächsten Tag nochmal.
01:01:22: Dann würde ich tatsächlich fragen, welche Funktionen die Reaktionen in dieser Situation wirklich haben?
01:01:28: Aber im Endeffekt versucht auch die Lehrkraft nur den Unterricht zu schützen und das störende Kind einzudämmen.
01:01:37: Das kann schon ihre Absicht sein!
01:01:39: Sie muss die anderen Kindern auch schützen aber eine gut gemeine Reaktion kann... unbeabsichtig zu folgen haben.
01:01:46: Okay, zum Beispiel?
01:01:48: Wenn ein Kind wiederholt und stören eine schwierige Aufgabe entkommt, kann das Aufgabenvermeidung sein.
01:01:56: Und wenn es durch Stören regelmäßig intensive Aufmerksamkeit erhält, kann es auch ziemlich relevant sein.
01:02:04: aber wir dürfen diese Möglichkeiten nicht ohne Beachtung als Ursache behaupten.
01:02:12: Also spielst du darauf an, dass Ursache und Problem nicht identisch sein müssen.
01:02:20: Und wenn wir eine Maßnahme einsetzen die vielleicht kurzfristig urschafft kann es langfristig ungünstig sein weil's die Ursache nicht behebt.
01:02:29: Ja und deshalb müssen wir kurzfristige Verhaltensänderungen und langfristigen Kompetenzaufbau unterscheiden.
01:02:37: anders gehts nich.
01:02:39: Denn wenn das Kind nach meiner Ermanung still ist Habe ich zunächst erst mal Erfolg.
01:02:44: Ja, du hast eine Verhaltensänderung erreicht aber was genau hat das Kind denn jetzt gelernt?
01:02:49: Also kann es die Aufgaben jetzt bearbeiten?
01:02:52: Hat es eine geeignete Strategie entwickelt?
01:02:54: Kann er es beim nächsten Mal anders irgendwie mit seinen Schwierigkeiten umgehen?
01:02:58: oder hat es lediglich gelernt dass es in deiner Gegenwart besser schreibt?
01:03:04: Aber Ruhe ist ja nicht wertlos?
01:03:06: Nee, natürlich nicht.
01:03:07: Ruhe kann eine wichtige Bedingung für konzentriertes Lernen irgendwie sein aber sie ist kein ausreichender Qualitätsnachweis.
01:03:16: Also würdest du sagen dass wir Erfolg von Maßnahmen manchmal zu oberflächlich messen?
01:03:23: Wenn wir erfolgt ausschließlich daran müssen das Kinder ruhig sind übersehen wir wahrscheinlich wie diese ruhe zustande gekommen ist.
01:03:31: und dann stelle sich für mich Die unbequeme Frage, wie wenn ein Kind Angst vor mir hat und deshalb lieber schweigt.
01:03:40: Habe ich schließlich auch Ruhe?
01:03:42: Würde ich deshalb sagen gute Klassung führen?
01:03:45: Ja oder nein!
01:03:46: Und das gibt in allen sieben Situationen.
01:03:48: also es kann auch sein dass Kind stört gar nicht und arbeitet aber nicht meldet sich aber auch nicht Toten stille in der Klasse keine Störung null Aber keiner arbeitet
01:03:59: So.
01:03:59: und wie ist da deine klassen Führung?
01:04:02: Was sagt das über dich aus?
01:04:04: Ja gut, aber jetzt musst du mir ein bisschen aufpassen.
01:04:07: Also nicht jedes Kind, dass nach einer deutlichen Ansage ruhig wird hat ja Angst.
01:04:12: Nee klar!
01:04:13: Aber eine klare und nachtrückliche Ansage ist auch nicht automatisch ein Schüchstand.
01:04:19: also wir sollten auch nicht jede deutliche Grenzsetzung problematisieren da darum geht es mir gerade nicht.
01:04:26: Wir müssen die Qualität unserer Klassenführung an mehr messen als nur an kurzfristiger Stille.
01:04:34: Woran dann?
01:04:36: Ja, unter anderem dran ob regelverständlich und verlässlich sind oder ob Lernzeit geschützt wird oder ob Kinder wirklich zunehmend angemessenes Verhalten zeigen können oder ob sie wirklich Unterstützung erhalten wenn ihnen wirklich dafür Kompetenzen fehlen oder ob die untere Situation für die gesamte Lerngruppe lernförderlich bleibt oder nicht Oder oder oder.
01:05:02: Okay, also dann reicht.
01:05:03: die Frage hat es funktioniert nicht aus?
01:05:05: Nee wir müssen ergänzen!
01:05:07: Also was hat funktioniert für wen wie lange und mit welchen Folgen?
01:05:14: Aber ich möchte jetzt nicht dass wir in so eine Richtung kommen in der jede Konsequenz erstmal hinterfragt wird.
01:05:24: Also Kinder müssen ja Regen einhalten und andere Kinder dürfen nicht darunter leiden Wenn jemand ständig stört.
01:05:32: Nee, da stimme ich die ausdrücklich zu und alle, die mich persönlich kennen wissen das.
