Elementarwissen

Elementarwissen

Der Grundschulbildung-Podcast

Transkript

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00:00:00: Herzlich willkommen zu einer neuen Folge von Elementarwissen, dem Grundschulbetungs Podcast.

00:00:05: Ich bin Steffen

00:00:06: und ich bin Jessica.

00:00:08: Jessica bevor wir mit unserem eigentlichen Thema starten wollen wir noch einen Blick in unsere News-Ecke werfen.

00:00:15: gibt es denn da eine Neuigkeit die du mit den Hörern teilen möchtest?

00:00:19: Genau, heute geht die News wieder Richtung Brandenburg.

00:00:24: Und zwar eine Änderung, die zum ersten achtundsechsundzwanzig stattfinden wird, die dementsprechend noch nicht im Grundschulgesetz verankert ist.

00:00:33: Aber diese Änderungen kann man nämlich trotzdem schon lesen.

00:00:37: Im besten Falle ist das schon in der Lehrerkonferenz thematisiert worden.

00:00:42: Sollte dem nicht so sein, dann habt ihr mich!

00:00:45: Und zwar das findet ihr dann in Gesetz und Verordnungsblatt, Teil eins vom neunundzwanzigsten Januar XXVI.

00:00:55: Und heute betrifft die News das Thema Gutachten ein wichtiges Thema Klasse VI den in Brandenburg werden... Die Kinder quasi nach Klasse sechs entlassen in die weiterführenden Schulen.

00:01:07: Und dafür müssen bisher die Kollegen immer fleißig ein Gutachten schreiben, weil es mit viel Arbeit und viel Aufwand verbundet ist.

00:01:15: Bisher!

00:01:17: Jetzt eine Änderung findet statt dann zum Schuljahr.

00:01:21: Und ähm...die betrifft dann Paragraf zweiundfünfzig und dreiundfünftig vom Schulgesetz Und zwar bisher ist es, dass die Eltern ein Anrecht haben auf einen Gutachten und passende Geschirrpräche dazu.

00:01:38: Beratungsgespräche.

00:01:40: Nun die Änderungen.

00:01:41: Die Eltern werden insbesondere zum Schulhalbjahr der sechsten Jahrgangsstufe über die Abschlüsse und Berichtigung der Bildungsgänge der weiter für allgemeinbildenden Schulen durch die besuchte Kohlenschule informiert.

00:01:56: den Eltern wird eine individuelle Beratung angeboten.

00:02:01: Die Eignung für den sechsjährigen Bildungsgang an Gymnasium ist durch eine bestandene Eignungsprüfung nachzuweisen.

00:02:09: Das Thema hatten wir schon, hatte ich schon angekündigt in einer frühen Folge.

00:02:14: Jetzt wurde es konkretisiert.

00:02:16: Die Egnungsprüfung ist bestanden wenn sie ergibt das eine erfolgreiche Teilnahme am Unterricht zu erwarten ist.

00:02:23: Eine Eignumsprüfungen bedarf es nicht wenn der Durchschnitt der Noten aus den Fächern Mathematik Deutsch erste Fremdsprache, gesellschaftliche Wissenschaft und Naturwissenschaften in einem Halbjahrzeugnis der Jahrgangstufe VI den Zahlenwert von zwei Komma drei nicht übersteigt.

00:02:43: Hierbei gehen Deutsche und Mathematik mit dreifacher Gewichtung.

00:02:48: Erste Fremdsprache mit zweifacherer Gewichtungen sowie Naturwissenschaften und Gesellschaftswissenschaften mit einfacher Gewichtig in die Durchschnittsnote ein.

00:02:58: Der Vorrang der Eignung ist durch Auswertungen, deshalb ihres Zeugnis des Jahrengangs stufen sechs zu ermitteln.

00:03:06: Ferner können mit den Eltern und den Schülern Gespräche geführt werden.

00:03:11: auf Wunsch der Eltern sind diese Gespräche zu führen.

00:03:15: das bedeutet aber dass sie nicht mehr komplett verpflichtend

00:03:18: sind.

00:03:19: Bisher musste mit jedem Elternteil ein Gespräch geführt werden, das fällt weg und wird nur noch bei Bedarf gemacht.

00:03:27: Und diese Gutachten fallen dann komplett weg.

00:03:31: Dafür gab es tatsächlich dann weitere Änderungen im Schulgesetz.

00:03:35: Das ist der Fall bei § neunzehn Absatz fünf zum Beispiel, da ist die Nummer zwei Die Grundsätze zur Etergestaltung des Grundschulgutartens das fällt zB weg ist in der neuen Fassung Zum ersten achten sechsundzwanzig dann weggestrichten wurden.

00:03:54: Also keine Gutachten mehr und dafür wenn die Eltern also Das Kind, diese Durchschnittsnote nicht erreicht kann eine erfolgreiche Prüfung dann trotzdem noch dazu führen dass das Kind am Genasium angenommen

00:04:10: wird.

00:04:11: Genau die Erläuterung zur Prüfungen ist noch nicht konkretisiert worden.

00:04:16: Sobald es der Fall sein sollte würde ich mich nochmal melden.

00:04:19: Sehr gut auf jeden Fall denke ich.

00:04:21: eine große Erleichterung für alle Lehrer, die den Übergang bisher in Brandenburg begleitet haben und ich finde auch ein bisschen mehr Transparenz.

00:04:38: Das wird nicht mehr so auf dieses Gut dünken der Lehrer abgestellt sondern tatsächlich vergleichbare Werte.

00:04:47: Für mich hätte ich mir gewünscht, dass wir auch schon das zweite Halbjahr der fünften Klasse ranziehen.

