Elementarwissen - Der Grundschulbildungs-Podcast

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Der Podcast für Lehrer, Grundschule & Unterricht

Transkript

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00:00:00: Herzlich willkommen zu einer neuen Folge von Elementarwissen, dem Grundschulbetungs Podcast.

00:00:05: Ich bin Steffen

00:00:13: und ich bin Jessica.

00:00:14: Okay du kennst doch die Regel.

00:00:16: wenn ich sage ich bin Steffen sagst Du ich bin Jessika.

00:00:19: und genau darum geht es heute in unserer Folge oder?

00:00:22: Denn wir wollen uns heute mal angucken wieso Kinder oder generell Menschen Regeln kennen aber nicht anwenden.

00:00:31: Und vermutlich kennen das auch relativ viele Lehrkräfte.

00:00:36: Die Kinder rennen auf dem Flur, obwohl sie genau wissen, Sie sollen nicht rennen.

00:00:40: Sie melden sich nicht leise, obwohl Sie wissen, sie sollen sich leise melden und wenn man die Kinder fragt können sie oftmals sogar die Regeln erklären.

00:00:52: Man steht dann einfach da und denkt sich ja, wenn du dir Rege kennst warum machst du es denn nicht?

00:00:59: Glaubst Du dass das... Absicht bei den Kindern ist?

00:01:03: Ja, manchmal schon.

00:01:04: Aber genau das wissen wir in diesem Moment eigentlich noch gar nicht wenn wir danach fragen.

00:01:08: und deshalb geht es heute um einen Denkfehler der im Schulalltag unglaublich naheliegend ist.

00:01:15: Einem Regel zu kennen ist eine Wissensleistung und nach einer Regel zu handeln ist eine Regulationsleistung.

00:01:24: Und ein Kind kann also eine Regel kennen und trotzdem Schwierigkeiten haben, sein Verhalten im entscheidenden Moment danach auszurichten.

00:01:33: Also heute wollen wir ja nicht nur erklären warum das so ist.

00:01:38: Wir gehen einen Schritt weiter.

00:01:41: wie wird quasi aus einer Regel tatsächlich selbstständiges Verhalten?

00:01:48: Was muss ich konkret üben?

00:01:50: Wann sollte ich erinnern?

00:01:52: Wie baue ich Erinnerungen wieder ab.

00:01:56: Wann braucht ein Kind zusätzliche Unterstützung zum Beispiel und wann müssen wir tatsächlich dann sagen, das Kind kann es eigentlich und entscheidet sich aber gerade bewusst dagegen denn auch das gehört zur ehrlichen Diskussion über Regeln.

00:02:11: dann dazu

00:02:11: okay Ich würde sagen wollen wir da mal mit einem Beispiel gleich irgendwie loslegen?

00:02:16: ja nehmen wir mal Marie.

00:02:17: also Ich habe bei mir in der Klasse keine Marie.

00:02:21: An der jetzigen Schule kenne ich auch keine Marie, also nur mal so.

00:02:25: die große Pause ist vorbei.

00:02:27: Marie kommt ins Schulhaus sieht zwei Freunde ein Stück weiter vorne und rennt los.

00:02:34: Ich stoppe.

00:02:34: sie sagt Marie was gilt denn auf unserem Flur?

00:02:38: Und Marie antwortet wir gehen langsam uns sind leise!

00:02:41: Also Sie kennen sogar beide Erwartungen.

00:02:44: Am nächsten Tag passiert dann genau dasselbe und jetzt beginnt etwas Interessantes.

00:02:48: Denn als Lehrkraft interpretiere ich Verhalten, also ich denke vielleicht okay ja sie nimmt mich vielleicht nicht ernst oder es ist ihr egal oder sie provoziert oder Sie weiß ganz genau was sie macht.

00:03:03: das kann stimmen aber aus der Tatsache dass Marie die Regel aufsorgen kann kann Ich das nur nicht ableiten.

00:03:12: Okay verstehe Aber was würdest du sagen, fehlt dann bei Marie?

00:03:18: Denn eigentlich kann sie die Regeln ja irgendwie aufsagen wenn du sie fragst sogar beide und weiß eigentlich wie es richtig wäre.

00:03:28: Ja also sie hat ja gezeigt dass ihr die Regel deklarativ kennt.

00:03:32: Also Sie kann sagen welches Verhalten erwartet wird.

00:03:35: aber jetzt muss etwas anderes passieren.

00:03:38: dieses Wissen muss in der richtigen Situation rechtzeitig verfügbar werden und tatsächlich Verhalten steuern.

00:03:46: Also deswegen sage ich, Regelwissen ist nicht gleich Regelkompetenz.

00:03:52: Wenn wir uns jetzt einfach mal vorstellen Marie steht jetzt an der Eingangstür der Schule Und betritt den Schulflur Was passiert dann eigentlich?

00:04:04: Ziemlich viel!

00:04:05: Sie muss zunächst erkennen Okay, jetzt beginnt eine Situation für die eine bestimmte Regel gilt.

00:04:12: Dann muss sie die passende Regel abrufen.

00:04:15: Sie muss ihr Anlungsziel aufrecht erhalten, gleichzeitig sieht sie aber ihre Freunde und da entsteht so ein, weiß ich nicht, konkurrierender Impuls sozusagen schnell hinterher.

00:04:29: Und diesen Impuls muss sie dann hemmen!

00:04:33: Sie muss Ihre Aufmerksamkeit steuern und während sie weitergeht, muss sie auch eher verhalten überwachen.

00:04:40: Also wir reden unter anderem über Arbeitsgedächtnis, Inhibition, kognitive Flexibilität.

00:04:47: Also quasi wirklich zentrale Bestandteile exekutiver Funktionen.

00:04:53: Das Thema exekutive Funktion haben wir schon öfters mal in den Folgen gehabt.

00:04:57: Es ist ein... regelmäßiger Teil von Forschung und gilt quasi zusammen mit Selbstregulation als zentrale Fähigkeit, um Informationen im Kopf zu behalten.

00:05:13: Aufmerksamkeit zu steuern, Ablenkungen zu filtern, Impulse zu kontrollieren und Handlungen anziehen auszurichten.

00:05:23: Und ja diese Fähigkeiten entwickeln sich mir derzeit.

00:05:26: Okay aber Ich finde, er geht langsam klingt für mich eher nach einer recht einfachen Aufgabe.

00:05:38: Ja weil wir nur das sichtbare Ergebnis betrachten.

00:05:40: also das machen wir im Unterricht ständig arbeiten konzentriert hör gut zu sei ordentlich benimm dich räumen vernünftig auf.

00:05:49: Das klingt nach konkreten Anweisungen ist aber häufig ja gar nicht der Fall.

00:05:55: Was genau tut ein Kind, das konzentriert arbeitet?

00:05:58: Oder was genau tut es wenn es gut zuhört?

00:06:01: und deshalb... Also je abstrakter unsere Regel ist, desto mehr Übersetzungsarbeit verlangen wir dann vom Kind.