01:05:37: An meiner ersten Schule wurde ich die liebevolle Konsequenz genannt.
01:05:44: Ich bin äußerst konsequent und daran können sich die Kinder gut orientieren.
01:05:49: Verstehen bedeutet nicht stolzes Verhalten irgendwie zu dulden?
01:05:52: Also, ich kann da im Kind klar sagen du darfst die anderen nicht beim Arbeiten stören und anschließend prüfen okay welche Unterstützung benötigt es um sich anders irgendwie zu verhalten.
01:06:03: Ja aber was ist wenn das weiter stört?
01:06:06: Dann muss ich die Situation weiter begrenzen und gegebenenfalls eine andere Maßnahme ergreifen.
01:06:11: nur soll dich nicht glauben dass eine Konsequenz automatisch die zugrunde liegende Schwierigkeit am Ende beseitig.
01:06:21: Also sind Grenzsetzung und Förderung zwei unterschiedliche Aufgaben.
01:06:26: Ja, aber sie gehören auf jeden Fall zusammen!
01:06:28: Manchmal müssen wir einen Verhalten sofort unterbrechen bevor wir Zeit haben wirklich seine Ursachen genau zu untersuchen.
01:06:35: Aber anschließend sollten wir die Gelenanen wirklich nutzen.
01:06:40: Das Wiederkehrende muss da zu verstehen Was tatsächlich passiert?
01:06:47: Ist dann die eigentlich Frage was verändert sich nach meiner Intervention.
01:06:52: Ja,
01:06:52: wenn ein Kind seit Wochen wegen denselben Verhalten ermahnt wird dann sollte ich irgendwann auch fragen warum meine Maßnahmen offenbar nicht zu einer nachhaltigen Verhaltensänderung geführt hat.
01:07:05: Ja gut aber das klingt fast wie so eine Kritik an der Lehrkraft.
01:07:08: Naja, Kritik würde ich nicht sagen.
01:07:10: Aber es ist auf jeden Fall eine Aufforderung zur professionellen Reflexion.
01:07:14: Also das ist halt wichtig.
01:07:15: Wir wollen nicht die Kinder wie... Das ist pädagogische Grundhaltung.
01:07:18: also keine Schublade, keinen Schubladen denken sondern wirklich professionelle Reflexionen.
01:07:25: Nicht jede ausbleibende Veränderungen ist die Schuld der Lehrkraft.
01:07:29: aber wichtig ist okay habe ich überhaupt in Frage gestellt dass sie es an mir liegen kann?
01:07:35: trotzdem oder sind nur immer die Kinderschuld Aus welchem Grund auch immer.
01:07:43: Die Wirksamkeit der eigenen Maßnahmen zu überprüfen gehört zu meiner Verantwortung als Lehrkraft, die kann ich nicht abgeben.
01:07:51: Dann wäre es eigentlich gar nicht besonders konsequent jeden Tag... dieselbe unwirksame Maßnahme zu wiederholen?
01:07:58: Nee, das hast du gut erkannt.
01:08:01: Konsequenz bedeutet nicht unbehiert an einer Reaktion festzuhalten nur weil wir sie schon immer irgendwie eingesetzt haben.
01:08:09: also sie bedeutet auch an unseren pädagogischen Zielen festzushalten und geeignete Wege zu suchen Sie zu erreichen Und es gibt viele Wege.
01:08:20: Sie bedeutet auch an unseren pädagogischen Zielen festzuhalten und geeignete Wege zu suchen, sie überhaupt zu erreichen.
01:08:27: Aber unterschiedliche Kinder, unterschiedliche Wege.
01:08:31: Also wir können nicht sagen für Verhalten A gibt es irgendwie Weg A und das passt für alle sondern ich muss immer gucken okay was passt bei dem Kind?
01:08:39: Und dann testet man Weg A, Weg B, Weg C und so lange bis wir nachhaltig eine Veränderung wie feststellen können.
01:08:51: Ich möchte nochmal auf dem anderen Punkt, den du vorhin gesagt hast kommen und zwar ja ich nenn's mal so die Schubladen.
01:09:02: Auf der einen Seite wird ja ständig gesagt die Kinder sollen an sich selbst glauben und sie können alle schaffen wenn sie wollen.
01:09:12: das sind immer so eine interessanten Motivationssprüche die man irgendwie hört.
01:09:19: aber was passiert eigentlich?
01:09:21: Die Lehrkraft gar nicht mehr an die Kinder glaubt.
01:09:25: Ja, das ist eine schwierige aber wichtige Frage auch da hier wie pädagogische Grundhaltung.
01:09:32: unsere Erwartungen können schon beeinflussen wie wir mit Kindern interagieren.
01:09:39: Du meinst damit den bekannten Big Malion Effekt?
01:09:43: Unter anderem, aber wir sollten schon differenziert betrachten.
01:09:48: Die Forschung zu Lehrer-Erwartungen ist umfangreich und nicht so einfach wie es manchmal dargestellt wird.
01:09:57: Aber wenn man einen Blick reinwirft ... gibt es so ein paar Themen, zum Beispiel wie selbst erfüllende Prophezeiungen oder Erwartungsgenauigkeit.