00:04:54: Damit wir eine längere Strecke haben und damit wir ein bisschen Stress rausnehmen.

00:05:00: Aber Fakt ist, wir begleichen uns jetzt ein bisschen an Berlin an.

00:05:03: Wir haben noch mehr Fächer dazugenommen, wir haben das Ganze noch gewichtet was ich relevant finde.

00:05:11: Ja, mal sehen wo der Wege hinführt.

00:05:14: Die Kollegen die das nachlesen möchten können das also wie gesagt im Gesetz und Verordnungsplatz Teil eins vom neunundzwanzigsten Jahr nur seit sechsundzwantzig tun.

00:05:27: So weit zu dem Thema!

00:05:28: Und jetzt Steffen zum eigentlichen Thema der Folge heute.

00:05:32: Genau das eigentliche Thema ist warum Kinder ständig Dinge verlieren?

00:05:38: Wir haben es selber auch am eigenen Leib mit unseren Kindern erfahren.

00:05:41: Die Kinder kommen nach Hause, der Radiergummi fehlt die Trinkflasche ist weg, die Postbub ist nicht mehr aufhindbar, der Sportbeutel wurde vergessen.

00:05:49: Arbeitsblätter sind nicht mehr auffindbar und müssen per WhatsApp von Freunden geschickt werden damit sie bearbeitet werden können.

00:05:57: Das Mathe Heft ist nicht da Und die Hausaufgaben werden auch gern mal vergessen.

00:06:02: Und irgendwann denkt man sich automatisch Wie kann man nur so chaotisch sein?

00:06:08: Ja, das ist korrekt und da beginnt schon eigentlich das Problem meiner Meinung nach.

00:06:11: Denn wir interpretieren dieses Verhalten oft moralisch.

00:06:15: also das Kind ist schlampig, das Kind is unordentlich es ist unzuverlässig unmotiviert aber häufig steckt etwas anderes dahinter tatsächlich.

00:06:25: Also viele Kinder verlieren die Dinge nicht weil sie ihnen nicht wichtig sehen oder weil denen alles egal ist sondern einfach weil ihr Gehirn Anforderungen noch nicht so stabil steuern kann.

00:06:37: Okay, aber um ehrlich zu sein es nervt doch schon ein bisschen oder?

00:06:42: Ja klar.

00:06:42: Also bei mir zu Hause ist das genau so.

00:06:44: Komischerweise nervt es mich zuhause eher obwohl ich nur zwei Stück, also zwei Kinder davon habe als tatsächlich in der Schule wahrscheinlich weil ich jetzt schaffe diese Professionalität an den Tag zu legen auch zu Hause.

00:06:56: Nerv mich das konsequent!

00:06:58: In der Schule... Also die Schule funktioniert wirklich extrem, so Organisationsbasiert.

00:07:09: Das vergessen wir tatsächlich.

00:07:11: und einkirnt muss täglich Materialverwalten, Informationen behalten Übergänge organisieren Arbeitsaufträge speichern Zeitimplik noch behalten Dinge sortieren Handlungsplan erruieren usw.

00:07:27: Und das gleiche auch alles gleichzeitig meistens und es führt dann zu Problemen.

00:07:33: Also viele organisatorische Aufgaben für die Kinder, ist es dann so eine Überforderung und Daueranforderungen?

00:07:42: Permanent tatsächlich würde ich sagen.

00:07:46: Die unbequeme Wahrheit ist tatsächlich meiner Meinung nach noch das Schule exekutive Funktion ständig bewertet spricht aber selten tatsächlich offiziell darüber.

00:07:59: Ich glaube das musst du erklären.

00:08:01: Wir glauben oft, wir bewerten Fahrlichkeit.

00:08:04: Aber häufig bewerten wir Indirektorganisationen, Selbststeuerungen Planung Materialmanagement Offensamkeit also Fähigkeiten die sich bei Kindern erst einmal entwickeln müssen.

00:08:16: Okay lass uns mal erstmal die Begriffe klären.

00:08:20: Du hattest gesagt exekutive Funktion.

00:08:23: was genau ist das?

00:08:24: Exekutive funktion sind Ja, Steuerungsprozesse des Gehirns.

00:08:30: Also man könnte sagen zum Beispiel das Management Systems des Denkens.

00:08:35: dazu gehören vor allem zum Beispiel Arbeitsgedächtnis, Impulskontrolle, kognitive Flexibilität, Selbststeuerung, Selbstregulation und Planungen und Organisationen.

00:08:48: Okay bei dem Thema Arbeitsgedechnis finde ich Ich denke erst mal an den Computer, dieser Arbeitsspeicher.

00:08:55: Das ist dann so ein bisschen ähnlich also...

00:08:59: Na das Arbeitsgedächtnis ist ein Teil vom E-Cool zum Beispiel.

00:09:01: Arbeitgedächenes ist extrem wichtig.

00:09:04: Es hält Informationen kurzfristig aktiv.

00:09:06: Also ich muss gleich meinen Mathe Heft einpacken.

00:09:10: Und jetzt passiert Folgendes.

00:09:11: Das Kind steht auf, ein Mitschüler spricht es an, es wird laut, jemand läuft vorbei die Lehrkraft sagt doch was und plötzlich ist der ursprüngliche Gedanke schon mal weg und nicht absichtlich sondern einfach nur neuropsychologisch gesehen absehbar.

00:09:26: Okay aber das kenne ich von mir selbst auch.

00:09:28: manchmal möchte ich etwas machen geh in die Küche stehe dann da und überlege moment mal Wolltest du jetzt eigentlich tun?