00:06:10: Und es ist übrigens ja der erste Punkt an dem Lehrkräfte morgen direkt ansetzen können.

00:06:17: Wenn eine Regel ständig scheitert fragt euch einfach Kann ich das gewöhnliche Verhalten so beschreiben dass man es tatsächlich sehen könnte?

00:06:32: Machen wir jetzt einen Einwand nochmal.

00:06:34: Also morgens schafft Marie das Problem los, nach der großen Pause rennt sie dann weh durch den Flur.

00:06:43: Also zeigt sie dass ich es ja doch kann.

00:06:46: Ja das ist ein wichtiger Unterschied.

00:06:48: also wir behandeln verhalten häufig wie eine stabile Eigenschaft.

00:06:53: Marie kann das oder Marie kann nicht und selbst Regulationen ist aber auch von der Situation abhängig.

00:07:00: Untersuchungen von Selbstregulationen in unterschiedlichen Klassenzimmer-Situationen zum Beispiel zeigen, dass die Regulationsleistung derselben Kindes je nach Kontext variieren kann.

00:07:12: Es klingt auch logisch, also morgens haben... hat man weniger Aktivierung, vielleicht weniger Dynamik, ein klarer Ablauf.

00:07:23: Nach der Pause hat man Bewegung, Lautstärke, Freunde, hohe Aktivierungen und schneller Übergang.

00:07:29: dieselbe Regel gilt aber die Anforderungen sind nicht gleich.

00:07:34: also ein Kind kann es unter diesen Bedingungen zuverlässig abrufen sind zwei unterschiedliche Aussagen.

00:07:44: Also ich finde, das klingt relativ nah an.

00:07:48: Marie kann eigentlich nichts dafür.

00:07:50: Nee so kann man es nicht sagen, erklären ist nicht entschuldigen.

00:07:54: also wir senken die Erwartung nicht, Marie soll weiterhin irgendwie gehen.

00:07:59: Wir versuchen nur herauszufinden warum die Umsetzung noch nicht zuverlässig gelingt damit unsere pädagogische Reaktion überhaupt zum Problem passt.

00:08:09: Das ist wichtig.

00:08:11: Eine Regel steht nämlich nicht alleine, ich gehe langsam, konkurriert mit... Ja meine Freunde sind da vorne und da will ich hin!

00:08:21: Ich melde mich leise, konkursiert mit... Okay ich weiß ja einen Wort und die will ich unbedingt geben.

00:08:26: Ich räume auf, konkuret mit... Endlich Pause, da will eigentlich hin.

00:08:32: Ich höre zu, konkurtiert mit.

00:08:34: okay das muss sich unbedingt erzählen.

00:08:36: also sind Das konkurriert immer wieder und das Kind muss sich selbst steuern, selbst Regulationen.

00:08:44: Und deshalb sind Übergänge so interessant, deswegen sind sie auch so wichtig.

00:08:49: Pause zu Unterrichts, Einzelarbeit zur Partnerarbeit, Unterricht zum Frühstückklassenraum, zum Sporthalle, Arbeitszeit zur Aufräumzeit

00:08:58: usw.,

00:08:59: genau dort steigen häufig die Anforderungen an Regulation.

00:09:04: Da scheitert man meistens.

00:09:06: Und ich glaube, da kommt auch dieser Satz.

00:09:09: Das haben wir doch schon tausendmal besprochen.

00:09:11: Warum klappt das immer noch nicht?

00:09:13: Ja und vielleicht ist das sogar eine diagnostisch interessante Frage wenn die Regel... in derselben Situationen scheitert, sollten wir nicht nur die Regeln anschauen.

00:09:25: Wir sollten wirklich die Situation auch anschauen.

00:09:27: also wiederkehrendes problematisches Verhalten an einem bestimmten Übergang kann wirklich ein Hinweis auf sein dass nicht die Regel unklar ist sondern der Übergangs noch nicht ausreichend strukturiert ist.

00:09:40: zum Beispiel oder muss man ran?

00:09:43: Also sagst du im Endeffekt vielleicht haben wir gar keinen Regelproblem Was ist es genau dann?

00:09:50: Na, vielleicht haben wir ein Routinenproblem.

00:09:53: Also nehmen wir zum Beispiel nach der Arbeitszeit räumen alle ordentlich auf.

00:09:58: So das beschreibt ein gewünschtes Ergebnis.

00:10:01: aber weiß genau passiert Signal stift ins Mapchen Arbeitsblatt in die Mappe Material zurück Tief kontrollieren Blick noch vorne.

00:10:12: Jetzt haben wir eine Handlungskette und deshalb ist, also diese Unterscheidung eigentlich so wichtig.

00:10:19: Regeln beschreiben welches Verhalten ja erwartet wird und Routinen organisieren wie dieses Verhalten zu Stande kommen

00:10:28: soll.".

00:10:28: Dann könnte eine Lehrkraft also mal monatelang dieselbe Regel wiederholen obwohl eigentlich nie mehr eine Routine aufgebaut wurde.

00:10:39: Also die ganzen Zwischenschritte.

00:10:41: was dieses Was hatten wir jetzt gesagt, aufräumen oder räumt ordentlich auf bedeutet?

00:10:49: Ja das kann passieren und deswegen ist es wichtig dass wir irgendwie ein bisschen weg von den Regeln kommen hin zur Routine irgendwie die dazu passen.

00:10:57: Und dann stellt sich die Frage immer wieder dann wie wird aus?

00:11:01: Wir gehen dann ruhig ins Klassenzimmer tatsächlich selbstständiges Verhalten.

00:11:05: also.

00:11:06: ich würde auf jeden Fall acht Schritte unterscheiden.

00:11:12: Der erste Schritt wäre dann wirklich konkret zu sein.

00:11:15: Also wir sagen nicht, sagt ruhig sondern wir müssen wirklich da so formulieren dass das Verhalten beobartbar werden kann.

00:11:25: also gedanklich muss man wirklich die Wörter wie ordentlich vernünftig gut ruhig konzentriert einfach weglöchen nicht mehr anwenden sondern genau beschreiben welches Verhalten erwünscht ist.

00:11:40: Ich spreche nicht oder ich spreche leise, ich gehe direkt zu meinem Platz.

00:11:45: Man muss wirklich dieses Verhalten beobachten können.

00:11:48: Wichtig ist man muss sich immer fragen okay was soll das Kind wirklich konkret tun?

00:11:55: Das muss man sich als Lehrkraft selbst beantworten.

00:11:57: und wenn die Antwort schwer fällt also wenn dass schwer zu beantworten ist.

00:12:03: Dann ist möglicherweise nicht das Kind unklar, sondern vielleicht meine Erwartung unklag und dann muss ich das erst einmal erklären tatsächlich.

00:12:15: Was wäre denn der zweite Schritt?

00:12:17: Wir haben das jetzt alles konkretisiert wir haben es für uns geklärt um den Kindern klarer mitteilen zu können was wir erwarten wenn wir sagen wir räumen auf wie geht's weiter?