01:10:12: Zum Beispiel sind da irgendwie Begriffe und sie zeigen dass Lehrer-Erwartungen einerseits häufig vorhandene Leistungsunterschiede relativ zutreffend widerspiegeln können.
01:10:23: andererseits können Erwartungen unter bestimmten Bedingungen auch die weitere Entwicklung beeinflussen.
01:10:30: Das heißt nicht jede niedrige Erwartung ist automatisch ein Vorteil.
01:10:34: Ne, wenn ein Kind bestimmte Kompetenzen ja noch nicht besitzt dann darf ich das fahrlich zutreffend verstellen.
01:10:42: Problematisch wird es, wenn ich aus dem aktuellen Lernstand eine dauerhafte Grenze jedenwie mache also wenn ich denke dieses Kind kann das sowieso nicht lernen.
01:10:52: Aber der Kräfte müssen doch realistisch einschätzen was Kinder leisten können zum Beispiel zu differenzieren?
01:10:59: Ja Nur ist eine realistische Einschätzung des aktuellen Lärmstand etwas anderes als wirklich eine unveränderliche Erwartung an die zukünftige Entwicklung.
01:11:10: Also, es ist das eine der aktuelle Leistungsstand und das andere dennächst mal Potenzial?
01:11:18: Wie zeigt sich das dann im Unterricht?
01:11:20: Vielleicht gebe ich einem Kind dauerhaft nur sehr einfache Aufgaben.
01:11:24: Oder vielleicht rufe ich es bei anspruchsvollen Fragen kaum noch auf, vielleicht helfe ich ihm sofort ohne abzuwarten ob er selbst eine Lösung findet oder ich frage auch gar nicht mehr genau nach wie sein Denkweg irgendwie aussieht weil ich ohnehin wenig erwarte.
01:11:42: Dann könnte ich dem kind ungewollt Plangelegenheiten vorenthalten.
01:11:47: Ja, schon eine mögliche Folge und deshalb ist es auch wichtig seine Erwartung immer wieder an neuen Beobachtungen irgendwie zu überprüfen.
01:11:55: Aber wenn ich einem Kind zu viel zutraue kann ich das dann auf der anderen Seite wieder überfordern?
01:12:00: Ja, deshalb brauchen wir auch weder unrealistisch hohe noch dauerhaft niedrige Erwartungen.
01:12:06: also wir brauchen hohe aber erreichbare Lernansprüche und eine Unterstützung, die zum aktuellen Lernenentwicklungsauch tatsächlich passt.
01:12:14: Aber ich finde das klingt so ein bisschen nach einem Widerspruch?
01:12:17: Nein nicht wirklich!
01:12:18: Also ich kann einen Kind zutrauen an eine mathematische Strategie zu entwickeln auch wenn sie heute noch nicht beherreicht wird.
01:12:26: Ich muss ihm dafür nur ja einen geeigneten Lernweg eröffnen.
01:12:34: Also ist die entscheidende Frage Was kann dieses Kind nicht?
01:12:38: Ne, sondern was kann es bereit.
01:12:41: Was kann es mit Unterstützung und was ist der nächste fachlich den volle Schritt?
01:12:50: Jetzt möchte ich nochmal auf ein anderes Thema übergehen das bestimmt viele kennen.
01:12:57: Begeben wir uns ins Lehrerzimmer da wird dann oft über die schwierigen Kinder oder Klassen gesprochen weiß nicht, dann fallen Sätze wie der macht sowieso nie mit.
01:13:08: bei der brauche ich gar nicht erst anfangen.
01:13:10: Bei dem funktioniert gar nichts.
01:13:13: das sind wahrscheinlich oft Sätze die von Lehrkräften genutzt werden ja wo vielleicht so eine Frustration einfach schon entstanden ist.
01:13:27: Und ich finde, also auch dahin wie pädagogische Grundhaltung lässt grüßen.
01:13:32: Ich finde wir sollten auf jeden Fall unterscheiden zwischen dem Bedürfnis sich nach einem anstrengenden Unterrichtstag wirklich auszutauschen und der dauerhaften Zuschreibungen von Eigenschaften und zwar ja von Eigschaften.
01:13:46: Also es ist schon legitim zu sagen, ich komme mit diesem Verhalten gerade nicht weiter.
01:13:53: kann man als Lehrkraft irgendwie.
01:13:54: Problematisch wird es wirklich, wenn daraus eine feste Vorstellung über das Kind dann entsteht.
01:14:00: Warum?
01:14:01: Weil solche Zuschreibungen unsere Aufmerksamkeit lenken können.
01:14:05: also vielleicht sehen wir denn besonders schnell, wenn das Kind wieder nicht arbeitet.
01:14:10: Aber wir übersehen, wenn es eine Aufgabe selbstständig löst.
01:14:13: Eine Hilfe vielleicht so sinnvoll genutzt hat oder vielleicht auch ein Konflikt anders gelöst hat und unter so unser Augenmerk liegt dann auf das Negativer hier und wie.
01:14:23: Das ist auch schade.