00:09:36: Also mir als Erwachsener passiert es auch noch.

00:09:41: Das heißt, das Gehirn verliert eigentlich nicht diese Information Mathe heft sondern diesen Handlungsplan.

00:09:52: Genau und das ist echt ein riesiger Perspektivewechsel was wir vollziehen.

00:09:57: also viele Killer verlieren keine Gegenstände sie verlieren wirklich Handlungsschritte Genau.

00:10:03: Und dann ist die Frage, wie können wir das vermeiden im Unterrichtsalter?

00:10:08: Das heißt aber auch, wir erwarten manchmal Fähigkeiten von den Kindern, die neurologisch noch gar nicht vollständig entwickelt sind.

00:10:22: Das ist echt ein wichtiger Punkt.

00:10:24: Also exekutive Funktionen entwickeln sich über viele Jahre, teilweise bis ins junge Erwachsenenalter und das bedeutet dass Grundschulkinder sich mitten in der Entwicklung befinden und wir erleben also nicht fertige Organisation sondern einen Entwicklungsprozess.

00:10:43: Die Fähigkeit zum Beispiel Material zu organisieren, mehrere Schritte gleichzeitig im Kopf zu behalten, Impulse zu kontrollieren und Priorität zu setzen muss man erst aufbauen.

00:10:54: Und genau deshalb brauchen die Kinder äußere Strukturen bevor sie innere Struktur selbst übernehmen können.

00:11:01: Da heißt es wieder, Struktur und Routine müssen gelehrt werden.

00:11:08: Ich bin mir sicher, du hast auch nach Studienausschau gehalten um zu gucken was die aktuelle Studienlage und die Forschung dazu sagt.

00:11:19: Hast Du da irgendwas gefunden?

00:11:20: Genau ich habe coole Sachen befunden nämlich eine Uni die wir glaube ich noch nicht im Repertoire hatten und zwar eine ganz wichtige aus den USA Die Harvard University.

00:11:30: die beschreibt exekutive Funktionen als.

00:11:40: Das

00:11:57: erklärt dann auch, warum manche Kinder im Klassenraum komplett untergehen.

00:12:02: Ja, also viele Räume sind unglaublich reizintensiv.

00:12:06: Das hatten wir in der vorletzten Folge zum Thema Klassenräume und Reizüberflutung.

00:12:12: Die Wände sind voll offene Regale Geräusche Gespräche Materialien Bewegungen visuellen Reize.

00:12:19: Also manche Kinder müssen permanent filtern Und genau dieses Filtern kostet kognitive Energie.

00:12:27: Kognitive Load hatten wir schon in den letzten Folgen immer mal wieder besprochen, falls jemand die nicht gehört hat.

00:12:33: Erklär doch nochmal dem Begriff was das überhaupt bedeutet?

00:12:37: Für Einfahrt gesagt ist unser Gehirn eine begrenzte Verarbeitungskapazität.

00:12:43: also wenn gleichzeitig Geräuche Gespräche Material Arbeitsauftrag soziale Situation eigene Gedanken auch noch verarbeitet müssen und dann steigt die Belastungen enorm.

00:12:55: Das heißt, irgendwann ist das System einfach voll.

00:12:57: Also man merkt es wahrscheinlich bei sich selber auch manchmal wenn gerade viel einprasselt, weil sie nicht... Man kocht grade dann wird das Kind was und klingelt das Telefon.

00:13:08: und wenn einfach zuviel auf einmal auf einen einprassert, dann setzt das System manchmal aus

00:13:15: Genau!

00:13:16: Und genau da gehen auf, die Dinge tatsächlich verloren.

00:13:20: Die eigentlich für Erwachsenen wie wir völlig selbstverständlich wirken zum Beispiel das Arbeitsblatt einzupacken.

00:13:28: nicht weil das Kinder so bestimmt hat und gewollt hat sondern einfach nur weil sein Gehirn in diesem Moment einfach überlastet ist.

00:13:37: Das muss man im Kopf haben.

00:13:40: Die Neurologin Martha Denkler, wie die beschreibt das Kinder mit schwächeren exekutiven Funktionen häufig Schwierigkeiten haben, relevante von irrelevant Informationen zu trennen.

00:13:53: Und das bedeutet dass unser Gehirn ständig neu priorisiert oder nebensächlich Dinge einfach mental verschwinden lässt.

00:14:03: Okay und ist das der Grund warum wir Erwachsene dann oft einfach nur denken Das Kind muss einfach besser aufpassen und dabei hat das eigentlich Probleme bei genau dieser Filterung.

00:14:15: Ja, weil Erwachsene diese Organisationen und diese Struktur ja automatisiert haben und wir unterschätzen völlig wie komplex sie eigentlich ist.

00:14:27: Nehmen wir mal ein Beispiel.

00:14:28: also wenn Erwachsener ihren Schlüssel verlieren sagen Sie auch ich hatte gerade so viel im Kopf Und bei Kinder sagen wir dagegen zum Beispiel du bist einfach chaotisch.

00:14:37: Also, diese Perspektivewechsel ist total interessant.

00:14:41: Plötzlich wird aus einer Überforderung bei den einen ein Charaktereigenschaft bei dem anderen.

00:14:47: Warum?

00:14:48: Ist gar nicht notwendig!

00:14:51: Du hast jetzt mehrfach auch die Selbstregulation erwähnt.

00:14:56: Ich weiß wir hatten jetzt schon öfter mal drüber gesprochen aber vielleicht haben wir auch neue Hörer, die das noch nicht von uns gehört haben.