00:12:32: Jetzt braucht die Handlung quasi einen Zeitpunkt.

00:12:35: Also wann beginnen Sie?

00:12:38: Wenn die Tür aufgeht, wenn das Aufräumssignal ertönt oder wenn das Stillarbeitssymbol zum Beispiel erscheint oder wenn die Lehrkraft den Auftrag irgendwie beendet und statt zu sagen denk an unsere Regeln dann kann ich fragen ja was machst du wenn die Tür aufgeht?

00:12:56: Damit sind wir bei sogenannten Wenn-Dann-Plen.

00:13:00: Das machen die Computer ja mittlerweile automatisch, wenn ich das drücke dann erscheint irgendwie Arbeitsblatt A zum Beispiel.

00:13:08: In dem Jahr ist eine neue Studie rausgekommen, eine Metallanalyse mit zwei und vierzig Studien und insgesamt wurden knapp dreizehntausend Kinder untersucht.

00:13:22: Im Durchschnitt zeigt es sich dann ein kleiner bis mittler positiver Effekt auf die Zielerreichung zum Beispiel.

00:13:29: Also das zeigt, dass ein Wenn-Dann-Satz ja kein Wundermittel ist sondern es löst auch keine komplexen Verhaltensprobleme.

00:13:42: aber für eine kleine sprachliche Veränderungen ist der Befund ziemlich interessant.

00:13:47: wenn Also wir koppeln quasi eine konkrete Situation stärker an eine konkrete Handlung.

00:13:55: Wenn das Aufräumsignal ertönt, begehne ich mit dem Mapchen oder wenn mir etwas einfällt während jemand spricht halte ich meinen Gedanken fest und warte.

00:14:10: Gut also das heißt Wir erklären oder besprechen mit den Kindern bestimmte Triggerpunkte.

00:14:18: Wenn das passiert, dann wird diese Routine sozusagen abgespult und du hattest ja in den letzten Folgen als wir darüber gesprochen haben auch gesagt dass man diese Routinen trainieren muss.

00:14:35: Jetzt stelle ich mir vor, willst Du jetzt Marie vormachen wie man durch diese eine Tür geht?

00:14:43: Ja!

00:14:44: Und ich mache im Notfall auch vor wie man die Tür zu macht.

00:14:47: Also wenn ich täglich daran scheit, dann würde.

00:14:50: Dann würde ich das machen.

00:14:51: also Ich kann auch zuerst die falsche Variante zeigen und ich kann zeigen wie ich es mir wünsche.

00:14:57: Ich kann zum Beispiel bei uns im Raum Wir haben jetzt zwei Räume im Klassenraum Und wir müssen immer wieder den Raum verlassen Wenn wir zum Kreis wollen Und dann schleichen wir und ich zeige genau was sich mit Schleichen meine.

00:15:12: Das ist halt wichtig.

00:15:16: Okay aber Also du übst tatsächlich mit den Kindern die Regeln oder Routinen, die nicht funktionieren?

00:15:23: Ja.

00:15:24: Ich zeige dann genau wie die gewünschte Variante aussehen sollte und Kinder sehen das Verhalten.

00:15:30: Sie machen also ich mache dann aus Sprache wirklich ein Modell und es dauert ja kein... Es dauert nicht lange.

00:15:37: aber dann habe ich für alle sichtbar geklärt und dann gibt's keine Rückfrage mehr.

00:15:45: Okay Aber ich meine du schuldest jetzt Wie viele Kinder ein?

00:15:51: Fünfundzwanzig, sechsundzwzicht.

00:15:53: Kinder hast du... Nee, fünfzehn

00:15:54: habe ich eingeschult weil wir die Flexklasse haben.

00:15:56: Gut aber du hast ja dann eine Klasse wo zwanzig über zwanzzig Kinder sind.

00:16:04: Mit denen kannst du doch nicht jede Kleinigkeit einüben.

00:16:06: Doch das geht!

00:16:07: Also das hat sich auch noch mal gezeigt, wir hatten ja vor den Sommerferien unser Kernlernstunde und da haben wir das Gipme-Fünfzeichen quasi geübt gemeinsam.

00:16:17: Die Kinder hatten einen schriftlichen Auftrag und dann habe ich diese Regel kurz erläutert und immer wieder habe ich irgendwie das einfließen lassen damit wir das üben können also völlig losgelöst, sondern wirklich immer wieder irgendwie.

00:16:31: ich habe es mit den Kindern auch thematisiert dass wir das üben weil es so wichtig ist.

00:16:35: Und jetzt bei der Einschulung hab' ich's weiter irgendwie angefangen.

00:16:40: Das war es immer noch und meine Kohlehrerin die beim Kennenlernen in der Kennenlandstunde nicht dabei war hat richtig gestarrt sie meintest ja Wahnsinn.

00:16:48: Also es hat funktioniert, warum?

00:16:50: Weil wir das immer wieder einfach geübt haben.

00:16:53: Und dann lobst du die Kinder damit sie wissen Sie sind auf dem richtigen Weg?

00:16:57: Naja was heißt loben?

00:16:58: also ich gebe auf jeden Fall Feedback was Informationen hinhält.

00:17:02: also nicht super sondern wirklich Es ist uns gut gelungen.

00:17:07: ja alle haben wirklich ihn wie sofort darauf reagiert und haben die Gespräche beendet Haben zu mir geschaut und dass ist halt wichtig.

00:17:17: die Kinder erfahren, genau welche Handlung wirklich funktioniert hat.

00:17:21: Es ist nicht so ein allgemeines Super sondern wirklich ganz konkret.

00:17:26: was ist uns gut gelungen und so formuliert es auch.

00:17:34: Also hast du auch deinen eigenen Satzstarter für dein Feedback?

00:17:38: Was du gibst?

00:17:39: Genau ich habe mir vorgenommen auch alle meine Satzstarter irgendwie im Klassenraum teilweise zu visualisieren.

00:17:46: Ich hoffe die Flexklasse, ich habe jetzt angefangen mit dem Morgenkreis da mache ich erst mal weiter.

00:17:54: Aber also eine Sache ist mir jetzt aufgefallen.

00:18:01: am Anfang der Folge haben wir eigentlich gesagt dass dieses ständige Regel erklären und nochmal erklären diese Wiederholung ja eigentlich nichts bringt.

00:18:15: Aber jetzt sind wir beim Üben ja doch wieder bei der Wiederholung.

00:18:19: Na das müssen wir an der Stelle glaube ich präzise unterscheiden, also Wiederholungen ist nicht das Problem.

00:18:24: Lernen braucht auch Wiederholen.

00:18:26: aber wenn ein Kind die Regel bereits kennt muss sich nicht immer wieder dieses Regelwissen trainieren.

00:18:33: was Wiederholing braucht ist dann die erfolgreiche Handlung.

00:18:37: Also nicht die Regel muss zum zwanzigsten Mal erklärt werden.

00:18:41: Die gewünschte Handlung muss so häufig erfolgreich durchgeführt werden, dass sie zunehmend verfügbar wird.