01:14:25: Also sollte man im Kollege dann stärker über konkrete Beobachtungen sprechen?
01:14:29: Ja statt... Sie heißt einfach faul.
01:14:31: könnten wir dann verfragen bei welchen Aufgaben beginnt er nicht?
01:14:35: welche Hilfen wurden schon angeboten?
01:14:37: was gedingt ihm selbständig?
01:14:39: Welche Veränderungen haben wir beobachtet?
01:14:43: Es klingt weniger nach dem Urteil und mehr nach gemeinsamer Problemlösung.
01:14:49: Und es schützt uns ein bisschen davor, dass aus einer momentanen Schwierigkeit vielleicht so eine dauerhafte Identität fürs Kind geschaffen wird.
01:15:00: Das finde ich halt wichtig.
01:15:02: Ich glaube, das Problem liegt aber oft daran dass wir im Kollegium zu wenig Zeit haben für den Austausch.
01:15:07: Dann würde ich die Frage von vorhin vielleicht nochmal anders formulieren was passiert wenn nicht nur das Kind seine Fähigkeiten unterschätzt sondern wir das auch tun?
01:15:17: Ja dann besteht die Gefahr dass wir ja seine Entwicklungsmöglichkeiten nicht ausreichend nutzen.
01:15:23: Das ist echt schade.
01:15:25: Deshalb müssen wir ja unsere pädagogische Grundhaltung immer wieder überprüfen, nicht nur gegenüber den Kindern mit denen es alles irgendwie leicht läuft sondern wirklich gegenüber denen die uns herausfordern.
01:15:41: und da gehört auch Reflexion Selbstreflexion dazu.
01:15:44: Es ist okay zu sagen als Lehrkraft dieses Kind fordert mich heraus.
01:15:50: Ich würde jetzt gerne noch mal auf eine andere Sache kommen, die die letzten beiden Themen so ein bisschen vermischt.
01:15:56: Und zwar einmal die Schublade und einmal das Urteil des Kollegiums.
01:16:03: Wenn man ne neue Klasse übernimmt dann ist es ja bestimmt so Weiß nicht.
01:16:10: Dann wird das dritte Kind einer Familie eingeschult Die dann ihren Ruf schon weg hat was schon seinen Ruf weg hat.
01:16:21: Ein Kind, das vielleicht im Kindergarten schon auffällig war.
01:16:26: und bevor man die Kinder kennenlernt kriegt man schon Bilder von denen vermittelt.
01:16:33: Wie gehst du damit um?
01:16:37: Eigentlich vermeide ich es... mir zu viel Input von außen reinzuholen, wenn ich etwas, also eine Klasse oder Kinder übernehme.
01:16:46: Weil genau das verzerrt dann das Bild des Zimmer hab' ich dieses Jahr auch wieder.
01:16:51: Hatte ich wieder von der Vorschule irgendwie Infos bekommen... Und das Kind habe ich acht Wochen am Stück wirklich akribisch beobachtet und ich hab davon nichts gesehen, also nicht mal ansatzweise irgendwie.
01:17:04: da ging es um Verhalten und Aggressivität.
01:17:07: Ich bin der Meinung acht Wochen an einem Stück ohne ein Vorfall oder einen Bösenblick, ein böses Wort so lange kann sich kein Kind in der ersten Klasse irgendwie verstellen.
01:17:15: Also hätte ich mir gewünscht, ich hätt es irgendwie ja nicht gemacht.
01:17:24: Dann lass uns noch einmal die Perspektive wechseln.
01:17:30: Also ich finde, wir haben ja recht hohe Ansprüche an die Lehrkräfte formuliert.
01:17:37: Wenn wir jetzt mal dieses Aufgabenfeld uns anschauen Die Lehrkräftesäulen das Verhalten differenziert beobachten fachlich diagnostizieren Aufgaben anpassen Emotionen auffangen Grenzen setzen und dann auch noch am Ende die ganze eigene Haltung reflektieren.
01:17:59: Was ich mich immer frage ist, wer fängt eigentlich dann die Lehrkraft auf wenn sie sich bei dem Ganzen überfordert fühlt?
01:18:07: Das ist eine berechtigte Frage.
01:18:10: Wir dürfen nicht so tun als hätten Lehrkräfte unbegrenzte Zeit, Aufmerksamkeit, emotionale Ressourcen.
01:18:16: also wir sind kein Übermensch.
01:18:18: Aber nehmen wir meine ganz normale Situation.
01:18:20: Also du erklärst gerade einer Gruppe neue Aufgabe.
01:18:23: zwei Kinder streiten.
01:18:24: ein Kind braucht dringend Hilfe Ein anderes Feind Hinten stört jemand zum vierten Mal.
01:18:30: Dann wirst du laut, dann hatten wir ja auch nochmal eine Folge drüber gemacht.
01:18:35: Dann ist plötzlich Ruhe.
01:18:37: War das denn falsch?
01:18:39: Naja, dass es pauschal zu beurteilen finde ich schwierig.
01:18:42: aber ich würde schon hinterfragen ob's angemessen war.