00:15:05: Kannst du das nochmal erläutern?

00:15:07: Eine Selbstregulation nochmal kurz gesagt ist die Fähigkeit, das eigene Verhalten bewusst steuern zu können.

00:15:14: Also zum Beispiel Aufmerksamkeit lenken, Emotionen kontrollieren Handlungen planen sich selbst stoppen Ziele verfolgen Trittsablenkung bei einer Aufgabe irgendwie bleiben und konzentriert bleiben Impulse, wie kontrollieren Belohnungen aufschieben können zum Beispiel.

00:15:35: und genau diese Fähigkeiten sind eng mit exekutiven Funktionen verbunden.

00:15:41: Deshalb ist Dinge verlieren eben kein reines Ordnungsproblem sondern ein Hinweis eigentlich darauf dass Selbststeuerung Prozesse noch Unterstützung brauchen.

00:15:52: Wie ist es dann zb bei Kindern mit ADIS?

00:15:59: haben die dann nochmal mehr Probleme sich zu organisieren.

00:16:04: Und weil da ist es ja auch diese, wenn ich das richtig erinnere, diese Wahrnehmung ist ja noch mal anders bei ADAS und auch so neben, zum Beispiel Gespräche an einem Nachbartisch sind viel präsenter.

00:16:21: also denen müsste ja das Filter noch schwerer fallen.

00:16:24: Genau An der Stelle müssen wir ja aufpassen.

00:16:27: Also nicht jedes Kind, das chaotisch ist hat wirklich mit Aufmerksamkeit Defizit irgendwie zu tun.

00:16:33: also es ist nicht bei jedem Kind irgendwie unbedingt eine Störung.

00:16:36: aber tatsächlich sind Kinder mit ADAS häufig getroffen.

00:16:43: Der Psychologe... Bartlett zum Beispiel, der beschreibt ADAS nicht primär als aufmerksamke Störung sondern als Störung der Selbststeuerung.

00:16:52: Also sinngemäß wäre dann ADAS ist weniger ein Wissensproblem als einen Umsetzungsproblem und es ist enorm wichtig weil viele Kinder wissen was sie zu tun haben sich schaffen es aber nicht stabil im richtigen Moment zu tun.

00:17:09: Okay, also wir hatten ja jetzt einige Folgen wo wir zum Beispiel drüber gesprochen haben wie Fachsprache.

00:17:16: Wie wichtig das ist dass Kinder vielleicht sogar mehr wissen als sie dann tatsächlich ausdrücken können weil ihnen die Sprache fehlt.

00:17:24: und mir kommt es so vor als ob diese exekutiven Funktion eigentlich ein bisschen ähnlich ist oder dass trainieren dieser exekutive Funktionen eigentlich ja mindestens genauso wichtig ist wie Fachwissen.

00:17:41: Teilweise tatsächlich, ja also die Forschung zeigt ja auch exekutive Funktionen sagen Schul erfolgt teilweise besser voraus als IQ.

00:17:50: Das ist riesig weil plötzlich reden wir nicht mehr über also nur über Ordnung sondern wir reden über leeren Voraussetzungen.

00:17:57: und Für die Lernvoraussetzungen sind wir Lehrkräfte irgendwie verantwortlich.

00:18:01: und damit schließe ich auch der Kreis von okay, wir können nicht sagen, geht das unordentlich.

00:18:06: Sondern welche Strategien haben wir mitgegeben?

00:18:08: dass dieses Kind irgendwie das alles leisten kann?

00:18:11: Dass es Stück für Stück automatisieren kann.

00:18:14: Welche Voraussetzung haben wir implementiert im Klassenraum, damit die Kinder sich dran orientieren können?

00:18:21: Sei es visuelle oder Routine Abläufe, die immer wieder kehren um sicher zu sein dass wirklich automatisieren können.

00:18:29: Wir können es nicht mehr so abtun als Lehrkraft, das Kind kann das nicht, sondern ich muss mich die Frage stellen lassen wie okay was muss sich anpassen damit es besser funktioniert?

00:18:41: Okay aber das ist dann schon ein pädagogisches Risiko denn als Erwachsene sieht man ja mehr oder weniger nur durch sichtbare Verhalten.

00:18:50: also wir sehen die Kinder vergessen etwas sie verlieren Arbeitsmaterial Sie haben Sachen nicht dabei oder vergessen, Dinge einzupacken.

00:19:00: Aber dann werden sie vielleicht ermahnt oder erinnert aber diese unsichtbare Ursache dahinter wird dann gar nicht angegangen.

00:19:14: Ja, und dann passiert was Gefährliches.

00:19:15: Also aus einer Entwicklungsaufgabe wird plötzlich eine Charakterbeschreibung oder eine Charaktereigenschaft.

00:19:21: Es heißt dann unzuverlässig, schlampig, voll... Obwohl es geht eigentlich möglicherweise gerade massiv mit Selbststeuerungen kämpfen!

00:19:28: Und dann müsste man gucken okay, was wären die geeigneten Strategien um den Kind besser helfen zu können?

00:19:34: Damit er sich selbst helfen kann.

00:19:37: Da finde ich die Pedagogik irgendwie von Montessori eigentlich.

00:19:42: Ich helfe dir, es selbst zu tun und da muss ich aber irgendwie Steine legen, dass das Kind das auch wirklich leisten kann.

00:19:51: Ich muss wegweisen!

00:19:52: Ich muss irgendwie unterstützen.

00:19:55: Und ich kann nicht erwarten, dass dieses Kind das von alleine

00:19:57: kann.".