00:18:48: Und das ist wirklich ein krasser Unterschied.

00:18:53: Okay Dann sage ich Marie vor jedem Übergang Denke an unsere Regel und Marie geht dann langsam

00:19:03: Ja, aber wahrscheinlich nur teilweise.

00:19:05: Denn jetzt stellt sich ja die Frage warum geht sie?

00:19:09: Weil diese Situation selbst ihr Verhalten auslöst oder weil ich Sie daran erinnert habe.

00:19:16: also eine Erinnerung kann am Anfang hilfreich sein Aber Eine Erinnerungen ist Unterstützung und wenn sie dauerhaft notwendig bleibt ist daraus auch noch keine Selbststeuerung geworden Und hier können wir als Lehrkräfte unbeabsichtig in die Falle graten.

00:19:35: Wir erinnern so zuverlässig, dass wir selbst zum Hinweis reizwerden.

00:19:42: Also das Kind lernt.

00:19:44: wenn Frau Odetta mich anschaut und sagt Marie dann gehe ich langsam oder ja unser Ziel ist aber nicht quasi die perfekte Erinnerung zu entwickeln.

00:19:56: Unser Ziel ist, dass die Erinnerungen irgendwann überflüssig werden.

00:20:04: Woran erkenne ich eigentlich die funktionierenden Regeln?

00:20:09: Also daran, dass sie Kinder sofort auf meine Erinnerungsregel reagieren oder dass sich irgendwann gar nicht mehr erinnern muss.

00:20:19: Genau das Ziel sollte sein, dass man tatsächlich nicht mehr erinnern muss und es ist für mich wirklich ein wichtiges Ziel.

00:20:24: Ich möchte mich überflüssig machen!

00:20:26: Das ist mein Ziel.

00:20:28: Gutes Classroom Management zeigt sich nicht nur daran wie wirksam eine Lehrkraft steuert sondern auch daran wie viel dieser Steuerung mit der Zeit überflüßig wird also so dass es ein Selbstläufer ist.

00:20:43: Das heißt wir würden dann immer weniger die Sachen mit den Kindern üben, wenn wir sehen das es von alleine funktioniert.

00:20:51: Genau und wenn wir merken okay weil die Kinder sind auch nicht irgendwie... Es ist keine stabile Kurve.

00:20:58: also es geht immer irgendwie öhnotiv.

00:21:01: und da wenn man merkt okay es läuft gerade nicht mehr so rund dann muss man das nochmal einüben.

00:21:09: Auch das hat mit Erwartungen irgendwie zu tun.

00:21:11: Also die Kinder Und am Ende muss man einfach gucken, dass die Hilfen gezielt abgebaut werden.

00:21:22: Es geht dann darum, dass diese Situation selbst ja die Handlung aktiviert ohne das sich versorgen muss und Man hat also am Anfang so direkte Erinnerung, danach hat man kurze Hinweise dann vielleicht nonverbale Signale.

00:21:39: Dann hat man natürliche Hinweisreize und das führt alles zur Selbststeuerung.

00:21:46: Das ist der Weg!

00:21:51: Bei allen Sachen die wir planen bei einer Erinnerungen muss man quasi mit einplanen.

00:21:58: wie kann mein nächster Hinweis kleiner werden?

00:22:02: so dass man diese Selbstteuerung wirklich fördert.

00:22:05: Wenn wir mit den Kindern die Sachen üben und auch diese Übungen kleiner werden lassen wollen, hilft dann auch die Reflexion dieser Übung.

00:22:16: also machst du das mit den Kindern reflektierst?

00:22:21: Also ein weiterer Schritt, das Kinder hier verhalten selbst Einschätzen.

00:22:25: Nach einem Übergang zum Beispiel hat unsere Routine funktioniert oder woran haben wir es gemerkt?

00:22:30: Wurde es schwierig?

00:22:32: Das habe ich letztes Jahr oft gemacht nach Klassenarbeiten und Tests weil die Klasse am Anfang so unruhig war dass die merken, okay, sie haben es wirklich geschafft sehr leise zu sein, Rücksicht zu nehmen.

00:22:45: Es ist wichtig, dass das denen auch bewusst ist, dass nicht nur so ein Input von mir kommt sondern wirklich, dass ihr selbst reflektieren könnt.

00:22:55: Daraus machen wir natürlich auch keine Reflexionsorgehe, Also Routinen sollen wirklich irgendwann gerade deshalb funktionieren, weil wir nicht mehr permanent irgendwie darüber reden müssen.

00:23:10: Die Selbstreflexion ist hier an der Stelle nur eine leeren Hilfe und kein Dauerzustand.

00:23:16: Unser Ziel bleibt Automatisierung und zunehmende Selbststeuerung.

00:23:23: Bevor wir mit diesem Blog angefangen hatten hattest du gesagt dass es acht Schritte gibt.

00:23:31: Ich muss gestehen, ich habe jetzt nicht irgendwie mitgeschrieben.

00:23:34: Wollen wir die noch mal im Schnelldurchlauf irgendwie durchgehen?

00:23:40: Was genau diese acht Schritte sind?

00:23:42: dass man...

00:23:43: Okay, ich weiß es zusammen.

00:23:44: Ja würde ich sagen.

00:23:45: Wir haben eins Konkretisierung.

00:23:47: also was soll das denn konkret tatsächlich tun?

00:23:50: Dann haben wir Auslöser definieren und wann beginnt tatsächlich die Handlung.

00:23:55: Dann

00:23:55: kommt drei.

00:23:56: Modellieren.

00:23:57: wie sieht es aus?

00:23:58: Die Anzung, die ich erwarte?

00:24:00: Vier

00:24:00: Ausführen, also Kinder tun es dann tatsächlich.

00:24:05: Und fünf?

00:24:06: Feedback!

00:24:06: Was hat funktioniert und was nicht funktioniert?

00:24:09: Sechs?

00:24:09: Wiederholen, also die Handlung nicht immer wieder erklären sondern noch einmal machen.

00:24:15: Sieben?

00:24:15: Also an der Stelle quasi unterbrechen und das nochmal machen.

00:24:18: Okay.

00:24:19: Siebens wäre dann die Unterstützung reduzieren, also Erinnerung, Signal, Situation... Selbstkontrolle.

00:24:27: Das Kind übernimmt zunehmend selbst.

00:24:29: Das Ziel einer guten Routine ist nicht perfekte Fremdsteuerung, das Ziel ist, dass Fremdssteuerungen zunehnend überflüssig wird.

00:24:37: Das ist das Ziel.

00:24:42: Jetzt vertrete ich vielleicht die Meinung von einigen unserer Hörerinnen und Hörern.

00:24:50: Irgendwann muss doch einfach mal so eine einfache Ansage reichen also... Wenn wir können ja jetzt ständig irgendwie das Fehlverhalten der Kinder analysieren, aber auf der anderen Seite haben die Kinder hier auch eine gewisse Verantwortung.