01:18:46: also falsch und richtig schwierig angemessene oder nein finde ich deutlich besser.
01:18:51: und welche Wirkung hat das hier und jetzt und für später?
01:18:56: Aber manchmal ist man einfach am Ende seiner Geduld.
01:19:00: Ja, also vielleicht sollten wir dann deswegen auch kurz mal über die Emotionalbelastung von Lehrkräften sprechen und sie ist nicht ohne.
01:19:11: Es gibt ja dazu Forschungen, die beschreiben zum Beispiel Zusammenhänge zwischen sozialemotional Kompetenz der Lehrkraft ihrer Belastung den Beziehungen zu den Kindern, der Klassenführung und dem Unteresklima.
01:19:24: Und es handelt sich um einen eher theoriegeleiteten Forschungsüberblick und ein konzeptionelles Modell
01:19:34: also nicht um den Nachweis dass jede einzelne Reaktionen der Lehrkraft unmittelbar Lernergebnisse verursacht.
01:19:44: Genau, und was nehmen wir mit daraus?
01:19:47: Dass tatsächlich die emotionale Situation der Lehrkraft nicht unabhängig vom Unterricht geschehen ist.
01:19:52: Also wenn ich selbst stark unter Druck stehe kann es schwieriger werden ruhig zu reagieren flexibel zu denken oder die Ursachen eines Verhaltenes irgendwie zu prüfen.
01:20:02: Also kann im Endeffekt eine Überforderung eines Kindes dann auf die Überforderungen der Lehrkräfte treffen
01:20:08: Ja und beide können sich gegenseitig verstärken.
01:20:11: Also das Kind kommt nicht weiter, es reagiert mit Rückzug oder Störung.
01:20:15: Die Lehrkraft lebt dann zusätzlich in den Druck und reagiert schärfer.
01:20:19: Das Kind gerät möglicherweise noch stärker unter Stress und dann ist die Spirale hochgefahren.
01:20:24: Gut
01:20:26: aber ich finde an dieser Stelle sollten wir vorsichtig sein weil sonst klingt das so als wäre die Lehrkraft schuld wenn Situationen eskalieren?
01:20:36: Ne, das wäre auch irgendwie verkehrt.
01:20:38: Was für Dynamiken können ja viele Ursachen haben.
01:20:40: Also die Verantwortung für schwierige Rahmenbedingungen im Schulalltag liegt nicht allein bei den einzelnen Lehrkräften also Klassengröße, personelle Unterstützung Zeit, räumliche Bedingung Zusammensetzung an der Lerngruppe und dass alles beeinflusst auf welche pädagogischen Maßnahmen überhaupt realistisch und möglich sind.
01:21:02: Ja, also reicht es im Endeffekt nicht den Lehrkräften zu sagen sie müssten einfach nur an ihrer Haltung arbeiten.
01:21:08: Ne aber eine professionelle Haltung ist trotzdem wichtig.
01:21:12: Sie ersetzt aber keine angemessenen Arbeitsbinge und auch die besten Unterrichtsplanung kann nicht jede Schwierigkeit inwiefern ändern.
01:21:21: Aber was können Lehrkräfte konkret tun wenn sie merken dass sie selbst immer schneller gereizt reagieren?
01:21:31: ein Auslöser sein kann von Überforderung.
01:21:35: Also wahrscheinlich zunächst sollten sie das als ernst zu nehmen Signalieren wie betrachten, also nicht als moralisches Versagen.
01:21:44: vielleicht braucht die klasse klare Routinen vielleicht müssen wir Arbeitsweise anders organisieren Vielleicht den Aufgaben zu komplex oder zu viele Abläufe gleichzeitig zu bewältigen.
01:21:54: vielleicht braucht ihr Lehrkraft Unterstützung durch Kollegen Vielleicht durch die Schulleitungen, vielleicht durch weitere Fachkräfte.
01:22:04: Also das muss ich mir aber als Lehrkraft schon eingestehen.
01:22:08: da muss ich irgendwie auch nach Hilfe suchen und das fällt vielen Kolleginnen wie schwer.
01:22:15: Manchmal muss auch deutlich benannt werden dass die vorhandenen Ressourcen einfach nicht ausreichen.
01:22:22: Gut aber was du jetzt so beschreibst sind ja Sagen wir jetzt langfristige Maßnahmen.
01:22:31: Wie sieht es denn so in Situationen aus, indem ich nicht erst mal eine ganze Unterrichtsorganisation verändern kann?
01:22:39: Also wo ich einfach sofort handeln muss
01:22:42: Dann steht erst mal die Sicherheit und Handlungsfähigkeit der Lerngruppe im Vordergrund.
01:22:47: Eine ruhige, klare, möglichst kurze Intervention kann helfen aber später sollten wir analysieren ob sich ähnliche Situationen durch veränderte Bedingungen vermeiden oder besser bewältigen lassen.
01:23:02: Nach einer schwierigen Stunde nicht nur zu sagen, die Kinder waren heute schon wieder unmöglich.
01:23:06: Ja da müsste man tatsächlich eher fragen was hat die Situation erschwert?