00:19:58: Du hattest jetzt gerade gesagt, Ja, das Ganze eher zur Charakterbeschreibung wird.

00:20:06: Also du bist unzuverlässig, du bist schlampig... Da werden wir auch wieder dabei dass Kinder in Klassen ja Rollen annehmen.

00:20:14: Also Kinder dann ist das der vergessliche oder der Schlamppige wo dann Kommentare kommen.

00:20:22: naja klar war ja klar dass du es wieder nicht dabei hast und ich glaube man unterschätzt dann schon dass so ein Stempel dann äußerst belastend für die Kinder sein könnte.

00:20:33: Genau, also da entsteht auf jeden Fall Druck bei den Kindern weil irgendwann entsteht so was wie ein Ruf.

00:20:40: Also es gibt der Karot Die Unordentliche.

00:20:43: Es fehlt immer etwas und irgendwann sitzen Kinder vor Vor allem und sagen schon automatisch ich weiß Ich hab's wieder verloren oder ich bin so unordentlich auch ich bin wirklich ein Karot Noch bevor mein irgendwas gesagt hat.

00:20:59: also ist eigentlich echt tragisch bis dramatisch irgendwie.

00:21:04: viele Kinder erleben jeden Tag irgendwie kleinere Misserfolge, die Erwachsene kaum wahrnehmen.

00:21:10: Aber diese Erfahrungen disumieren sich und irgendwann entsteht Scham tatsächlich und dann finde ich es schade.

00:21:20: Und Scham kommt ja dann oder empfindet man ja dann wenn eigentlich auch so ein bisschen Druck von außen kommt?

00:21:27: von außen das eigene Verhalten eigentlich negativ dargestellt wird.

00:21:32: Dabei hilft der Druck wahrscheinlich gar nicht?

00:21:35: Nein, ich hatte mal eine Vorhaltbildung vor zwei Jahren und da war ein Satz ziemlich prägnant Gefühle entstehen aus Erfahrung Und so ist es in dem Falle auch, wie kleine, vielleicht unsidigenifikante Erfahrungen sumieren sich zu einem Riesending.

00:21:55: und das da wo ich entstehen gefühle.

00:21:57: Und das finde ich irgendwie nicht förderlich tatsächlich.

00:22:04: Für nichts, also wieder in der Schule noch privat fürs Leben auch nicht für die Persönlichkeiten, die wir später aufbauen wollen.

00:22:12: Wir wollen nach wie vor Patente Kinder irgendwie erziehen und ausbilden.

00:22:18: Das funktioniert nicht wenn sie alle Fehler mit Scham behaftet sind.

00:22:24: Ja, also Druck hilft schon mal gar nicht im Gegenteil eigentlich.

00:22:29: Also die Psychologin Carol Drake beschreibt in ihrer Forschung zum Selbstbild das so wenn Kinder glauben eine Eigenschaft sei fest dann verändern sie oft weniger.

00:22:40: und wenn ein Kind irgendwann denkt ich bin halt chaotisch Dann singt die Selbstwirksamkeit irgendwie massiv.

00:22:50: Carol Drake hat zum Beispiel viel daran geforscht, irgendwie zum Thema Gross Mindset und Fix Mindset

00:22:58: z.B.,

00:23:00: da kommt dann die ihre Theorie zur Selbstwirksamkeit.

00:23:03: Und dasselbe ist es auch wenn die Kinder das Gefühl haben sie können es schaffen und sie können dran wachsen.

00:23:10: Es ist wieder schwierig aber ich habe das Gefühl ich kann das schaffen.

00:23:13: Dann ist es gross mindset und dann fühlen sich die Kinder irgendwie sehr wirksam.

00:23:19: Das Gefühl, sie können es wirklich schaffen.

00:23:21: Und das ist für den Schulalltag förderlich.

00:23:24: Es ist aber für die Gestaltung von Persönlichkeiten enorm wichtig und da wollen wir die Kinder hin.

00:23:30: Wir wollen sie nicht klein halten sondern wir wollen wirklich patente Wesen draus machen.

00:23:36: Also ich stelle mir mittlerweile jetzt die Frage wenn ich dir so zugehört habe bewerten wird tatsächlich die richtigen Dinge in der Schule?

00:23:45: oder Bewerten wir dann tatsächlich das Fachwissen oder eigentlich ganz andere Dinge bei den Kindern?

00:23:53: Naja, ich würde fast behaupten dass wir an manchen Ecken nicht nur irgendwie lernen.

00:24:00: bewerten, sondern tatsächlich Organisationsfähigkeit und so ein bisschen unbequem den Kinder mit starken exekutiven Funktionen wirken auf automatisch Leistung stärker.

00:24:12: Selbst wenn andere Kinder fachlich ähnlich kompetent sind.

00:24:15: zum Beispiel Ein ordentliches Haft, vollständige Materialen, pünktliche Abgabe.

00:24:24: All das beeinflusst die Wahrnehmung und auftan damit tatsächlich auch die Bewertungen.

00:24:31: Und an der Stelle müsste man sich als Lehrkraft wirklich mal kurz reflektieren, kurz innehalten, reflektiert Es ist so.

00:24:38: Und wenn nicht, dann ist es super, wird man hier als Mensch von sich sagen, okay ich kann beides wirklich gut auseinanderhalten und das eine beeinflusst in keinster Weise die Bewertung vom anderen.

00:24:49: Dann ist es richtig gut.

00:24:51: aber mir wäre es echt lieb dass die Kollegen, die heute zuhören, sich wirklich kurz mal überlegen.

00:24:56: Stimmt das oder stimmt's nicht?