00:25:06: Es gibt Kinder, die testen einfach Grenzen und manchmal weiß ein Kind eigentlich ganz genau dass es gerade Mist macht.

00:25:15: wie gehen wir damit um?

00:25:18: Ja, das ist so eigentlich richtig gesagt und genau deshalb ist mir die Differenzierung so wichtig.

00:25:23: also wir sollten mindestens vier Situationen unterscheiden.

00:25:28: Eins, das Kind weiß es nicht.

00:25:30: Dann muss ich's erklären.

00:25:32: Also die Regel war dem Kind nicht bekannt.

00:25:34: zum Beispiel?

00:25:34: Ja.

00:25:35: Da hat man die Situation, dass Kinder kennen die Regel, kann die Handlung aber noch nicht so verlässig ausführen.

00:25:42: dann muss sich aufbauen und üben.

00:25:45: Drei wäre für mich ... Das Kind ja kann die handlung grundsätzlich, aber unter bestimmten Bedingungen bricht die Regulation regelmäßig zusammen.

00:25:55: Also dann muss ich halt die Situation und die Unterstützung noch anschauen und prüfen, dass da das stimmt.

00:26:01: Also das wäre wenn jetzt zum Beispiel dieser Impulse des Kindes immer größer ist als diese

00:26:08: Handlung oder die Regulation irgendwie?

00:26:14: Und dann vierten wir das Kirm, kann die Handlung zuverlässig und entscheidet sich bewusst dagegen.

00:26:20: Dann sind wir stärker bei Grenzen, Verantwortung und Konsequenz.

00:26:27: Von außen würde alles erst mal gleich aussehen, richtig?

00:26:30: Ja das ist der Punkt.

00:26:31: Also ein Kind rennt, ein Kind ruft rein und ein Kind räumt nicht auf.

00:26:35: Das sichtbare Verhalten allein sagt mir noch lange nicht ganz sicher ihr welcher Prozess dahinter liegt.

00:26:41: also verstehen ist keine Entschuldigung für Verhalten aber ja ohne verstehen wären wir möglicherweise die falsche pädagogische Reaktion.

00:26:52: Wie sieht dann die pädagogische Reakktion aus wenn du feststellst dass Ja, das Verhalten bewusst falsch gemacht wurde.

00:27:02: Also da hattest du gesagt dann würden Konsequenzen genutzt werden?

00:27:07: Genau wir hatten schon mal eine Vollwüste zum Thema Konsekvenz also Strafe und Konse quenzen.

00:27:12: wer diese Folge noch nicht gehört hat der darf gern rein hören.

00:27:17: Da war ziemlich präzise definiert was Konse Quenzen tatsächlich sind ausdrücklich ganz anders als Bestrafung.

00:27:25: Das ist mir an der Stelle ganz wichtig, aber natürlich sind dann die Konsequenzen erlaubt und auch erwünscht.

00:27:31: also wenn ein Verhalten gefährlich ist stopp ich es.

00:27:34: Wenn ganzen bewusst überschritten werden kann und muss sich reagieren.

00:27:39: Aber wir sollen zwei Fragen auseinander halten.

00:27:41: Also was passiert nach diesem Verhalten?

00:27:44: das ist die Ebene der Konsequent.

00:27:47: Und wie gelingt beim nächsten Mal das gewünschte Verhalten?

00:27:50: Das ist die Ebene des Lernens.

00:27:53: Eine Konsequenz beantwortet, was nach einem Verhalten passiert.

00:27:58: Training beantwortete, wie beim nächsten mal ein anderes Verhalten gelingen kann und manchmal brauchen wir vielleicht beides.

00:28:09: Wollen wir noch einmal so ... ich würde sagen in die Praxis reingehen und uns Fälle angucken.

00:28:16: Jetzt

00:28:17: können wir gerne machen.

00:28:19: Also ich würde sagen, wir gucken uns mal dieses typische ständige Reinrufen an.

00:28:26: Ich glaube das kennt jeder aus seinem Unterricht?

00:28:31: Ja also Kind ruft ständig Antworten Nein Wir wissen es kennen die Melderegel.

00:28:36: Also nicht automatisch zum zwanzigsten Mal.

00:28:38: wie lautet denn unsere Gesprächsregel.

00:28:42: Ich untersuche den kritischen Moment.

00:28:44: Das Kind hat eine Idee Und jetzt muss es den Impuls hemmen und den Gedanken bereiten.

00:28:51: Das fällt den Kindern richtig schwer, außerdem könnte ein Kind dem zuvorkommen, der ich die Gernwort rausgeben.

00:28:58: das ist echt frustrierend.

00:29:01: Wir können eine konkrete Alternative aufbohren.

00:29:04: also wenn mir etwas einfällt während jemand anderes sprecht halte ich meine Gedanken fest und warte.

00:29:12: Vielleicht braucht das Kind anfangs einen klaren, nonverbalen Hinweis und das mache ich bei mir in der Klasse ganz stark.

00:29:19: Darauf hat mich gestern bei der Einschulung die meine Kollegen hingewiesen.

00:29:25: dass ich sehr viel nonverbale arbeite war mir schon bekannt unbewusst aber es scheint irgendwie mehr zu sein als es einem so klar ist.

00:29:36: im Alltag fand ich spannend Und gelungenes Warten wird dann konkret rückgemeldet.

00:29:43: Das ist wichtig, die Kinder brauchen halt dieses Feedback und anschließend reduziere ich den Hinweis Stück für Stück.

00:29:51: Also mein nonverbale Signal ist immer dasselbe zeige Finger links also der linken Hand kommt zum Mund als so ein... aber ohne Ton.

00:30:05: Und die rechte Hand, der Zeigefinger der rechten hand geht nach oben als Zeichen das man sich leise melden soll.

00:30:12: Das mache ich mittlerweile instinktiv und komme ja öfters vor wie so ein Stewardess.

00:30:17: Aber es funktioniert, die Kino machen das!

00:30:22: Dann würde ich mal Fall Nummer zwei vorschlagen kurz für Ende der Stunde vielleicht sogar kurz verendet des Schulschlusses.

00:30:33: Kinder sollen aufräumen und es bricht Chaos aus.

00:30:39: Ja, der Satz den wir da öfters mal hören ist räumt ordentlich auf.

00:30:45: das ist keine Routine.

00:30:47: also Wir brauchen wirklich ein eindeutiges Signal eine feste Reihenfolge wenige Handlungsschritte Anfang gemeinsames Ausführen kurzes Feedback später.

00:30:58: vielleicht reicht auch einen Signal.

00:31:02: Irgendwann ist der Ablauf selbstverständlich.

00:31:04: Ich hab's in meinen Klassen auch so, dass ich dann den Assistenten habe.

00:31:09: also dazu haben wir auch schon eine Folge gedreht glaube ich, Assistentin der Woche und sein Job ist es auch am Ende des Tages zu prüfen das alles aufgeräumt wurde und eher schick quasi die Kinder denn raus die fertig sind.

00:31:21: das heißt da muss sich nicht mehr so groß intervenieren.