01:23:10: Welche Anforderungen waren zu hoch?
01:23:12: Welcher Struktur haben sich... Haben nicht getragen?
01:23:15: oder welche Unterstützung hätte vielleicht geholfen?
01:23:18: Welchen Bedingungen kann ich selbst verändern?
01:23:20: beziehungsweise wofür brauche ich zusätzliche Ressourcen?
01:23:25: Konkret!
01:23:26: Okay das finde ich wichtig denn Die Verantwortung für guten Unterricht darf nicht mit der Erwartung verwechselt werden, dass eine einzelne Lehrkraft jedes Problem alleine lösen kann.
01:23:39: Nein!
01:23:39: Gleichzeitig sollten wir auch unsere eigene professionelle Handlungsfähigkeit nicht unterschätzen.
01:23:47: also wir können nicht alles verändern aber wir können oft ganz viel mehr verändern als ja nur das Verhalten der Kinder irgendwie einzufordern.
01:23:58: Also wir haben mehr Möglichkeiten, als dass was uns zunächst irgendwie vielleicht einfällt.
01:24:06: Ich würde sagen, wir haben jetzt viel diskutiert.
01:24:08: also wir hatten den Selbstwertschutz des Hilfesucheverhaltenen Emotionen und kognitive Belastung Differenzierung Lehrer Erwartungen Und auch die eigene Reaktion der Lehrkräfte.
01:24:25: Aber ich möchte zum Schluss noch mal praktisch werden.
01:24:30: Was mache ich als Lehrkraft morgen anders?
01:24:35: Ja, dann lass uns nochmal kurz zu unseren vier Kindern vom Anfang irgendwie zurückkehren.
01:24:41: Also Kind eins war das Kind... dass nicht anfängt.
01:24:46: Genau.
01:24:46: also zehn Minuten sind vergangen.
01:24:48: Mathematik heft es leer.
01:24:49: was tust du?
01:24:50: Ja, ich prüfe zunächst ob das Kind weiß was zu tun ist.
01:24:53: Also dann schaue ich auf die fahrliche Vororsetzung, beides vorhanden, dann überprüfe ich die Arbeitsorganisation und mehrere mögliche Gründe.
01:25:03: also ich versuche einen konkreten nächsten Schritt zu ermöglichen.
01:25:06: Und wenn es tatsächlich einfach nicht anfangen möchte?
01:25:09: Dann bleibt die Anforderung verbindlich!
01:25:13: Ich kann klar sagen du beginnst jetzt mit der Aufgaben, ich komme gleich wieder.
01:25:18: Also ich sage immer irgendwie, ich bin nicht die Lernpolizei.
01:25:21: Wenn du jetzt keine Lust hast... Ich habe gesehen, du kannst das!
01:25:24: Du hast es verstanden und wir haben es gemeinsam besprochen.
01:25:27: Es ist durchaus im Bereich des Möglichen.
01:25:29: Ich bin nicht der Lern-Polizei, ich kann dich nicht zwingend zu arbeiten.
01:25:33: Aber wenn du mich brauchst, ich komme in ein paar Minuten wieder und gucke ob du schon angefangen hast oder nicht?
01:25:38: Das ist deine Verantwortung.
01:25:46: kommen wir zum nächsten Kind.
01:25:47: Also das Kind macht einen Fehler und beginnt zu weinen.
01:25:51: Ja, also entweder es macht ein Fehler oder ist so frustriert oder so traurig dass es die Aufgabe irgendwie nicht lösen kann.
01:25:57: und dann fängt es an.
01:25:58: zu wein finde ich immer schwierig.
01:26:03: Ich nehme auf jeden Fall die emotionale Situation ernst ohne den Fehler zu dramatisieren.
01:26:08: Also ich gebe Zeit und Raum irgendwie sich erstmal zu regulieren damit wir ins Denken kommen können.
01:26:17: Ansonsten ist es gar nicht möglich, wenn man weint.
01:26:20: Anschließend prüfe ich, ob es ein fachliches Problem gibt oder emotional was anderes dahinter steckt zum Beispiel und dann besprechen wie auch den Umgang mit Fehladen, Leistungen Erwartung
01:26:36: usw.,
01:26:37: um da wieder anarbeiten zu kann, damit sich die Situation nicht immer wieder irgendwie wiederholt.
01:26:43: Also wir sagen nicht einfach nur, das ist doch nicht schlimm.
01:26:45: Ist ja nicht schlimm!
01:26:51: Dann ... Das nächste Kind ruft ständig rein und lenkt die anderen ab
01:26:59: Ja ich begrenze... dass Verhalten dann ziemlich klar undeutlich also.
01:27:03: gleichzeitig prüfe ich auch ob die Störung mit bestimmten Aufgaben oder Situation zusammenhängt Und ich schaue einfach mal drauf was unmittelbar vor- oder nach dem Verhalten geschieht
01:27:13: Damit dich nicht unbeabsichtigt So ein ungünstiges Muster aufrechterhalter.
01:27:19: Genau, also auch negative Aufmerksamkeit ist Aufmerksamkeit.