00:24:58: Ich würde behaupten in vielen Fällen ja... Ist ein Einfußfaktor.

00:25:04: Okay, aber lasst uns jetzt nochmal genauer drauf gucken und ein bisschen in die Praxis gehen.

00:25:10: Ich würde gerne mit dir jetzt erarbeiten was man als Lehrkraft wirklich konkret tun kann um ja die Kinder bei der Entwicklung zu unterstützen.

00:25:21: Viele Kinder brauchen zum Beispiel eine äußere Struktur bevor die innere Strukturen überhaupt entstehen können.

00:25:27: und das fängt an mit dem Material einen festen Platz oder die Abläufe sind immer gleich, man hat irgendwie Pictogramme oder Beschriftungen zur Unterstützung Farbsysteme.

00:25:41: Routinen, die wirklich visualisiert sind.

00:25:43: also bei den Kleinen zum Beispiel habe ich eine Morgenroutine von Ich eins ist ich ziehe meine Schuhe aus und ich zieh meine Hausschuhe an, ich platziere das alles ins Regal, ziehe mir eine Jacke aus hänge die Jacke gvd da begrüßen holt meine Sachen nähen wir auf und das alles visualisiert für die Großen.

00:26:22: Wenn man die jetzt so zuhört, dann scheint es ja so als ob du den Kindern so eine Art... Ablaufplan, so ein Art Programm gibts wie beim Computer den sie dann einfach abspulen.

00:26:36: Wäre es dann nicht besser den Kindern eher Selbstständiges agieren irgendwie beizubringen?

00:26:45: Na gut, das trainiere ich eigentlich mit den Kindern.

00:26:48: Ich möchte dass sie selbstständig werden und dafür gebe ich die Möglichkeiten dazu werden indem mich die Orientierung irgendwie mitgebe in Form von visuellen Darstellungen oder Routinen und Abläufe die immer wiederkehren sind sodass ich sie nicht mehr die ganze Zeit aussprechen muss, so dass die Kinder nicht mehr diese ganze Zeit fragen oder hinterfragen müssen.

00:27:09: Sie können sich selbstständig daran orientieren bis sie es wirklich auswendig verinnerlicht haben und automatisiert haben.

00:27:16: So entsteht Orion via eine... Belastungen, Ansätzen von diesen kognitiven Lot schon wieder irgendwie.

00:27:24: Und das kann ich entlasten indem ich das irgendwie routiniert mache und den Kindern helfe ja das so automatisieren tatsächlich.

00:27:33: Dazu hatten wir glaube ich auch mal einen Voll gemacht.

00:27:35: es war die neue Superkraft Selbstständigkeit oder sowieso hieß sie?

00:27:40: Genau!

00:27:41: Wo es auch darum ging dass Selbständigkeit trainiert werden muss.

00:27:46: Genau, es ist kein Kind geboren was selbstständig ist und das wollen wir dann trainieren.

00:27:50: Das ist unsere Aufgabe und ich muss ja gucken die Kinder wie gesagt die kognitive Belastung der Kinder Es ist eine... es ist begrenzt.

00:27:59: diese Möglichkeit das heißt es ist irgendwie nicht in Übermaß irgendwie nahe das heißt das muss irgendwie schonend benutzt werden.

00:28:08: Und wenn die Kinder ständig damit überfordert sind, erst mal den Alltag zu meistern, dann haben sie keinen Speicherkapazität um überhaupt arbeiten und lernen zu können.

00:28:19: Deswegen ist es meine Aufgabe als Lehrkraft das alles diese ganze Routine so reizarm irgendwie da zustellen, dass die Kinder sich selbstständig daran orientieren können bis sie es automatisiert haben.

00:28:35: Nur so haben sie noch kognitive Kapazitäten um sich auf die Inhalte zu konzentrieren.

00:28:41: Ansonsten sind Sie ja überreizt.

00:28:46: Wie sieht das zum Beispiel bei Übergängen aus?

00:28:48: Da hatten wir jetzt auch in den letzten Folgen der letzten Folge glaube ich sogar drüber gesprochen.

00:28:56: gibt's da auch Strategien wie man den Kindern da helfen kann?

00:29:03: Na, die meisten Verluste passieren auch in Übergängen zum Beispiel und deswegen helfen auch da hier wie ritualisierte Schritte.

00:29:11: Visualisierung was brauche?

00:29:14: ich sei bereit hol das Material und dann sind drei Pictogramme nochmal Das ganze zu visualisieren, dass die Kinder wissen oder am Anfang des Tages alles rauslegen zulassen was für den Tag notwendig ist zum Beispiel.

00:29:29: Jede Lehrkraft kann sich überlegen wie sie es haben möchte.

00:29:32: man darf aber nicht außer Acht lassen das das für die Kinder eine Belastung darstellt die wir so gering wie möglich halten müssen.

00:29:40: Wir hatten jetzt darüber gesprochen dass diese Sachen auch mit den Kindern trainiert werden sollen.

00:29:50: Wie würde man das am besten machen?

00:29:56: Wichtig ist, dass wir nicht erinnern sondern trainieren.

00:29:59: Das war ein ganz großer Unterschied.

00:30:02: Wenn wir sagen zum Beispiel Denk an deine Sachen das ist ja keine Strategie.

00:30:06: was die Kinder brauchen sind Strategien und ich habe schon öfters mal in den vorhin gesagt Ich bringe den Kindern grundsätzlich Strategien für jede Lebenslage also nicht nur Für deutsche und Mathe Sondern Alltagstrategien.

00:30:17: wie überlebe ich überhaupt in der Schule?