00:31:23: die Kinder machen unter sich aus funktioniert ja auch gut.

00:31:27: aber Den Kindern ist klar, ab Signal A geht's ans Aufräumen und der Assistent prüft das ich tatsächlich aufgehäumt habe.

00:31:36: Ich interveniere nur wenn ich merke es funktioniert halt

00:31:39: nicht.

00:31:40: Aber d.h dafür muss es ja fest Gesetze regeln geben weil der Assistenz muss genau wissen weiß nicht es darf kein Stift mehr drauf sein Der Schuber, der immer unter den Tischen ist oder diese Netze.

00:31:53: Die müssen leer sein.

00:31:55: Tisch muss einmal abgewischt sein.

00:31:59: Es darf keine Jacke mehr hängen.

00:32:01: Wieso?

00:32:01: Wenn ich sage, das sind die Regeln zu... Das ist ein sauberer Platz und erst wenn das alles erfüllt ist, darf das Kind in die Pause oder nach Hause gehen.

00:32:11: Genau!

00:32:13: Also es nochmal dann diese klare Definitionen und die Kinder können die alle abrufen.

00:32:19: Genau so sieht es aus.

00:32:21: Okay, dann ich glaube da hatten wir auch schon mal drüber gesprochen.

00:32:26: In einer anderen Folge würde ich gerne nochmal Übergang nach einer Pause der dann eskaliert.

00:32:33: also die Kinder kommen aus der Pause und Es herrscht wieder Chaos.

00:32:40: Da ist die Frage, wo beginnt das eigentliche Problem?

00:32:42: Beim Klingeln an der Tür auf dem Flur beim Betreten des Klassenhaums oder bei Material holen.

00:32:49: Vielleicht liegt das Problem nicht in der Regel vielleicht liegt es in den ersten dreißig Sekunden des Übergangs und dann trainiere ich genau diesen Ausschnitt viel besser als.

00:33:01: wir müssen noch einmal über unser Verhalten nach der Pause sprechen zum Beispiel, das weiß viele Kollegen dann rausbringen.

00:33:09: Also da muss man wirklich genau analysieren und wo liegt das Problem?

00:33:14: Jetzt hatten wir ja diese drei Fallbeispiele.

00:33:22: Nehmen wir mal das mit dem Aufräumen weil du hast wahrscheinlich so sechsundzwanzig Kinder in deiner Klasse im nächsten Jahr.

00:33:32: Was machst du dann, aber wenn... ...Vierundzwanzig die Sachen schon längst können?

00:33:37: Trainierst Du dann trotzdem ständig mit ein, sechs und zwanzig diese Sachen?

00:33:43: Nein.

00:33:44: Also wenn wirklich nur wenige Kinder und die hat man ja immer, die hatte ich an meiner vorletzten Schule irgendwie so.

00:33:51: Ich hatte zwei Kinder, die noch gesandert quasi vor jeder Stunde einen kurzen Hinweis von mir gebracht haben irgendwie und zwar nicht im Plenum sondern die habe ich immer zu mir eingeholt und wir haben das thematisiert.

00:34:04: Ich habe ihn mal gefragt, was ist jetzt zu tun?

00:34:07: Was ist der nächste Schritt?

00:34:08: Also ich hab den Ablauf bei den Kindern genau abgefragt.

00:34:11: Dann sage ich irgendwie, was brauchst du damit das dir gelingt?

00:34:15: Inwieweit kann ich dir noch helfen?

00:34:17: Das ist halt wichtig und dass die merken auch okay, ich werd gesehen... Sie sind weiß und es kann mir helfen im Notfall.

00:34:27: Das ist ganz wichtig, eine Visualisierung für die Kinder noch mal irgendwie zu haben, denen es noch schwer fällt irgendwie das zu befolgen all diese Handlungsschritte quasi noch im Kopf zu behalten.

00:34:41: also man muss nicht alle sechsundzwanzig Kinder irgendwie nochmal damit bespaßen wenn sie ihr selbstständig irgendwie beherrschen.

00:34:49: Genau, das ist der Punkt.

00:34:50: Die Kinder wollen auch grundsätzlich immer gefallen und trotzdem hat man immer wieder Fälle wo wir feststellen müssen okay das Kind kann die Regeln stabil entscheidet sich aber aktiv dagegen dann muss ich unsere Reaktion verändern.

00:35:05: also gleiches Ziel bedeutet nicht zwingen gleiche Unterstützung.

00:35:10: Individualisierung bedeutet hier nicht, okay für Marie gilt dann die Regel nicht.

00:35:16: Sondern Marie bekommt vorübergehend mehr Unterstützung um dasselbe Ziel zunehmend selbstständig zu erreichen.

00:35:24: aber die Regeln gelten nur für alle gleich.

00:35:28: Das ist an der Stelle ganz wichtig.

00:35:30: Das ist auch zum Beispiel bei Kindern mit ADIS, also die haben wirklich diese Selbstregulation das Feld den schweren wie zu warten.

00:35:37: Da sind Kinder, die öfters mal reinrufen.

00:35:40: Für sie gilt die Regel aber sie brauchen einen anderen Zugang zu dieser Regel.

00:35:45: Aber die Regel gilt für alle.

00:35:47: ich muss nur den Kindern beibringen wie Sie die Regel zuverlässig einhalten können.

00:35:52: da muss sich mehr als Lehrkraftgedanken machen, über Routinen und Visualisierung usw.

00:35:58: Aber die Regel

00:35:59: oder diese

00:36:01: Strategien?

00:36:02: Die Kinder müssen diese Strategie wirklich beherrschen am Ende.

00:36:06: Und das ist meine Aufgabe als Lehrkraft zu unterstützen.

00:36:09: Aber wichtig ist an der Stelle zu sagen, die Regeln gelten für alle.

00:36:14: gut aber bleiben wir mal jetzt bei Kindern.

00:36:18: du hattest jetzt adhs genannt.

00:36:20: es gibt ja in Ja, in jeder Klasse gibt es ja Kinder mit verschiedenen Herausforderungen und wenn ich jetzt so ein Kind habe gibts da so einen Diagnoseplan um zu... also nicht jetzt für ADHS oder zu gucken was das Kind hat sondern eher auf diese Regeln bezogen.

00:36:45: Also gibts dann so eine Diagnosplan wo ich gucken kann warum immer dieselbe Regel bei diesem Kind scheitert.

00:36:53: Der Diagnoseplan gibt es ja nicht wirklich, aber man kann sich auf jeden Fall ein paar Sachen überlegen.

00:36:58: Zum Beispiel kennt das Kind die Erwartung wirklich?

00:37:01: Nicht nur kann er sie aufsagen sondern wirklich kann es zeigen was konkret erwartet wird und deswegen ein Kind weiß eine Tür aufmacht und rein rennen.

00:37:10: zum Beispiel Kann man sagen, der kann die Regel.

00:37:14: Mh wir gehen leise rein bla bla funktioniert aber am nächsten Tag definitiv nicht.