01:27:24: Bei dem letzten Kind war es ja so dass das sein Arbeitsheft schnell versteckt soweit die Lehrkraft kommt.
01:27:31: Ja dann sollte ich tun nichts die öffentliche Bloßstellung gehen wie vermeiden?
01:27:37: Also das laut zu mathematisieren oder irgendwie da muss es wirklich sehr diskret behandelt werden, finde ich.
01:27:45: Also ich habe mir den Arbeitsstand in Ruhe an, ich versuche herauszufinden, welche Schwierigkeiten bestehen und ich frage mich ob das Kind in meinem Unterricht wirklich die Erfahrung macht dass es ihn wie Fehler zeigen darf ohne abgewertet zu werden oder eben nicht.
01:28:03: auch da gehört pädagogische Grundhaltung und Reflexionieren wieder dazu.
01:28:08: Und dazu muss ich als Lehrkraft bereit sein.
01:28:13: Also dann geht es nicht darum, jede Situation mit derselben pädagogischen Methode zu beantworten.
01:28:20: Ne, es geht tatsächlich darum die Reaktion an der tatsächlichen Schwierigkeit auszurichten und sie sind jedes mal anders.
01:28:28: also wichtig ist ich habe ein Werktakopfer irgendwie woraus ich mir immer wieder Sachen nehmen kann aber nicht Reaktionen A hat Schwierigkeiten A zu Grunde sondern das muss immer irgendwie passend sein.
01:28:42: Dann lass uns mal sechs konkrete Entscheidungen festhalten.
01:28:47: Also erstens hattest du gesagt, man beschreibt das Verhalten bevor man das bewertet.
01:28:53: Genau ich gehe auf zum Kinn und sage Ich beobachte dies und das.
01:28:57: Und dann erklärt das Kind selbst irgendwie dass es nicht in Ordnung stimmt.
01:29:03: Das ist meistens interessant.
01:29:06: Ich überprüfe die fachlichen Voraussetzung, bevor ich mangelne Anstrengungsbereitschaft unterstelle.
01:29:13: Das finde ich wichtig!
01:29:15: Ich prüfe auch ob die Aufgaben zu schwer oder zu leicht oder auf eine andere Art und Weise vielleicht unpassend sein könnten.
01:29:24: Ich biete Unterstützung so an dass das Kind den nächsten Schritt selbst übernehmen kann.
01:29:33: Das find' ich günstig... Ich begrenze störendes Verhalten, ohne eine große Bühne zu geben.
01:29:39: Das heißt ich diskutiere im Plenum dieses Fehlverhalten nicht unbedingt und versuche auch irgendwie ganz viel non-verbale irgendwie zu klären damit ich keine negative Aufmerksamkeit schenke und die Kinder merken dass sie eher die positive Aufmerksamkeit halt bekommen.
01:29:57: Und dann überprüfe ich wie meine eigene Reaktion tatsächlich ist und ob es hier frei war.
01:30:08: Aber woran erkenne ich, dass das funktioniert?
01:30:12: Also nicht daran, dass der Kind ruhig ist sondern wirklich daran... oder zunehmend selbstständig beginnt, dass die Kinder sich mehr trauen, mehr Trauern zu erklären.
01:30:26: Sich Hilfe holen, sich gezielt Hilfe wollen, dass es vielleicht sich traut irgendwie eine Schwierigkeit zu benennen das wiederholte Probleme seltener auftreten zum Beispiel
01:30:40: und wenn sich nichts verändert?
01:30:41: Da muss ich tatsächlich meine Hypothese und meine Maßnahmen nochmal überprüfen.
01:30:47: Vielleicht war die Unterstützung nicht passend, vielleicht fehlt andere Lernvorhorsetzungen, Überroppvoraussetzungen.
01:30:53: Vielleicht baue ich weitere Beobachtung?
01:30:56: Vielleicht die Zusammenarbeit mit anderen Fahrkräften?
01:31:00: Und das gehört zu meiner Arbeit, dass alles in Frage zu stellen und nach Lösungen zu suchen.
01:31:06: Wichtig ist nicht die Kinder sind schuld.
01:31:09: Also dann ist eine pädagogische Maßnahme nicht schon deshalb gut weil sie sich richtig anfühlt?
01:31:14: Nee Sie muss schon an ihrem Ziel und ihr tatsächlichen Wirkung gemessen werden.
01:31:24: also ich finde Ich habe bei der Folge mehrfach gemerkt wie schnell ich irgendwie selbst mir so Erklärung Zurechtlege.
01:31:33: Also ein Kind beginnt nicht, also will es nicht.
01:31:36: Ein Kind stört, also sucht das Aufmerksamkeit.
01:31:39: Ein kind weint, also muss es lernen belastbarer zu werden.
01:31:43: Manchmal kann eine solche Vermutung auch irgendwie zutreffend sein sagen wir mal so.
01:31:51: aber wir sollten bei dieser Vermutungen einfach mal stehen bleiben.
01:31:58: Was ich besonders interessant finde, wir erwarten von den Kindern dass sie ihre Fehler erkennen und auch daraus lernen.