00:30:19: Wie organisiere ich meinen Alltag in der schule?

00:30:22: Und das ist irgendwie mit Checklisten zu meistern.

00:30:26: Oder mit Routine oder mit Packritualen, oder gemeinsame Reflexion, visuelle Unterstützung.

00:30:32: bei den ganz kleinen habe ich auch ein Papieramband irgendwie damit sie sich erinnern können wie nicht... Also es reicht meistens dass Sie den Blick drauf haben und dann wissen Sie was Sie Zuhause zu tun haben.

00:30:45: Bei den großen Machen wir einen Zeichen auf der Hand, ein Punkt zum Beispiel.

00:30:50: Damit wenn man den sieht okay ich kann mich erinnern das ist eine Strategie.

00:30:56: ich kann nicht erinneren irgendwie was Norien wie zu tun war.

00:31:00: dieses nur Externe Erinnerungen zu geben, externe Hilfe von außen.

00:31:07: Immer nur Impulse von Außen zu geben ist keine Strategie.

00:31:10: die Diskussion habe ich dieses Jahr mit manchen Eltern nehmen wie geführt.

00:31:13: Ich sollte das Kind erinnern wie seine Hausaufgaben mit einzubacken und so weiter und sofort.

00:31:18: aber es ist alles da.

00:31:19: Das Kind muss wirklich lernen Strategien anzuwenden

00:31:24: Also für sich selber

00:31:25: die Checklisten zu haben.

00:31:27: Ich kann nicht mit jedem Kind jede Checkliste irgendwie durchgehen, ich kann aber die Strategien präsentieren und da kommt wieder dieses Bild von der Eisverkäuferin.

00:31:38: Wenn die Kinder sich aber nicht entscheiden das Eis zu schlucken oder die Strategie zu nutzen dann müssen sie erst mal klarkommen.

00:31:46: Meistens merken die aber ganz schnell, dass diese Strategien und diese Routinen wirklich helfen.

00:31:52: So das ist einfach für sie zufriedenstehen, zu wissen okay ich kann den Alltag jetzt ohne Stress in die meisten.

00:31:58: Ich hab's in der Hand!

00:32:00: Also dieses Gefühl, und das ist das was Carol Drake irgendwie sagt.

00:32:03: Dieses Gefühl, dass zu haben... Es liegt nicht an der Lehrkraft, es ist auch nicht von der Lehr Kraft abhängig und ein ihrer Laune ob sie gut drauf ist oder sich gestern mit ihrem Mann gestritten hat oder sonst was sondern ich als Kind, als Schüler habe ich es in der Hand, dass es irgendwie heute gut laufen kann oder eben nicht?

00:32:20: Dieses Gefühl brauchen die Kinder.

00:32:23: Wir hatten ja auch in einer unserer letzten Folgen über Die Reizüberflutung im Klassenzimmer gesprochen, da ging es hauptsächlich um diese Klassen-Zimmer-Deko.

00:32:37: Können wir den Kindern auch helfen indem wir andere Dinge reduzieren?

00:32:43: Genau!

00:32:43: Also viele Kinder profitieren enorm von Reduktion.

00:32:48: also je weniger umso besser.

00:32:50: Mittlerweile hat man mehrere Hälfte pro Fächer und das ist unübersichtlich.

00:32:56: Es reicht auch zum Beispiel, ein Linienhälft zu haben was man dreht also die erste Seite ist keine Ahnung Rechtschreibung, die andere Seite Also wenn man das Hälft einmal umdreht komplett.

00:33:10: es ist dann grammatisch z.B.

00:33:12: Und wenn das häftvoll ist dann nimmt man ein neues Häft aber wenigstens hat man denn nur einen Deutsch-Hälft und nicht irgendwie drei Stück davon.

00:33:21: weniger loses Material, weniger oder wirklich ein System haben und trainieren wie man das Ganze abheftet.

00:33:28: Damit der Ganzen nicht voll ist mit unsortierten Blättern zum Beispiel.

00:33:37: Manchmal muss man etwa auch wieder selbst reflektieren als Lehrkraft.

00:33:40: manchmal sind nicht die Kinder irgendwie zu chaotisch sondern das eigene System was wir als Lehrkräfte erschaffen haben.

00:33:49: Also ich glaube Wenn es jetzt eine Lehrkraft gibt, die noch nie oder nicht von diesen exekutiven Funktionen gehört haben.

00:34:00: Die sitzen vielleicht da wo sie uns gerade hören und überlegen gerade Haben so ein Kind aus ihrer Klasse vor Augen Und denken grade.

00:34:09: Vielleicht ist der ja gar nicht so schlampig wie ich dachte vielleicht hat er einfach nur Probleme mit den exekutive Funktion

00:34:18: oder vielleicht war dann das Gehirn einfach dauerhaft überlastet.

00:34:21: Dann ist es wirklich ein Hinweis darauf, dass es in der Klasse zu sprachen Routinen gibt.

00:34:30: Reisbelastung ist einfach zu hoch.

00:34:32: Es gibt eine Überforderung für die Kinder, vielleicht hat dieses Kind ein Problem im Arbeitsgedächtnis oder eine zu geringe Selbstregulation Schwierigkeiten mit den exklusiven Funktionen zum Beispiel und es nicht nur Vollheit oder Gleichgütigkeit.

00:34:50: Also da lohnt es sich auch wieder, wie sie selbst so reflektieren als Lehrkraft.

00:34:55: Und nicht nur die eigene Persönlichkeit sondern auch das eigenes System!