00:37:19: das Kind rennt weiter kennen ja viele günstiger SS auch wenn es komisch rüber kommt dass mein Kind das schickt quasi das Kind zurück und bittet das Kind genau das zu zeigen irgendwie was gemeint ist.

00:37:30: also sie machen

00:37:31: raus nochmal leisen die Tür auf und es schleicht irgendwie durch den Flur.

00:37:36: Also man sagt nicht du kennst doch die Regel.

00:37:39: jetzt macht Hör auf zu rennen und lauf langsam, man sagt gehen noch mal zum Ausgangspunkt zurück.

00:37:47: Da wo der Trigger ist und sagts zeig mir dass du es kannst

00:37:51: genau da ist.

00:37:52: stelle sich auch die frage viele kollege machen das nicht weil es kostet in verzeit

00:37:57: wahrscheinlich nerven ja

00:37:58: genau also.

00:37:59: aber da wenn mein wirklich in wiederer arbeiten möchte und Ergebnisse jeden wann erreichen möchte dann muss man sich die zeit nehmen.

00:38:08: Die nächste Frage wäre vielleicht noch, ob das Kinn mit den Auslöser erkennt.

00:38:13: Also weiß es genau wann die Routine beginnt?

00:38:15: Ist das klar?

00:38:17: Und jetzt bei der Tür ist es wahrscheinlich schwieriger

00:38:20: beim Aufräumen zum Beispiel weil man hat oft das Phänomen die Kinder fangen an aufzuräumen wo die Lackera vorne noch steht und was sagt.

00:38:27: Das heißt erst den Kindern ist nicht klar wann sie tatsächlich damit beginnen sollen.

00:38:32: Oder Sie haben auf die Uhr geguckt und haben sich so einen eigenen Trigger.

00:38:36: Die Stunde hört um halb auf, und fünf vor halb fange ich an aufzuräumen?

00:38:41: Ja warum immer!

00:38:42: Aber wichtig ist es muss den Kindern klar sein, es muss ein Klarnauslöser irgendwie geben.

00:38:47: Dann kann man sich fragen ob die Handlung wirklich konkret genug ist.

00:38:52: Also sowas wie sei vernünftig, arbeite ordentlich konzentriertig.

00:38:56: Darüber haben wir schon mehrere Folgen gemacht.

00:39:01: Den Kindern ist nicht klar, was es bedeutet.

00:39:03: Also wenn du sagst, wie seid ruhig?

00:39:05: Ist für mich ein anderes Seid ruhig.

00:39:08: Mein Gefühl ist ein ganz anderes.

00:39:10: Mein Empfinden ist ganz anders.

00:39:11: Es muss den Kindern klar sein, was tatsächlich gemeint ist und wie das ist.

00:39:19: Ja, dann müsste man sich fragen ob das Kind wie hat die Handlung unter realen Bedingungen ausführen kann zum Beispiel.

00:39:27: Also auch nach der Pause bei Ablenkung mit Freunden Unterzeitdruck.

00:39:32: also das ist halt wichtig.

00:39:33: es muss realistisch sein Das muss man beobachten.

00:39:39: Also das was wir vorhin gesagt haben dass am vormittag kennt oder können das Kind die Regelbefolgen am Nachmittag hat Schwierigkeiten.

00:39:50: Dann nicht nur das Kind kennt die Regeln, kann sie die erläutern.

00:39:53: Aber unter Realbedingungen sind diese Regelwissen einfach verloren

00:40:00: gegangen

00:40:01: und da muss man genau wissen wann ist es bei Ablenkung?

00:40:06: Ist es mit Freunden?

00:40:07: Ist das unter Zeitdruck?

00:40:09: Also woran scheitern wir?

00:40:10: ja genau Weil wie gesagt, ein Großteil der Kinder möchte es richtig machen.

00:40:17: Keiner möchte mit Absicht irgendwie ermahnen werden ständig oder ständig in meiner voll letzten Schule vor dem Sekretariat sitzen und in den Pausen, weil er sich verhalten hat.

00:40:31: Das muss man an der Stelle sagen.

00:40:32: und dementsprechend... Natürlich gibt es auch einen kleinen Teil, den ist mittlerweile alles egal.

00:40:39: Weil sie vielleicht in der Schullauf waren, wie ich schon so viel erlebt habe, dass denen alles egal ist.

00:40:43: und trotzdem ist ein Großteil der Schülerschaft so das sie einem gefallen wollen.

00:40:47: Das liegt ihnen der Natur des Menschen.

00:40:50: Und letztendlich müssen wir uns fragen, ja wurde dieses Verhalten das gewünschte Verhalten tatsächlich eingeübt.

00:40:57: Also haben wir modelliert?

00:40:59: Haben wir ausgeführt?

00:40:59: Haben wer rückgemeldet?

00:41:00: Haben wie er wiederholt?

00:41:02: Haben via Feedback gegeben und so weiter und sofort wenn ich diese Fragen beantworten kann wird dann meine pädagogische Reaktion viel präziser sein und Ich glaube dass führt dann zu deutlich weniger Frust im Unterricht oder in der Schule selbst.

00:41:19: Du hattest gerade gesagt, dass es in der Natur des Menschen liegt.

00:41:24: Wenn ich so drüber nachdenke und wenn ich mein eigenes Leben betrachte, merke auch das manche Sachen bei mir ziemlich menschlich sind.

00:41:36: Also zum Beispiel... Man weiß, dass es nicht gut ist zu spät ins Bett zu gehen.

00:41:41: Aber irgendwie bleibt man dann doch länger auf als man eigentlich wollte und dann weiß das man am nächsten Tag ja zu wenig Schlaf hatte und müde sein wird.

00:41:50: Genau wir machen ständig im Leben Sachen wo wir wissen okay eigentlich ist gar nicht so gut aber wir machen die halt trotzdem.

00:41:56: also Wir haben unser Regelnwissen aber manchmal entscheiden wir trotzdem dagegen genau Und bei den Erwachsenen würde Niemand daraus schließen, naja Jessica hat die Regel offenbar noch nicht verstanden.

00:42:13: Also das Wissen ist vorhanden.

00:42:16: Es steuert nur nicht automatisch das Verhalten.

00:42:18: Wir überschätzen auch häufig die Wirkung von Wissen auf Verhalten.

00:42:24: Beim fachlichen Lernen wissen wir das eigentlich.

00:42:27: Etwas erklären können zum Beispiel heißt noch Nicht es anwenden zu können.

00:42:33: etwas einmal Anwenden können heißt lange nicht sicher zu beherrschen.

00:42:39: Und etwas unter günstigen Bedingungen beherrschten heißt auch nicht, den wir es unter Belastung zuverlässig abrufen zu können.

00:42:48: Warum sollten wir beim Verhalten plötzlich dann einen anderen Lernbegriff verwenden zum Beispiel?

00:42:53: Also das verstehe ich ja auch nicht!

00:42:57: Ich würde mit dir gerne nochmal Marie angucken und zwar vier Wochen später.