01:32:05: Dass sie die auch thematisieren!
01:32:07: Aber wie selbstverständlich machen die Lehrkräfte das selbst?
01:32:12: Ja gute Frage also.
01:32:14: ich glaube wir sprechen im Unterricht viel über Reflexion Selbstreflexion Fehler sind Helfer Lernwege Strategien Umgang Also wie gesagt mit den Fehlern Und die Kinder werden angehalten darüber zu reden.
01:32:27: Aber professionelle Reflexion betrifft auch unser eigenes pädagogisches Handeln.
01:32:33: Also man muss sich dann selber immer eingestehen, die Situation habe ich falsch eingeschätzt?
01:32:37: Ja oder meine Unterstützung hat nicht geholfen oder ich hab von diesem Kind etwas erwartet wofür ihm noch wichtige Voraussetzungen wie fehlen und das kommt auch vor meiner Reaktion war nicht angemessen.
01:32:52: Oder auch so was wie?
01:32:53: Ich hab dem kind vielleicht zu wenig zugetraut.
01:32:56: Vielleicht ist das einer der wichtigsten Gedanken dieser Folge heute.
01:32:59: Wir sollten Kinder weder auf ihre Schwierigkeiten reduzieren, noch ihre Schwichtigkeiten übersehen tatsächlich.
01:33:08: Also es geht nicht darum... Jedes Verhalten zu entschuldigen?
01:33:11: Nee, Kinder brauchen Grenzen.
01:33:13: Sie brauchen Verlässlichkeit und Möglichkeit für Antwortungen zu übernehmen ganz klar aber sie brauchen auch Lernangebote die zu ihren Vorsetzungen passen, sie brauchen Erwachsene die bereit sind ihre erste Einschätzung auch zu überprüfen.
01:33:27: Also die Kinder müssen wissen jeder Tag ist eigentlich neu.
01:33:30: Es kann nicht sein dass wir als Lehrkraft reingehen und dieses Kind ist so punktausfertig.
01:33:36: Manchmal braucht es ja vielleicht auch gar nicht großartige Veränderungen bei allen Dingen, sondern manchmal genügt es dann zunächst erst mal eine andere Fragestellung zu haben.
01:33:46: Ja statt warum macht dieses Kind schon wieder?
01:33:49: Nicht mit könnte man einfach fragen was hindert ist gerade daran mitzumachen?
01:33:53: oder statt Warum kann es das immer noch nicht okay welche Vororsetzung fehlt möglicherweise noch?
01:34:01: Oder statt warum funktioniert meine Ermahlung nicht?
01:34:05: Was soll das Kind durch meine Reaktionen eigentlich lernen?
01:34:10: Das sind wichtige Fragen.
01:34:16: Dann bleibt für mich zum Ende nochmal eine Frage, was ist wenn ich bei einem Kind längst glaube zu wissen warum es sich so verhält und deshalb aufgehört habe da genauer hinzuschauen?
01:34:34: Und genau deshalb sollten wir unsere pädagogische Grundhaltung immer und immer wieder überprüfen.
01:34:40: Nicht weil wir perfekte Lehrkräfte sein müssen, sondern weil wir auch Menschen sind.
01:34:47: Sondern weil unsere Erwartungen, unsere Aufgaben und unsere Reaktionen den Unterricht mitgestalten... Wichtig und vielleicht können wir uns nach dem nächsten schwierigen Unterrichtstag eine Frage stellen.
01:35:02: Welches Kind habe ich heute möglicherweise falsch verstanden?
01:35:05: Und daraus Schluss folgern, was kann ich morgen dann anders machen?
01:35:08: Ja!
01:35:09: Wir müssen nicht jedes Verhalten hierhin akzeptieren aber wir sollten versuchen es zu verstehen bevor wir vor schnell einfach bewerten oder vor schnell handeln oder komplett verkehrt handeln.
01:35:20: Wir sollten auch bereit sein unser eigenes Handel zu hinterfragen Und vielleicht ist es okay zu sagen, meine Reaktionen heute waren nicht angemessen.
01:35:30: Wie kann ich beim nächsten Mal darauf reagieren?
01:35:32: und dann kann man sein Werkzeugkoffer auffüllen?
01:35:37: Ich denke wir haben jetzt einen ziemlich großen Rundumschlag gemacht und glaube ich in viele Bereiche der Überforderung geschaut die im Schulalltag stattfinden können, haben wir irgendwas noch vergessen.
01:35:56: Ne!
01:35:57: Ich bedanke mich fürs Zuhören und vielleicht denkt ihr dann beim nächsten Mal an diese Folge, wenn ein Kind nicht anfängt zu arbeiten.
01:36:04: Man fängt zu weinen, anfängt zustören.
01:36:07: Vielleicht habt ihr bis dahin euch ein paar Lösungsstrategien, wie ihr arbeitet, den Werkzeugkoffer ja ein bisschen aufgefühlt und vielleicht einfach drüber nachgedacht.
01:36:20: Dann vielen Dank für's Zuhörn!
01:36:22: Und wir hören uns nächste Woche Montag.