00:34:59: Man kann es sich schön eingerichtet haben und denken, dass Lehrkraft es macht alles Sinn und bestimmt macht es auch Sinn, irgendwie einen Grammatikheft zu haben oder einen Rechtschreibheft.

00:35:09: aber ist es irgendwie für alle Klassen wichtig, das so zu haben?

00:35:14: Oder ist es vielleicht sinnvoller nur ein Hef für alles zu haben und das so... zu portionieren, dass es hier wie für alles richtig ist.

00:35:23: Das kann ich für die Kollegen heute nicht beantworten aber es lohnt sich das eigenes System zu reflektieren und die Komplexität vielleicht ein bisschen rauszunehmen.

00:35:32: Okay also sollten wir vielleicht dann weniger fragen warum passt du nicht besser auf?

00:35:38: Sondern viel Deck von den Kindern einholen welche Struktur dem Kind fehlt.

00:35:44: Ja zum Beispiel.

00:35:45: Also die Struktur und Organisation ist ja keine Charakterfrage, es ist eine Entwicklungsaufgabe.

00:35:50: Und Kinder werden nicht ordentlich weil wir sie beschämen oder weil wir immer ihnen erinnern oder weil wie immer strenger werden sondern einfach weil wir Strukturen so lange mittragen bis sie selbst getragen werden können.

00:36:05: Das ist halt der Punkt.

00:36:07: dafür sind Strategien notwendig.

00:36:09: Du hattest in deiner letzten Klasse, die du auch eingeschult hast Da bist du irgendwann mal nach Hause gekommen und hast dann Freude strahlen gesagt, meine Klasse läuft jetzt auf Autopilot.

00:36:25: War das so das erste Mal wo du gesehen hast dass diese Kinder eigentlich die exekutive Struktur wahrscheinlich der Großteil und die ziehen den anderen mit?

00:36:39: Wo ist dann der Punkt, wo man als Lehrer merkt dass diese exekutiven Funktionen greifen?

00:36:45: und wann kann man da auch so ein bisschen nachlassen und die Kinder in dieser Selbstständigkeit überführen?

00:36:54: Tatsächlich war das nicht das erste Mal.

00:36:56: Ich glaube ich kriege es immer mit wenn ich im Klassenraum überflüssig bin.

00:37:01: also wenn ich an meinen Tisch sitze und eigentlich den Kindern sagen hey Leute ich bin da wer braucht mich?

00:37:07: Und das passiert.

00:37:08: Das ist an der Privatschule auch mal der Fall gewesen, obwohl ich drei Jahrgänge in einer Klasse hatte.

00:37:13: zum Beispiel und ich kann sich bestimmt erinnern Ich habe dir mal irgendwie Sprachnarrrichten geschickt und du meintest was ist das?

00:37:20: Ich gesagt dass sind die Kinder die arbeiten.

00:37:21: man hat nichts gehört weil die irgendwie alle mit sich selbst beschäftigt waren.

00:37:26: Das war letztes Jahr in meiner Klasse also dritte Klasse die ich aber damals eingeschult hab.

00:37:31: irgendwann war es ja auch und ich weiß die Schulleitung hatte mal gesagt irgendwie Er war auch mal da, am Morgen zum Beispiel und hatte die Kinder reinkommen sehen.

00:37:40: Und die Kinder waren völlig selbstständig und haben ihr Ding gemacht und angefangen.

00:37:44: Und er meinte es wirkt immer irgendwie als hätte ich so kleine Fäden in der Hand und sich würde irgendwie Handpuppe mit den Kindern spielen weil sie genau das machen was ich eigentlich erwarte.

00:37:58: Es ist ein richtig cooles Gefühl, wenn man merkt, man ist überflüssig.

00:38:01: Dass die Kinder es alleine schaffen und das sollte das Ziel sein, dass sie es wirklich selbstständig machen können.

00:38:09: und da sollen wir als Lehrkraft so lange mittragen bis es soweit ist und dafür müssen wir Strategien entwickeln und aufbauen.

00:38:18: aber tatsächlich ist es das Ziel weil je mehr wir automatisieren umso mehr Fachlichkeit können wir reinbringen, um so mehr Kapazität werden frei im Gehirn um ein paar wichtige Inhalte weiter einzukriegen.

00:38:35: Und wir bauen diese Menschen auf.

00:38:39: Was sie für die Schule lernen, diese Selbstorganisation und diese Struktur sind ein paar Sachen, die sie im späteren Leben auch brauchen werden – auch im Job oder in der Familie.

00:38:49: Wenn Sie das nicht geübt haben, dann wird es später auch wieder schwierig oder die müssen hart lernen irgendwann vielleicht.

00:38:57: Deswegen warum nicht Stück für Stück von Anfang an in der Grundschule mit trainieren?

00:39:03: Ohne Wertung!

00:39:05: Ich glaube das ist der Punkt ohne Wertung.

00:39:07: Also Gefühle kommen von Erfahrung, ich finde der Satz ist eigentlich ziemlich präglant.

00:39:14: Ich finde auch ein guter Abschlusssatz für die Folge

00:39:18: Ja deswegen lassen Sie uns vorsichtiger mit manchen Aussagen zu Charaktereigenschaften umgehen.

00:39:26: Das glaube ich einen guten Schlusssatz.

00:39:30: Dann würde ich sagen

00:39:31: Vielen Dank fürs Zuhören!

00:39:32: Sollte dir Fragen haben meldet euch gern per E-Mail.

00:39:35: Die E-Mail Adresse findet ihr auf der Webseite elementarwissen.de.

00:39:41: Ansonsten sagen wir bis nächste

00:39:44: Woche!