00:43:02: also die Pausenklinge geht.

00:43:04: was passiert?

00:43:07: Ja, Marie kommt ins Schulhaus Ihre Freunde laufen vor ihr, sie kommen zur Tür und sie geht.

00:43:13: Und ich sage nichts!

00:43:14: Kein Marie, kein Denker an die Regeln... Was haben wir besprochen?

00:43:20: Nichts!

00:43:21: Genau das ist der Erfolg.

00:43:23: nicht weil Marie jetzt endlich weiß dass sie nicht reden soll Das wusste sie wahrscheinlich auch von Anfang an sondern weil aus Wissen eine zunehmend verfügbare Handlung geworden ist und das ist mein Erfolg als Lehrkraft.

00:43:40: Also mache ich es auch, aber da kann ich mir selbst als Lehrkräfte auf die Schulter klopfen.

00:43:44: Das mache ich tatsächlich auch.

00:43:46: Und ich bringe den Kindern auch beide selber zu machen, weil oft kriegt man selten so ein positives Feedback.

00:43:53: Wenn ich merke, etwas ist mir gut gelungen dann klopf ich mir meistens mit der rechten Hand die linke Schulter auf und sag, dass hast du gut gemacht!

00:44:01: Meistens aber Non-Werball, damit nicht alle mich für bekloppt halten.

00:44:05: Aber das habe ich letztens bei der Lehrerkonferenz noch einmal gemacht, so was habe ich gut gemacht.

00:44:09: Das bringt etwas Positives hin wie mit sich.

00:44:13: Ich kann es nicht erklären, aber wenn dieses Verhalten bei den Kindern dann beobachtet werden kann... Wenn wir sehen okay die haben dieses Wissen wirklich in Handlung umgesetzt, ja dann hat man wirklich gut gearbeitet.

00:44:27: Okay also das Ziel war nie.

00:44:30: Marie reagiert zuverlässig auf Frau Dieters Ansage.

00:44:33: Nee, definitiv nicht!

00:44:34: Das Ziel war Marie Brodsch meine Ansage irgendwann dann nicht mehr um handeln zu können.

00:44:41: und vielleicht ist es genau da die gute oder die richtige Definition von erfolgreichem Classroom Management also nicht dass eine Lehrkraft besonders viel kontrolliert sondern das genau zunehmend weniger Kontrolle voraus und benötigen um wirklich die richtigen Entscheidungen und Handlungen irgendwie durchzuführen.

00:45:01: Ich würde sagen, wir kommen so langsam zum Ende der Folge und ich würde mit dir noch mal ein kleines Fazit vielleicht ziehen wollen.

00:45:11: Was ist so der zentrale Gedanke, den man aus dieser Folge mitnehmen sollte?

00:45:16: Für heute war es mir wichtig, dass die Kollegen kurz in sich gehen und darüber nachdenken.

00:45:21: Eine Regel zu kennen ist eine Wissensleistung.

00:45:24: Nach einer Regel zur Handeln ist eine Regulationsleistung und deshalb reicht es nicht immer, eine Regel häufiger zu wiederholen!

00:45:32: Wir müssen manchmal wirklich einen Schritt weitergehen.

00:45:36: Erwartungen konkretisieren, den Auslöser definieren, Verhalten modellieren.

00:45:43: Es tatsächlich üben und wiederholen.

00:45:47: Spezifisches Feedback geben und die erfolgreiche Handlung wiederholend.

00:45:52: Hilfen dann anschließend bewusst reduzieren und Kindern zunehmend möglichen Anfeierverhalten selbst zu steuern.

00:46:00: Der Weg lautet also Steffen Kennen Erkennen, handeln, üben.

00:46:06: Rückmelden, Unterstützung reduzieren und selbst steuern.

00:46:10: Ich glaube das könnte man so als im Lehrerzimmer als Plakat.

00:46:15: Das ist der Weg sozusagen!

00:46:17: Und wenn die Region dann trotzdem nicht eingehalten wird, dann müssen wir genauer unterscheiden?

00:46:23: Genau weiß das Kind es nicht.

00:46:25: Kann es die Handlung noch nicht zuverlässig oder kann es sie unter manchen Bedingungen auch nicht zu verlässig?

00:46:31: Oder kann es und entscheidet sich bewusst dagegen.

00:46:37: Und was wir festgestellt haben, diese vier Situationen sehen dann gleich aus.

00:46:42: Genau!

00:46:43: Deswegen ist es wichtig kurz mal innezuhalten und genau zu unterscheiden.

00:46:47: durch Beobachtung

00:46:49: Dann ist... Du kennst doch die Regel eigentlich gar nicht.

00:46:51: die entscheidende Frage

00:46:54: Ne, also die bessere Frage lautet dann was braucht es noch damit aus diesem Wissen selbstständiges Handel wird?

00:47:00: Eine Regel an der Wand verändert ja noch kein Verhalten.

00:47:05: Also erst wenn aus Wissen Handlung wird ist die Regel im Schulalltag dann angekommen und das ist das Ziel.

00:47:12: Gut ich würde sagen Haben wir noch irgendwas vergessen?

00:47:17: Nee ich glaube nicht.

00:47:18: Ich wünsche mir allerdings, dass alle Kollegen, die heute die Folge gehört haben, vielleicht morgen in die Schule gehen und zwar in dem Bewusstsein.

00:47:27: Dass das Ziel von Regeln tatsächlich nicht ist, dass Kinder immer besser auf uns Lehrkräfte quasi hören sondern dass das Ziel ist es, dass sie uns für diese Steuerung dann immer weniger brauchen.

00:47:41: Das ist das Ziel

00:47:42: Also die Selbstständigkeit der Kinder fördern.

00:47:44: Genau, das ist die... also immer wieder sage ich den Satz nochmal von Montessori.

00:47:48: Ich helfe dir selbst zu tun und wir wollen irgendwie die Kinder dazu bringen wirklich sich selbst sterben zu können.

00:47:55: Das geht nur über Übungen und Vormachen so dass wir uns wirklich verzichtbar machen können.

00:48:03: Mein Wohlbefinden im Klassen ist immer so und da sind die Momente wo du irgendwie von mir hörst quasi Die Kinder arbeiten automatisch.

00:48:15: Man ist zwar da als Unterstützung, aber die wissen wo es langgeht und sie brauchen einen nicht.

00:48:19: Und da weiß man hat was Gutes gemacht.

00:48:24: Das sollte einem bewusst sein.

00:48:27: beim nächsten Regelverstoß nochmal die vier Fragen durchgehen und gucken.

00:48:33: Wo steht denn das Kind tatsächlich?

00:48:36: Denn tatsächlich am Ende ist eine böse Absicht.

00:48:39: also der Bruchteil von Kindern, Gegen das Einhalten von Regeln ist eigentlich geringfügig.

00:48:48: Gut, ich würde sagen vielen Dank fürs Zuhören!

00:48:51: Ich bedanke mich ebenso.

00:48:52: wir hören uns wieder nächste Woche.